„ich fahr dich um du fotze“: Reaktionen auf den Kampfradler

Problematisch scheint zu sein, dass mancher Kraftfahrer nach der Eingabe des Suchbegriffes „Kampfradler“ in einer beliebigen Suchmaschine plötzlich auf dieser Seite herausgestolpert kommt. Obwohl ich mit der gestrigen Stern-TV-Sendung überhaupt nichts zu tun habe, nicht einmal Bernhard heiße und seine Meinungen nur sehr bedingt, mit Marco aber wenigstens die beiden ersten Buchstaben im Vornamen teile, wurden mir einige, naja, bereits bekannte Ansichten unterbreitet.

Interpoliert man die mir zugeschickten Meinungen einmal auf den Kraftfahrer-Anteil der Zuschauer unter der Voraussetzung, dass mir nicht jeder höchst erregte Zuschauer auch gleich eine Hass-E-Mail in den Posteingang tippt, abgesehen davon, dass ich der vollkommen falsche Empfänger bin, stehen dem Radverkehr auf Deutschlands Straßen in den nächsten Wochen wieder einige höchst interessante und vermutlich auch gefährlichere Wochen bevor, bis sich die Aufregung wieder gelegt hat: Manche Kraftfahrer konnten vor Wut kaum noch an sich halten und es ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass es mit der Beherrschung am Steuer besser klappt.

Ich überlege, gegen mindestens zwei Absender eine Strafanzeige zu stellen, denn die Grenzen dessen, was bei mir noch als einigermaßen nerviges, aber ungefährliches Gerede durchgeht, ist hier teilweise weit überschritten.

ich kenn jetzt deine adresse.. wenn ich dich auf der straße sehe anstelle auf dem Radweg, dann fahre ich dich über, dann hast du mal einen schönen Film für deine scheiß Helmkamera. komm mir blos nicht unter die augen!!

Ihr habt sie nicht mehr alle!!!
Ihr seid keine Autofahrer, daher habt ihr nicht die gleichen Rechte!
Ihr habt vorausschauend zu fahren!
Und der typ beim stern tv heute provoziert.
Ich würde dem auch eine verpassen, wenn er mein Auto anpacken würde.
Geht zu Fuß, wenn s euch zu gefährlich ist -.-

ich fahr dich um du fotze fahr einmal auf der Straße und ich fahr dich um und dann kannst du dir deinen scheiss radweg in den arsch schieben

Sorry, aber für mich bist du der letzte Idiot Malte. Wenn es einen Fahrradweg gibt, dann sollte dieser, auch benutzt werden es ist schließlich zu deiner Sicherheit. Wir autofahrer zahlen mit unseren Steuern deine Radwege und als ,,Dankeschön“ blockst du uns auf der Straße..

ich fahre auch manchmal rad kenne also beide seiten aber ich bin dankbar für jeden radweg den es gibt und du arschloch fährst mitten au fder straße und blockierst den verkehr. schon mal daran gedacht dass kinder dich sehen und dein verhalten nachmachen? du bestätigst mein vorurteil dass die meisten radfahrer einfach nur hirnlose spasten sind

Wenn´s euch auf dem RAdweg zu gefährlich ist, geht zu fuß oder fahrt mit dem auto…. lol…. aber schön immer die polizei rufen wenns mal knallt

Ihr Radfahrer seit alle Wickser.

48 Gedanken zu „„ich fahr dich um du fotze“: Reaktionen auf den Kampfradler“

  1. Okay, ich habe ja auch so meine Probleme mit dem Komma und bekomme das nicht immer so richtig geregelt, aber dass von den Absendern eigentlich niemand einen fehlerfreien Satz tippen konnte, ja, das finde ich dann doch wieder bezeichnend.

    1. Hallo Malte! Ich bewundere Dein Engagement und die Überzeugung, mit der Du Deine Standpunkte vertrittst. Und ich bin vollkommen schockiert davon, auf der Art und Weise die von Dir hier zitierten Menschen darauf reagieren. Lass Dich davon bloß nicht kleinkriegen. Meine Solidarität hast Du! Andreas

      1. @“kampftrucker“: Kannst Du Deine dumpfbackene Äußerung einmal näher erklären? Möchtest Du einen Radfahrer bewusst überrollen? Soll es wie ein „Versehen“ aussehen? Würdest Du tatsächlich anschließend nur obercool aussteigen und dir den Radlermatsch emotionslos ansehen? Was für eine Sorte Mensch bist Du eigentlich? Gib‘ Deinen Führerschein ab, bevor Du eine Riesendummheit begehst. Da Du offenbar nicht fähig bist, die Realität des Verkehrsalltags zu akzeptierten, wäre das für alle am besten.

  2. Erstens: die Reaktionen zeigen wieder einmal deutlich, dass die Führerschein-Theorieprüfung dringend durch einen IQ-Teil ergänzt werden muss. Wenn Dummheit und PS aufeinandertreffen, kann nichts Gutes dabei herauskommen. Zweitens bedauere ich auch die Redaktion von SternTV für den offensichtlich hohen Anteil von geistig Minderbemittelten in ihrer Zuschauerschaft.

    1. Die idee mit der Führerschein Prüfung ist doch garnicht mal schlecht. Vielleicht sollte man in den ganzen Theorieblock mal die Rechte der Radfahre mit einbauen……soweit ich mich zurückerrinern kann kam sowas bei meinem Unterricht nämlich nicht vor!

      1. Ich kann mich auch nicht erinnern, das Radfahrer in der Fahrschule jemals erwähnt wurden. Allerdings ist meine Erinnerung inzwischen ziemlich schwach, da es schon über 20 Jahre her ist, und dort, wo ich den Führerschein gemacht habe, hätte man damals auch nur schwer lernen können, auf Radfahrer zu achten, da sie so gut wie gar nicht vorkamen. Aber selbst dort sollte es heutzutage möglich sein, bei der Autofahrausbildung die Existenz von Radfahrern in der Theorie zu berücksichtigen und in der Praxis zu erleben.

  3. Wow, das ist ja ein starkes Stück!
    Zu der Rechtschreibung sag ich mal nichts, viel schlimmer finde ich die inhaltlichen Schwächen. Da merkt man mal wieder, dass viele Autofahrer einfach noch nicht viel verstanden haben.

    Ihr habt vorausschauend zu fahren!
    Gerade Kampfradler, die bei Rot fahren, fahren 100 mal vorausschauender als Autofahrer. Denn sie checken vorher ab, ob die Situation für sie gefährlich werden könnte.

    Wenn es einen Fahrradweg gibt, dann sollte dieser, auch benutzt werden es ist schließlich zu deiner Sicherheit.
    Tja, das ist halt oft NICHT der Fall. Für Leute, die nicht Fahrrad fahren, ist das immer noch schwer zu verstehen…

    …und blockierst den verkehr.
    Eben nicht. Radfahrer sind Verkehrsteilnehmer. Also SIND sie Verkehr!

    Ich finde es gerade selber erstaunlich, wie einfach man diese ganzen „Argumente“ der Autofahrer widerlegen kann. Ich frage mich auch schon seit längerer Zeit, wie man das in alle Köpfe rein bekommt…

    Mach weiter Malte! Du hast ja so recht!!!

  4. Also das ist echt ‚mal krass! Kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen.
    Malte, mach weiter! Ohne Menschen wie Dich – und davon gibt’s viel zu wenig – wird sich sonst nie was ändern.

  5. Halbwegs anonyme e-mails schreiben, aus dem fahrenden Auto schimpfen, radfahrende mit der Hupe nerven oder sogar abdrängen…warum begegnen mir Autofahrer immer nur auf aggressive Art wenn sie in einer für sie sicheren Position sind?
    Wenn man sich ohne schützendes Auto gegenüber steht würde wohl keiner solche Kraftausdrücke verwenden. Für mich ist das ein feiges Verhalten welches ich nicht ernst nehmen werde.
    Liebe Kampf-Autofahrer, wenn ihr was erreichen wollt dann erinnert euch mal daran was eure Eltern euch so an-erzogen haben.

  6. Was da in deine Inbox gespült wurde ist schon ziemlich krass. Danke für’s Veröffentlichen und den damit einhergehenden Einblick in die Denkweise mancher motorisierter Verkehrsteilnehmer.

  7. Ungefähr das Niveau, dass man aus den Situationen kennt, wenn man mal jemanden anspricht, wenn er sich offensichtlich über Regeln hinwegsetzt und mich gefährdet …

  8. Pingback: Fanpost!
  9. Bei mir sind auch einige Kommentare eingegangen und einen kleinen Artikel darüber hab ich soeben verfasst – die härteren Mails hatte ich allerdings direkt gelöscht.
    Da einige der Drohungen ja ganz offensichtlich an mich gerichtet sind, würde ich Dich bei einer etwaigen Strafanzeige uneingeschränkt unterstützen.

  10. Ich will angesichts der vielen bestärkenden Kommentare noch mal erklären, warum ich momentan zögere, mit sowas zur Polizei zu laufen: Ich habe schlichtweg keine Zeit.

    Privat laufe ich momentan im Ausnahmezustand, Bachelor-Arbeit und Praktikum drängeln sich bei mir ständig dazwischen und verlangen eigentlich meine ungeteilte Aufmerksamkeit und ich scheue mich tatsächlich davor, mir jetzt noch mehr Stress ans Bein zu binden (was natürlich irgendwo witzlos ist, wenn ich gleichzeitig ständig dieses Weblog auffülle). Ich bin schon jetzt in mehreren Ermittlungsverfahren involviert, in der Regel zum Glück bloß als Zeuge, aber schon das kostet mich unfassbar viel Zeit. Dann will die Polizei noch mal und noch mal mit mir sprechen und ich muss mir wieder einen Tag Urlaub nehmen oder verpasse wieder einen Tag in der Uni und das kann ich gerade alles nicht gebrauchen.

    Und wenngleich ich es durchaus jenseits meiner Toleranzgrenze sehe, was dort in meinem Posteingang aufschlägt, glaube ich nicht, dass dort viel bei herumkommt. Im Endeffekt schreibt mir da jemand während eines Wutausbruchs ein paar unschöne Sachen, aber ich habe nicht die Befürchtung, in nächster Zeit auf dem Rad akut gefährdet zu sein. Wenn mir auf der Fahrbahn jemand unterbreitet, er werde mich das nächste Mal überfahren, wenn ich nicht wie alle anderen auf den Gehweg verschwinde, dann bringt der mich ja auch nicht gleich um.

    Ich habe mir vorhin mal ein paar Urteile und Kommentare zu § 241 StGB angesehen und gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft eine eventuelle Strafanzeige unmittelbar einstellen wird, ohne dass der Beschuldigte auch nur Post bekommt. Insofern stünden meine Bemühungen in einem ganz krassen Missverhältnis zu dem Aufwand, den ich hier betreiben müsste. Und unnötiger Aufwand ist etwas, was ich in meiner momentanen Lage ganz dringend vermeiden möchte. Hätte ich meine Bachelor-Arbeit hinter mir, also irgendwann im September, dann hätte ich mir den Spaß sicherlich gegeben.

    So denke ich mir aber: Ja, es sind unfassbare Reaktionen, die hoffentlich den künftigen Zustand auf der Straße nicht repräsentativ abbilden, aber andererseits unterscheidet es sich nicht sonderlich von den Kommentaren, die ich mir hin und wieder mal an der roten Ampel wartend anhören muss. Insofern pflege ich zumindest keine großen Ambitionen, das jetzt weiter zu verfolgen.

  11. Sagt mal, Malte und Marco, was sagt eigentlich dieser Kreisch-TV-Sender zu der Sache? Dieses .. hach wie heißt der Laden, der schon seit ewig für unsäglich dümmliche Beiträge bekannt ist, ach ja, RTL, was sagt eigentlich RTL zu dem Shitstorm und dem Mist, den sie mit der Sendung in Teilen produziert haben?

    Ich würde Marco ja in seinem Blog fragen, aber er hat wohl die Kommentarfunktion für „Fanpost“ abgeschaltet.

    Und ebenso wäre ja spannend, was der Herr Bundesverkehrsminister zu solcherlei Zuständen zu sagen hätte. :)) Neee, okay, war nen Scherz. Muss auch mal sein. Der Typ hat einen Großteil des Theaters ursächlich ja zu verantworten mit seinen komplett neben der Spur befindlichen Äußerungen über „Kampfradler“, bei gleichzeitigem Ignorieren von sachlicher Hinterfragung der Zustände und v.a. der Verhältnismäßigkeit des allg. Verkehrsgeschehens.

    Mit solchen Vorbildern in Sachen Diskussionskultur, hier auf Bundesebene, ist es ein leichtes keinen Schritt vorwärts zu kommen und so zu tun, als sei bisher doch alles Paletti! gelaufen mit der über viel zuviele Jahre verfehlten Verkehrspolitik.

    1. Kommentarfunktion funktioniert wieder … das war keine Absicht.
      Ich habe die Redaktion auf Shitstorm, Beleidigungen & Drohungen hingewiesen und auch auf den nicht richtigen Fakt, daß „Laufenberg gegen die Stoßstange“ gefahren wäre. Ob da noch was offzielles, verwertbares aus der Richtung kommt, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen.

  12. Wenn schon kein Versuch der Anzeige gemacht wird – ich verstehe deine Kosten-Nutzen-Abwägung voll und ganz – würde ich doch zumindest der Redaktion von SternTV eine Mail schicken mit den Reaktionen. Das wäre bestimmt interessant.

    Solidarische Radler-Grüße
    Tim

  13. Ja der Deutsche und sein Auto. Wenn er könnte würde er es mit ins Bett nehmen…

    Heftig, welche heftigen Reaktionen der unsäglich einseitige und polemische Beitrag bei SternTV hier für einen eigentlich Unbeteiligten hervorgebracht hat. Und in einigen Verkehrsforen brüsten sich die Autofahrer noch damit, daß sie sich mit Pfefferspray gegen die „Kampfradler“ bewaffnet haben.

    Da kann man sich in den nächsten Monaten als Radler wohl auf einige dämliche Reaktionen einstellen. Dabei könnte es so einfach sein. Ich nutze beides (Auto und Rad) und versuche meine Erfahrungen, die ich mit dem Rad mache als Autofahrer umzusetzen, um andere Radler nicht zu gefährden.

    Leider werde ich als Autofahrer schon von anderen Autofahrern dafür angefeindet, wenn ich deshalb langsamer fahre oder beim Abbiegen länger warte. Argumente wie „Soll ich den Radfahrer umfahren“ werden oftmals mit „Du hattest doch Vorfahrt“ beantwortet. Und genau darum geht es in diesem Land: „Recht haben und Recht behalten!“

    Das ersetzt an vielen Stellen leider das Denken! Bestes Beispiel sind ja die Mails, die Du bekommen hast.

  14. Auf den Straßen herrscht Krieg, ob nun real oder virtuell. Die emotionalen Gehirnblähungen in Maltes Inbox beweisen dies einmal mehr. Ich fahre sowohl Auto als auch Fahrrad in der Stadt. Fahrrad nicht zuletzt am liebsten, weil es das sinnvollere Verkehrsmittel ist.

    Auseinandersetzungen wie „Der böse Kampfradler“ gegen Autofahrer sind Medienmüll der für Quote sorgen soll. Ablenken tut dies meiner Meinung nach nur von den Realitäten des Versagens von Politik und Stadtplanung. Versagen „leider“ nicht nur aus Unfähigkeit sondern als Resultat erfolgreicher Lobbyarbeit der Automobilindustrie.

    Solange sich die Verkehrsteilnehmer bekriegen, kommt keiner auf die Idee nach sinnvollerem Konzepten zu Fragen bzw. ein sinnvolleres Miteinander gestalten zu wollen.

    Herr Ramsauer mit seiner Kampfradler Rhetorik passt da schön ins Bild. Aber vielleicht geht es nicht anders, wenn man in seiner Studienzeit anstatt auf dem Rad, in einer pflichtschlagenden Burschenschaft aufwächst.

  15. Ohne Scheiß … Mach dir die Mühe, und zeige sie alle wegen Beleidigung, Bedrohung (und Planung eines Mordes?) an. Macht Arbeit, aber es gibt Leute, die haben einen Dämpfer verdient, und diese gehören auf jeden Fall dazu.

    Über entsprechende Rechtswege kommt der Anwalt auch über die IP an den Anschlussinhaber dran.

  16. „Ihr seid keine Autofahrer, daher habt ihr nicht die gleichen Rechte!“ Ääh. GEIL! Wenn für mich die Auto-Gesetze nicht gelten, dann ERLAUBT mir der Autor ja sogar, anders zu fahren als er! GEIL!

    „Ihr habt vorausschauend zu fahren!“ ääh, ›Ihr‹ [hier gemeint: Autofahrer] etwa nicht? Würde ich nicht vorausschauend fahren, wäre ich von ›Euch‹ [hier gemeint: Autofahrer] schon tausende Male blutig hingerichtet worden.

    „Geht zu Fuß, wenn s euch zu gefährlich ist -.-“ Gehen Sie doch bitte zufuß, wenn Ihnen die Gesetzeslage für Radfahrer und kleinteils eben doch sogar auch einmal gegen Autofahrer nicht paßt. Und denken Sie bitte an die Interpunktion.

    „Wenn es einen Fahrradweg gibt, dann sollte dieser, auch benutzt werden es ist schließlich zu deiner Sicherheit.“ Oh, echt? Scheiße, dann habe ich hier einen Fehldruck der StVO liegen?! So, wie der Paragraph zwei, Absatz 4 in meiner Version der StVO lautet, würden Sie bei einer heutigen Fahrprüfung durchfallen. Erschreckend genug, daß Sie dennoch immernoch Auto zu fahren scheinen, wenn Sie mit derart falschen Überzeugungen Ihre geschätzten 1,5 Tonnen Stahl lenken. Die Bundsesanstalt für Straßenwesen [das ist ein Regierungs-Institut, keine Kampfradler-Vereinigung] ermittelte: »Die hier untersuchten Straßen mit nicht benutzungspflichtigen Radwegen weisen nach Aufhebung der Benutzungspflicht – ebenso wie auch Straßen mit weiterhin benutzungspflichtigen Radwegen – eine niedrigere Unfalldichte als in den „Vorher“-Vergleichsjahren auf« [aus: „bast – Verkehrstechnik – Heft V184“]. Zwischen Prädikat und Objekt gehören übrigens nur in Ausnahmefällen Kommata, zwischen zwei Hauptsätzen empfiehlt sich hingegen die Anwendung.

    „Wir autofahrer zahlen mit unseren Steuern deine Radwege und als ,,Dankeschön” blockst du uns auf der Straße..“ Wir Radfahrer zahlen mit unseren Steuergeldern die Fahrbahnen, auf denen das Gesetz uns großteils das Recht zu fahren gibt. Als Dankeschön hupen, beleidigen, scheibenwaschen, ausbremsen, schneiden, anspucken und handgreiflichwerden Sie uns auf der Fahrbahn. Anführungszeichen finden Sie übrigens auf einer QWERTZ-Tastatur als Großbuchstabe über der zwei.

    „du arschloch fährst mitten au fder straße und blockierst den verkehr“ Personalpronomina schreibt man in Anreden groß, und uns zu duzen haben wir Ihnen Arschloch nicht angeboten. Vielen Dank für Ihre Rücksichtnahme diesbezüglich im weiteren Schriftverkehr. Zum Sachlichen: Die von Ihnen genannte ›Straße‹ beinhaltet Fahrbahn, Radweg, Fußweg und teilweise Grünflächen. Mitten au falledem gleichzeitig zu fahren, ist mir als Betreiber einspuriger Fahrzeuge fern von möglich. Einen Teil der Straße muß ich mir jedoch aussuchen, denn über Dachgiebel und durch Gärten fährt es sich erschwerlich. Ich fahre au fdem Radweg, sofern möglich, und au fder Fahrbahn, sofern gesetzlich zwingend. Au fder Fahrbahn fahren zu müssen, ergibt sich au sder gesetzlichen Regelung gemäß §2(4)StVO in grob geschätzten 90% aller in der Stadt von mir zurückgelegten Strecken. Weiterhin zum Sachlichen: ›Der Verkehr‹ definiert sich au sdem Zusammenspiel vieler sich fortbewegender Menschen au fden dafür vorgesehenen Flächen: Straßen. Diese wiederum beinhalten Fahrbahnen, Radwege, Fußwege und teilweise Grünstreifen. ›Der Verkehr‹ wird von mir nicht behindert. Ich glaube, daß Sie sich etwas kryptisch mit unrichtigen Vokabeln auf einen Zwang beziehen, den ich auf den ›Kraft‹-Verkehr unweigerlich –jedoch nicht mehr, als nach den Umständen vermeidbar– von Zeit zu Zeit ausübe. Dieses sei der Zwang, als Kraftfahrzeugführer manchmal nicht nur wegen in maßloser Überzahl in Betrieb befindliche Kraftfahrzeuge pro Wohnfläche sich stauender Kraftfahrzeuge langsam zu fahren, sondern gelegentlich auch wegen auf die Fahrbahn gehörender Radfahrer.

    „du bestätigst mein vorurteil dass die meisten radfahrer einfach nur hirnlose spasten sind“ Ihre Rechtschreibung ist hirnlos.

    „Wenn´s euch auf dem RAdweg zu gefährlich ist, geht zu fuß oder fahrt mit dem auto….“ Wenn es jemandem als Zivilist im Krieg zu gefährlich wird, raten Sie ihm, statt vor den Waffen zu stehen, sich zur Armee einberufen zu lassen? Gibt es unter Autofahrern weniger Verkehrstote als unter anderen Verkehrsteilnehmern? Nein.

    „Ihr Radfahrer seit alle Wickser.“ Seid wann schreibt man das denn mit einem K in der Mitte?

    1. Geiler Kommentar! Zwar werden ca. 99% der „Hassmailschreiberlinge“ deiner/unserer Argumentationskette in keinsterweise folgen können, ist aber zu schade daß das hier einfach nur „verstaubt“…

  17. Zugegeben, die Kommentare sind wirklich krass, aber soviel anders als das, was ich schon mal bei Thekenabenden mit Freu… ähh guten Bekannten höre sind sie LEIDER auch nicht.
    Als ich mal von einer Critical Mass erzählte, kam umgehend:“ den letzten fahr ich um und die anderen machen Platz.“
    Was soll man da sagen außer „Prost“?
    Dann kann man wenigstens was runterspülen. ;-(

  18. Also ich fahre ja nun auch schon seit Jahren Fahrrad. Schon seit der Kindheit und im Jugendalter dann im Verein, seitdem auch Lizenzrennen. Seit 2 Jahren bin ich nun in Köln. Und in der ganzen Zeit (und nicht nur in Köln) ist es mir nie passiert, dass jemand aus seinem Auto gesprungen ist und mich verprügeln wollte. Normalerweise macht das ein Autofahrer auch nicht. Wenn man schon nicht gegen das Auto gefahren ist, was ich ja auch nicht unterstellen möchte, muss ja trotzdem irgendwas passiert sein, dass der Fahrer so ausgerastet ist. Ist natürlich auch nicht die feine Art und ne Gewalttat, aber irgendwas muss doch da passiert sein, dass der Herr entsprechend so reagiert hat.

    Ich weiß ja nicht ob ich zu rücksichtsvoll fahre, aber wenn ich auf dem Rennrad sitze und auf der Straße fahre, dann fahre ich meist ausreichend rechts und nicht mittig auf der Straße. Da kommt es nie zu Problemen. Das hat immer was mit dem Miteinander zu tun. Bin auch jahrelang in Holland gefahren, und dort auch mit dem Rennrad immer auf dem Radweg. Genauso mache ich das hier mit dem Stadtrad und die Probleme, die einige schildern (vielleicht nicht in diesem Beitrag, aber mal allgemein), kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
    Meines Erachtens gibt es genauso viele (entschuldigt die Ausdrucksweise) Idioten auf dem Rad, wie im Auto. Und gerade diese Idioten bombadieren einen dann mit solchen abartigen Kommentaren, wie Wenn ich sehe, dass manche mit 10 oder 15 km/h mittig auf der Straße wirklich rumeiern, obwohl man auch bei dem Tempo den Radweg nutzen könnte, kann ich nur kopfschüttelnd auf dem Radweg vorbei fahren. Und das sind nicht wenige, die sich gerade mal so auf dem Rad halten können. Klar sind Fahrradfahrer Verkehrsteilnehmer, aber so wie viele fahren, ist es doch wirklich sinnvoller, diese auf dem Radweg fahren zu lassen.

    1. Ich hatte einmal eine Situation, wo mir ein Autofahrer Prügel angedroht hatte, nur weil ganz legal auf der Fahrbahn und nicht auf dem (extrem schmalen) nicht benutzungspflichtigen Radweg gefahren bin. Eigentlich hätte ich die Polizei holen sollen aber ich hatte wenig Zeit und da ich keine Zeugen hatte, wäre die Sache wahrscheinlich sowieso im Sande verlaufen. Mit dem Hinweis „Denken Sie an Ihren Führerschein“ hat sich die Situation dann schnell enspannt und der Idiot ist wieder eingestiegen. Zu der Situation im Video kann ich nichts sagen, weil nicht wirklich erkennbar ist, ob es zu einer Berührung gekommen ist. Allerdings gibt es leider immer noch Autofahrer, die sich allein durch die Existenz von Radfahrern auf der Fahrbahn gestört fühlen und aggressiv werden.

      Was meinst du mit „ausreichend rechts und nicht mittig auf der Straße“? Viele Radfahrer fahren viel zu eng neben dem Parkstreifen und bringen sich dadurch selbst in Gefahr, wenn jemand plötzlich und ohne zu Schauen eine Autotür öffnet. Daher sollte man von einem Parkstreifen einen ausreichenden Abstand (ca. 1.2-1.5m) halten, womit man bei einer normal breiten Fahrspur neben dem Parkstreifen etwa mittig auf der Spur fährt. Autofahrer werden dadurch nicht zusätzlich behindert, weil man sowieso nur mit ausreichend Abstand überholen kann, wenn die Spur daneben frei ist.

      Auch bei langsamer Geschwindigkeit bringen Radwege unnötige zusätzliche Gefahren. Auf der Fahrbahn führt eine geringe Geschwindigkeit dagegen nur selten zu wirklich gefährlichen Situationen. Von hinten wird man nahezu immer rechtzeitig gesehen und wer einen gesehen hat, der fährt einen nicht um. Dazu kommen die regelmäßigen Behinderungen durch Vorfahrtmissachtung (durch die beschränkte Sicht wegen dem Parkstreifen zwischen Radweg und Fahbahn), unvorsichtige Fußgänger oder Hindernisse auf dem Radweg. Außerdem haben die meisten Radwege einen deutlich schlechteren Zustand als die Fahbahn daneben. Da habe ich volles Verständnis für Radfahrer, die auch bei relativ langsamer Geschwindigkeit die Fahrbahn wählen. Die Radfahrernovelle ist nicht nur für schnelle Rennradfahrer sondern auch für normale Radfahrer, die aus irgendeinem Grund nicht so schnell fahren wollen oder können. Auch wenn ich mit einem voll beladenen Anhänger (50-100kg) bei Steigung nicht besonders schnell fahre, ist das für mich kein Grund, auf einen Radweg auszuweichen.

    2. Also ich fahre ja nun auch schon seit Jahren Fahrrad. Schon seit der Kindheit und im Jugendalter dann im Verein, seitdem auch Lizenzrennen. Seit 2 Jahren bin ich nun in Köln. Und in der ganzen Zeit (und nicht nur in Köln) ist es mir nie passiert, dass jemand aus seinem Auto gesprungen ist und mich verprügeln wollte. Normalerweise macht das ein Autofahrer auch nicht. Wenn man schon nicht gegen das Auto gefahren ist, was ich ja auch nicht unterstellen möchte, muss ja trotzdem irgendwas passiert sein, dass der Fahrer so ausgerastet ist. Ist natürlich auch nicht die feine Art und ne Gewalttat, aber irgendwas muss doch da passiert sein, dass der Herr entsprechend so reagiert hat.

      Ich kann dir da gleich mal ein paar Beispiele liefern. Das erste befahre ich beinahe jeden Tag auf dem Weg zur Uni, da haben wir nämlich diese ultramegacoolen Schutzstreifen bekommen. Die sind von der Breite eigentlich nie in Ordnung, weil man sich ständig in der Door-Zone aufhält — einige Kommilitonen, ganz sicher keine Kampfradler, sind da tatsächlich schon mal unfreiwillig über die plötzlich im Weg hängende Tür geflogen.

      Zwei Phänomene gibt’s da. Erst einmal wird der Schutzstreifen ständig beparkt, denn irgendwo muss man ja parken. Wenn’s blöd läuft, parkt alle zehn oder zwanzig Meter ein Fahrzeug, so dass jedem einleuchten sollte, dass dieser Schutzstreifen nicht befahren werden kann. Bleibt man permanent links auf dem Schutzstreifen, kann man sich auf entsprechende Sanktionen der Kraftfahrer verlassen.

      Am einen Ende der Straße verjüngt sich der Schutzstreifen plötzlich auf eine Breite eines Fahrradlenkers, weil auf der Fahrbahn einfach kein Platz mehr war. So etwas kann man nicht befahren, gerade weil rechts davon Kraftfahrzeuge parken und schon der Außenspiegel eines Kleinwagens in den Schutzstreifen ragt. Diese Konstruktion ist der letzte Blödsinn, aber fährt man dort links der gestrichelten Linie, was schon alleine der physikalischen Gesetze wegen geboten ist, gibt’s ebenfalls umgehend Krawall.

      Oder: Ein nicht benutzungspflichtiger Radweg ist aufgrund einer Baustelle gesperrt und man muss zwangsläufig auf der Fahrbahn fahren. Vom bloßen Ignorieren eines benutzbaren, aber nicht benutzungspflichtigen Radweges will ich hier ja gar nicht erst anfangen. Obwohl jeder Kraftfahrer sehen sollte, dass dieser Radweg aufgrund einer klaffenden Baugrube schlichtweg nicht vorhanden ist, wird mir erklärt, ich hätte auf der Fahrbahn nichts verloren. Vielleicht dachte jener Kraftfahrer, ich hätte den Gehweg nebenan benutzen müssen. Vielleicht hat er auch gar nichts gedacht.

      Vorhin wurde ich dicht überholt, als ich in einer Tempo-30-Zone mit dem Rad schon knapp über dem Tempolimit unterwegs war. Vorher hatte der Kraftfahrer aber aufgrund der enge der Fahrbahn keine Überholmöglichkeit und sah mich wohl in der Pflicht anzuhalten und mein Rad über die parkenden Autos zu hieven, hat er mir wenigstens so erklärt.

      Und dann wurde ich vor einer knappen Stunde noch beschimpft, weil ich einen freigegebenen Gehweg nicht benutzt hatte.

      Vielleicht wohnst und fährst du glücklicherweise in einer ruhigen Gegend. In Hamburg ist es leider nicht so ruhig und ich glaube kaum, dass die Aggressionen allein daher rühren, dass ich zum rechten Fahrbahnrand und zu parkenden Autos einen gewissen Sicherheitsabstand einhalte. Sicherlich gibt es genügend Möglichkeiten, den Kraftfahrer provokativ zur Weißglut zu treiben — beispielsweise mit der Ignorierung eines nach § 2 Abs. 4 StVO nicht benutzungspflichtigen Radweges. Mir ist klar, dass ein solches Verhalten meinerseits entsprechende Reaktionen der Kraftfahrer nach sich zieht. Und sicherlich ist auch problematisch, dass ich nicht immer dort radle, wo es der Kraftfahrer von mir erwartet — ich bin beispielsweise in einer Straße, in der alle Radfahrer ordnungswidrig auf dem Gehweg herumklingeln, der einzige Fahrbahnradler, das passt natürlich auch nicht jedem. Vielleicht müsste ich da auch nach § 1 Abs. 1 StVO ordnungswidrig den Gehweg benutzen: Dagegen verwehre ich mich aber weiterhin.

    3. Marcel, bei mir um die Ecke gibt es eine Durchgangsstrasse durch ein Wohngebiet. Diese hat nette kleine Radwege – so 80cm Breit und die sind uneben und wegen der ganzen Ein- und Ausfahrten ist es ein dauerndes Auf und Ab. Auf der einen Strassenseite darf auf der Fahrbahn geparkt werden, so dass Autos bei entgegenkommendem Verkehr anhalten müssen. Das scheinen Sie problemlos hinzunehmen, aber wenn ein Radler mit 15 oder 20 Km/h auf der Fahrbahn fährt, dann bekommen Sie sich kaum mehr ein und veranstalten ein Hupkonzert, etc.
      Autofahrer und auch Du müssen einfach irgendwann mal kappieren, dass sich bewegende Radfahrer viel weniger ein Hindernis sind, als die meisten Autos. Warum ist es für viel so schwierig einfach mal ein paar Metern hinter einem Fahrrad daherzufahren?

      Und was den Abstand zum Seitenrand angeht: 80cm zum Fahrbahnrand und 1,20m zu parkenden Autos sollten es schon sein – da befindet man sich automatisch fast auf der Mitte der Fahrspur und verhält sich im Gegensatz zu Dir auch noch völlig korrekt.

      1. Das bedeutet also, weil ich zu wenig Abstand zum Rand lasse verhalte ich mich inkorrekt. Gut zumindestens habe ich damit nie meine Probleme. Ich finde beim wenn man schon auf der Straße fährt, kann man sich auch ein bisschen in den Verkehr eingliedern/integrieren. Die ein oder zwei Idioten im Auto gibt es immer, genauso wie auf dem Rad. Klar fahre ich auch nicht immer am Rand, aber wenn man sieht, man könnte es jemandem mal erleichtern zu überholen, dann kann man auch mal eben etwas zur Seite fahren, wenn es die Straße zulässt. Hat auch was mit vorausschauender Fahrweise zu tun. Man sollte zumindestens den Verkehr und auch den Seitenstreifen im Auge haben. Je öfter man das macht,desto mehr verinnerlicht man sowas. Vielleicht habe ich es auch einfach mehr gelernt, mich mit anderen Verkehrsteilnehmern zu verständigen und umzugehen, was bei manchen vielleicht nicht so ist. Also ich denke Fehler werden auf beiden Seiten gemacht. Möchte mich hier ja auch nicht auf die Seite von Autofahrern stellen, weil ich zustimmen möchte, dass bei denen im Umgang mit Radfahrern aller Art viel falsch gemacht wird. Gerade was irgendwelche Erziehungsversuche ggü. Radfahrern angeht.

        Zum Thema Überholen, da gibt es Länder, dort ist es viel schlimmer. Bin schon mehrmals für Trainingslager in der Toskana gewesen und dort könnte man sich locker an jedem überholendem Auto festhalten, weil es so eng ist. Man fühlt sich aber trotzdem sicher, weil mal merkt, dass diese das Überholen einfach können.

        Bin übrigens in Wilhelmsburg aufgewachsen. Der Stadtteil hat ja nicht gerade den Ruf eine ruhige Gegend zu sein.


        1. Das bedeutet also, weil ich zu wenig Abstand zum Rand lasse verhalte ich mich inkorrekt. Gut zumindestens habe ich damit nie meine Probleme. Ich finde beim wenn man schon auf der Straße fährt, kann man sich auch ein bisschen in den Verkehr eingliedern/integrieren.

          Das Rechtsfahrgebot der StVO sagt übrigens nichts darüber aus, wieweit man rechts fahren muss. Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Im Prinzip sagt der Gesetzgeber nur, dass du dich auf der rechten Strassenhälfte aufhalten sollst.

          Es gibt auch einige Gerichtsurteile zum Abstand von Radfahrern zum rechten Rand. Interessant ist, dass die Richter nie gesagt haben, dass man einen Höchstabstand einhalten soll, sondern es ging immer um einen Mindestabstand. Beispielsweise hat ein Radfahrer eine Mitschuld an einem Unfall bekommen, der zu dicht an parkenden Autos vorbei gefahren ist. Daher kommen die 1,5 m, die immer wieder in Diskussionen genannt werden.

          Auch rein rational ist es sinnvoll, sich mit genügend Abstand vom rechten Rand auf der Strasse bewegen. Erstens sorgst du so dafür, dass die Autofahrer ebenfalls genügend Abstand zu dir halten. Wenn man sich ganz rechts aufhält, versuchen Autofahrer immer wieder, sich auf die eigene Spur mit drauf zu quetschen. Besonders, wenn Gegenverkehr da ist und zwischen dir und der Gegenspur noch knapp eine Autobreite durchpasst. Warum sollte ich mich auf diese Art und Weise in den Verkehr „integrieren“? Ich bin nicht der Fussabstreifer der Motorisierten.

          Zweitens bist du mit Abstand auch wesentlich besser sichtbar, als wenn du sehr nah am Rand fährst. Sowohl Überholer von hinten als Linksabbieger von vorne können sich so wesentlich besser auf dich einstellen. Hier wird das mal ganz gut dargestellt:

          http://commuteorlando.com/wordpress/animations/lane-control/

          (Auf Play klickenn, Animation ganz durchlaufen lassen und dann nochmal klicken bei ‚See the savvy cyclist ride‘)

    4. Und in der ganzen Zeit (und nicht nur in Köln) ist es mir nie passiert, dass jemand aus seinem Auto gesprungen ist und mich verprügeln wollte. Normalerweise macht das ein Autofahrer auch nicht. Wenn man schon nicht gegen das Auto gefahren ist, was ich ja auch nicht unterstellen möchte, muss ja trotzdem irgendwas passiert sein, dass der Fahrer so ausgerastet ist. Ist natürlich auch nicht die feine Art und ne Gewalttat, aber irgendwas muss doch da passiert sein, dass der Herr entsprechend so reagiert hat.“

      Ich kann anhand des Videos nicht beurteilen, ob Marco das Auto nun touchiert hat, oder nicht. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es so war, wie Marco gesagt hat, und keine Berührung stattgefunden hat. Aber selbst wenn eine Berührung der Stoßstange stattgefunden hätte, hätte das den Autofahrer bestenfalls dazu berechtigt, auszusteigen und nachzusehen, ob ein Schaden entstanden ist (was mir eher unwahrscheinlich erscheint) und sich dann mit Marco verbal auseinanderzusetzen, und nicht dazu, ihn zu schlagen.

      Dazu, dass ja etwas passiert sein müsse, wenn der Autofahrer ausrastet, kann ich nur sagen: Leider gibt es Menschen, auch unter den Autofahrern, die keinen wirklichen Grund brauchen, um auszurasten. Glücklicherweise gibt es nicht so viele davon, aber ab und zu begegnet man ihnen leider. Das letzte Mal, als ich fast von einem Autofahrer verprügelt wurde, war ich Fußgänger. Ich wollte eine für mich grüne Ampel überqueren und als ich gerade die Fahrbahn betreten wollte, bretterte ein Linksabbieger um die Kurve und schnitt mir den Weg ab. Ich muss wohl den Kopf geschüttelt haben, jedenfalls bremste der Autofahrer dann plötzlich, stieg aus und kam unter Prügelandrohungen auf mich zu. Ob er es nicht in die Tat umgesetzt hat, weil er gemerkt hat, dass ich größer als er war und möglicherweise kräftiger aussehe, als ich es in Wirklichkeit bin, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht waren es auch die sehr schnell sich hinter seinem Auto sammelnden anderen Autofahrer, die offensichtlich bald ungeduldig wurden. Vielleicht hat es auch gemerkt, dass das Fehlverhalten auf seiner Seite war, aber davon merkte man nichts, als er unter weiteren Beschimpfungen zu seinem Auto zurück marschierte.

      Unabhängig aber davon, ob es sich nun um echtes oder nur eingebildetes Fehlverhalten des Anderen handelt, wer im Straßenverkehr so ausrastet, wie der Autofahrer in diesem Video, sollte nicht berechtigt bleiben, ein so potentielle gefährliches Fahrzeug wie ein Auto zu fahren.

    5. Wenn man sich bei Autofahrern nach der durch ihre innerörtlich durch Hupen angezeigten Huperei informieren will (ich hatte mal mein Fahrradschloss verloren, wurde vermutlich deswegen angehupt, hatte es aber leider ignoriert. Seit dem stoppe ich lieber und informiere mich über den Grund des Hupens), kommt schon gerne mal sowas wie „Teeren und Federn“, „Das nächste mal überfahre ich dich, zweimal“, „Mach dass du wegkommst, oder ich bringe dich um“.
      Wirklich handgreiflich gegen mich wurde aber bisher nur ein Radfahrer, den ich auf die rote Ampel und Geisterradeln hinwies.

  19. Solchen Losern, die im realen Leben vermutlich nicht den Mund aufbekämen, wenn sie Zeuge eine Straftat würden, aber in der Anonymität des Internets den starken Max markieren sollte man nicht allzuviel Beachtung schenken. Vermutlich sind diese Mailschreiber eher ein Fall für den Psychiater als für den Staatsanwalt.
    Viel schlimmer sind die in dem Video gezeigten Typen, die Marco tätlich bedrohen. Wer mit dem Führen eines Kfz überfordert ist und die daraus resultierenden Aggressionen an anderen Verkehrsteilnehmern auslässt, gehört mit schmerzhafter Geldstrafe und langjährigem Führerscheinentzug aus dem Verkehr gezogen.

  20. Oh man Malte, zuerst einmal drücke ich Dir die Daumen für die Prüfungen und die Arbeit. Und dann drücke ich allen Beteiligten die Daumen, sicher durch den Verkehr zu kommen. Ich muss sagen, dass ich schon ziemlich entsetzt von der „Bremer“ Art bin. Genau solche Aktionen vergiften in meinen Augen die Stimmung zwischen Auto- und Radfahrern. Ich bin vergleichsweise viel mit dem Rad unterwegs und habe in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass eine nicht ironische, um Verständnis werbende Ansprache bei den meisten Autofahrern haften bleibt und ganz eventuell etwas ändert. Gerade heute wieder hat mir ein Autofahrer fast seine Tür in den Weg gestellt, ich hatte ihn aber früh genug gesehen. Nach einem theatralischen Schlenker habe ich in angelächelt und ein „Puh, das war knapp, aber es ist nix passiert.“ hat uns dann ins kurze Gespräch gebracht. Er hat sich entschuldigt, und ich glaube, es tat ihm wirklich leid. Ein „A****loch, mach deine Sche***-Tür zu“ wäre sicherlich weniger verständnisfördernd gewesen. Ja, wir Radfahrer haben gleiche Rechte und gleiche Pflichten und sind vollwertige Verkehrsteilnehmer, aber wir sind nunmal die Schwächeren in der direkten Auseinandersetzung. Und da ist mir ein geläuterter Autofahrer lieber als ein aufgeheiztes Gemüt.

  21. Auch ich bin einer der ganz „schlimmen“ Radfahrer…
    Ich fahre täglich zur Arbeit und zurück mit dem Rad, mein erstes Problem sind parkende Autos auf dem Radweg, kaputte Radwege die zuletzt in den 60ern erneuert wurden und zu guter letzt zu langsame Autos im Berufsverkehr. Ja, richtig die Autos sind in meinem Fall meist zu langsam.
    Ich würde sagen ich bin ein recht aggressiver Verkehrsteilnehmer, allerdings achte ich jede Vorfahrt, benutze Radwege sofern sie heile sind und ich gute Sicht habe – zwischen Hauswand und halb zugeparkten Radwegen hat man meist keine gut Sicht was Kinder angeht etc., und bevor ich ein Kind auf dem Radweg umfahre, fahre ich auf der Straße (bei Geschwindigkeiten zwischen 30 und 40 KM/h).
    Wenn ich auf der Straße fahre erwarte ich von Autofahrern so wie auch von anderen Fahrradfahrern das sie einfach an die STVO halten. Ich weiß echt nicht warum leider sehr viele Radfahrer sich an keine Regeln halten, aber noch viel weniger verstehe ich die Autofahrer, die offensichtlich meinen wir (Radfahrer) seien Zielscheiben bzw. es gehöre zum guten Ton uns von der Straße zu drängen.
    Dabei verstehe ich das Problem echt nicht, selbst wenn mich mal ein Auto überholt, habe ich es an der nächsten Ampel wieder eingeholt, entsprechend hat das Überhohl-Manöver unnötiger Weise mein Leben gefährdet, den Führerschein des Kraftfahrzeughalters und einfach die Nerven von mir und dem Autofahrer. Ich würde es ja verstehen wenn ich in der 50er-Zone, mit 20 KM/h mitten auf der Spur fahren würde, aber ich erlebe es täglich das mich Autos in der 30er-Zone, während ich mit 40 KM/h unterwegs bin, mit locker 50 KM/h hupend überholen.
    Noch eine kleine Bemerkung an die Autofahrer, ja ihr zahlt mit euren Steuern den Erhalt der Straßen aber nicht das allein Recht sie zu nutzen, ihr zahlt die Abnutzung der Straßen, wir Radfahrer machen die Straßen im Gegensatz zu euch nicht kaputt.

  22. Die Überschrift hat mich fasziniert! Genau diesen Satz habe ich mir anhören müssen. Allerdings auf einem sehr schmalen Wanderweg im Harz, als ich zwei schwarzgekleideten Radlerm mit Helm und verspiegeltem Visier nicht schnell genug aus dem Weg gesprungen bin. Ich hielt das für eine Ausnahme und habe es abgehakt – bis es mir vor kurzem mit leicht anderer Formulierung wieder nachgerufen wurde.

    Zur Beruhigung der Leser, ich stamme aus Oldenburg und fahre seit meinem 1. Lebensjahr Fahrrad, ich habe kein Auto, aber ich gehe auch gern zu Fuß.

    An beliebten Ausflugsorten, wie dem Zwischenahner Meer, dem Steilufer an der Ostsee bei Timmendorf, auf Usedom, am Brocken oder Weimar hat man als Fußgänger kaum noch eine Chance ohne ständige „Sprungbereitschaft“ zu überleben. Ganz schlimm sind ältere Männer, die normalerweise nicht mehr in der Lage wären Fahrrad zu fahren, auf Pedelecs oder E-bikes – sie fegen jeden vom Weg.

    Es ist kein Ausweg, auf Autofahrer zu schimpfen, was dem Fahrradfahrer der Autofahrer ist dem Fußgänger der Fahrradfahrer. Wir müssen Lösungen suchen, deren Wege zu trennen, den auf gemeinsamen Wegen verliert immer der Schwächere. Von sich selbst zu glauben, man sei der bessere Verkehrsteilnehmer ist kein Lösungsansatz.

    Ich vermeide im Urlaub Orte, die für Fahrradfahrer gut geeignet sind, ich möchte gesund wieder nach Hause kommen. Für mich ist mein Fahrrad ein Alltagsgegenstand, ich benutze es gern, aber ich nehme mir deshalb nicht heraus, anderen auf die Nerven zu gehen.

  23. ich finde es wird immer schlimmer auf den Straßen
    Man wird mit aller Kraft und Aggression von den Kraftfahrzeugen von der Straße abgedrängt obwohl man sich an die Verkehrsregeln hält. Gestern von einer hektischen Autofahrerin mit derartigen Gehupe weg gedrängt so daß ich auf den Fußweg ausweichen musste. Hat dann auch noch Vollgas gegeben ich guckte vorher mir ihr Nummernschild an und dann haute sie mit Geschimpfe und hysterischen Geschrei ab. Und ich war froh. Hätte schlimmes passieren können. Ist das jetzt das neue Recht, Radfahrer so zu behandeln?

    Kraftfahrzeuge verursachen weitaus größere Schäden als Radfahrer

    manchen gehört der Führerschein auf Lebenszeit entzogen und verdammt, auf ewig Beifahrer/in oder Passagier in Bus und Bahn zu sein

    Meine Meinung

    eine rücksichtsvolle Radfahrerin

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