Hartaberfair und die widerliche Doppelmoral

50 Minuten dauerte es, bis endlich das Thema Fahrradfahren diskutiert wurde und ja, wie es sich für eine lockere Talkrunde im Abendprogramm gehört, wurde zur Einstimmung der Kampfradler serviert. Ein kleines Einspielfilmchen präsentiert den Radfahrer als Anarchisten, der gegen Einbahnstraßen, auf dem Gehweg und über rote Ampeln fährt. Prinzipiell galt spätestens hier, was schon die vorigen 50 Minuten lang galt: Anschauen braucht man sich den Stuss nicht.

Drei weitere Minuten dauerte es bis zum Begriff des Kampfradlers.

Manuel Andrack, mittlerweile aus Harald Schmidts Schatten erwachsen und sogar mit einer Fahrerlaubnis ausgestattet, fährt „natürlich“ bei ganz gefährlichen Straßen ohne Radweg auf dem Gehweg, Einbahnstraßen, tja, das mit den freigegebenen Einbahnstraßen, das kapiert ja eh kein Mensch und dass auch gegenüber einem Radfahrer die bewährte Rechts-vor-links-Regelung gilt, schade, dass lernte der Führerscheinneuling auch erst in der Fahrschule. Andrack fiel in dieser Runde der Ahnungslosen gar nicht weiter auf, aber karikierte immerhin ganz prima das Bild des durchschnittlichen Verkehrsteilnehmers, der von den Regeln nur bedingt Ahnung hat, aber wenigstens noch darüber lachen kann.

Es war schon ziemlich traurig, was die ARD am Montagabend im Programm bot: Blitzer, Steuern, City-Maut – freie Fahrt nur für reiche Bürger?

Ein Tempolimit will die Politik Deutschlands Autofahrern nicht zumuten und hält sie so bei Laune. Gleichzeitig wird abkassiert wie nie zuvor: Mit Kfz- und Spritsteuern, teureren Knöllchen und bald auch mit Mautgebühren? Wie lange macht Autofahren so noch Spaß? Und sind die vielen Auflagen für Autos nur blinde Regelungswut – oder am Ende nötig, weil wir sonst im Verkehr ersticken?
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Immerhin: Es ging nicht primär um Radfahrer. Ganz im Gegenteil, die lustige Talkrunde dümpelte eine ganze Weile lang herum, schrammte am Tempolimit vorbei und tat sich auch ansonsten nicht mit besonderen intellektuellen Glanzleistungen hervor. Die Berliner Autohausbesitzerin Heidi Hetzer als Vertreterin der „Freie Fahrt für freie Bürger“-Fraktion durfte ihre Ängste über Radfahrer darlegen und erhält viel Applaus für ihre Ansage gegenüber unbeleuchteten und dunkel gekleideten Radfahrern — dass fehlendes Licht, so ärgerlich es durch die Windschutzscheibe auch sein mag, sicherlich ärgerlich ist, aber weder zu den Hauptunfallursachen zählt noch den Kraftfahrer vom Sichtfahrgebot entbindet, das war wohl zu viel Detailwissen in einer solchen Sendung.

Hetzers nächste Argumentation geht im Beifall unter, richtet sich aber an die Radfahrer, die von rechts kommend Hetzer beim Ausfahren aus ihrem Grundstück stören. Mutmaßlich haben die Radfahrer in dieser Fahrtrichtung dort nichts verloren, aber trotzdem Vorfahrt, und auch wenn sich die Dame mit der etwas peinlichen autoförmigen Handtasche bitterlich beklagt, trägt sie nunmal die Hauptschuld an so einem Unfall, die sie auch bekäme, nähme sie einem just in diesem Moment auf der Fahrbahn überholenden, also auf der linken Fahrspur fahrenden Fahrzeug die Vorfahrt. Bei einer solchen relativ eindeutigen Situation hilft auch der erboste Hinweis auf die fehlenden Kennzeichen nichts; ja, man weiß sofort, wohin die argumentative Reise geht. Gezeichnet wird wieder das Bild des rücksichtslosen Radfahrers, gegen den etwas getan werden muss, ohne dass jemand auf die Idee käme, bei Falschparkern, Rotlichtverstößen oder Geschwindigkeitsübertretungen gleich mit dem Kennzeichen zur Polizei zu laufen, aber wenn Radfahrer gegen die Regeln verstoßen, was hier keinesfalls gutgeheißen werden soll, dann klingeln sämtliche Alarmglocken.

Hetzers Probleme mit der Straßenverkehrs-Ordnung werden immer größer, mit dramatischer Stimme erklärt sie die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht am Berliner Kaiserdamm und echauffiert sich über die Radfahrer, die sich alles erlauben könnten und sich an keine Regeln halten und darum auf der Fahrbahn radeln. Man weiß gar nicht, wie wenig man von der Radwegbenutzungspflicht verstehen kann, denn wenn die Schilder an dieser Berliner Prachtstraße abgeschraubt worden sind, gab es offenkundig ja berechtigte Bedenken gegen die Nutzung des Radweges, mitnichten verstoßen Radfahrer gegen irgendeine Regel, wenn sie in Ermangelung blauer Schilder auf die Fahrbahn wechseln, sie sind noch nicht einmal moralisch angreifbar, denn Hetzer muss nun wenigstens nicht mehr fürchten, beim Ausfahren aus einem Grundstück oder beim Abbiegen einen Radfahrer umzubügeln. Freuen Sie sich doch mal, Frau Hetzer! Recht entrüstet musste Hetzer feststellen, dass ihr niemand mehr zuhörte, vermutlich waren die meisten bei der seltsamen Argumentation über Radwegbenutzungspflichten ausgestiegen.

Ein Problem dieser Sendung war sicherlich, dass jeder seine Meinung sagen musste, auch wenn er eigentlich keine Ahnung hatte. Das schlimmste an dieser Stelle: Von den angesetzten 75 Minuten waren noch immer knapp 20 übrig.

Es spricht nun Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer über die Sicherheit im Radverkehr und es steht die Befürchtung im Raume, dass das Niveau nicht gerade steigen wird. Radfahrer müssten sich endlich regelkonform verhalten, fordert er, man möchte schon fragen: „So regelkonform wie Kraftfahrer?“ Hetzers Ausführungen bezeichnet er als traurige Entwicklung, als Bundesverkehrsminister hat er also weder einen Schimmer von den Verkehrsregeln noch wenigstens die Sache mit den Benutzungspflichten verstanden, man müsse die moralische Überlegenheit der Radfahrer endlich in den Griff bekommen und weil er diesen Begriff mit der Unfallstatistik vermengt, impliziert er, das einzige Sicherheitsproblem der Radfahrer wäre deren Verhalten. Kein Wort zu mangelhaften und gefährlichen Radverkehrsanlagen, den üblichen Kram mit den toten Winkeln an Kreuzungen, keine Erwähnung des unzureichenden Verkehrsunterrichtes an Schulen — immerhin kommen weder Warnwesten noch Fahrradhelme zu Wort.

Und jetzt wird es schön, zu schön beinahe, aber auch nur ganz kurz, denn während Ramsauer beinahe mit den Fäusten auf den Tisch hauen möchte, weil Verkehrsregeln nunmal auch für Radfahrer gelten, fragt Plasberg ihn nach der Bedeutung von Zusatzzeichen 1000-32, also dem Fahrrad mit den beiden Pfeilen nach links und rechts, das fälschlicherweise gerne unter Stop- und Vorfahrt-achten-Schildern abgebracht wird, eigentlich aber nach oben gehört und ein Hinweis auf die Vorfahrt kreuzender Radfahrer ist, die hier ganz legitim, Vorsicht, Frau Hetzer, auch von rechts radeln dürfen. Ramsauer greift verlegen zum Wasserglas, hat keine Ahnung, immerhin weiß Andrack Bescheid, zwei andere machen blöde Bemerkungen und zeigen deutlich, dass die mangelnde Regelkenntnis, die ein paar Sekunden zuvor noch einstimmig bei Radfahrer beklagt wurde, bei Kraftfahrern ein gesellschaftlich akzeptiertes Problem ist. RTL-Formel-1-Mann Kai Ebel rätselt an einem Überholverbot für Lastkraftwagen, Kraftomnibusse und Personenkraftwagen mit Anhängern herum und meint, das Überholverbot gelte ausgerechnet für die gezeigten drei Fahrzeuggruppen nicht, merkt aber noch nicht einmal, dass seine Interpretation vollkommener Schwachsinn ist, merkt es dann doch und verschlimmbessert sich, man dürfe keine Personenkraftwagen überholen, sondern nur Lastkraftwagen, Kraftomnibusse und Personenkraftwagen mit Anhängern. Es wird nicht gerade besser, Hetzer weiß auch nichts, „sehr kompliziert“, nicht einmal Ramsauer kann eine relativ einfache Überholverbotsbeschilderung interpretieren.

Alle lachen, alle applaudieren begeistert, entgeistert staunen bloß die regelkundigen Radfahrer über die verlogenen fünf Minuten, die da gerade über die Mattscheibe flimmerten. Man mault und hetzt und propagiert unablässig gegen Radfahrer, die nicht auf dem Radweg und gegen Einbahnstraßen fahren, die sich nicht an die Regeln hielten, obschon nicht ein einziger von Plasbergs Gesprächspartnern die Regeln aufsagen kann und noch nicht einmal ein simples Überholverbot erklären kann? Das ist doch vollkommen bescheuert, brüllt man dem Fernseher entgegen, die Fäuste schon fast geballt wie Ramsauer einige Momente zuvor, als seine Argumentation noch gut ankam im Publikum und beim potenziellen Wähler, das ist doch alles vollkommen bescheuert und verrückt und überhaupt!

Wenn sich Hetzer über Radfahrer in Einbahnstraßen und neben Radwegen beklagt, erntet sie lauten Applaus, alle nickend anerkennend, ja, diese Radfahrer, die sind eben ein Problem, wer kennt es nicht? Alles Rowdys, Gesetzlose, Outlaws, die halten sich eh nicht an die Verkehrsregeln! Alle sind empört, betroffen und sich einig, Radfahrer wären ein großes Problem im deutschen Straßenverkehr. Aber wenn es um die eigene Regelkenntnis geht, um beim Beispiel zu bleiben, wenn es darum geht, wann denn ein Radfahrer gegen eine Einbahnstraße fahren darf, nicht auf einem Radweg fahren, wann er auf der linken Straßenseite radeln muss und Vorfahrt hat, dann weiß niemand genau Bescheid, alle drucksen etwas verlegen herum, bemühen sich um ablenkende Witzchen, das Publikum johlt vor Lachen, denn alle sind sich einig: Das ist doch nicht so schlimm!

Das ist eine widerliche Logik: Die mangelhafte Umsetzung der Straßenverkehrs-Ordnung seitens der Radfahrer wird dramatisiert, aber bei den Kraftfahrern klopft man sich lachend auf die Schulter, war ja alles nicht so schlimm! Die mangelhafte Umsetzung der Straßenverkehrs-Ordnung seitens der Kraftfahrer ist eben gesellschaftlich anerkannt, dort kommen die berühmten zweierlei Maß zum Einsatz, da wird drüber gelacht, wohlwissend, dass man selbst am Steuerrad auch nicht die ganz große Leuchte ist und es vermutlich auch nicht besser gewusst hätte.

Andrack interpretiert eine Parkverbotszone mit drei Zusatzschildern richtig, Hetzer staunt, Ramsauer sagt lieber nichts und die übrigen Gäste sowieso nicht, aber Andrack tritt noch mal nach und will das Thema Nachschulung im Alter auf die Tagesordnung setzen, weil’s auf der linken Seite bei Hetzer und Ramsauer ja nicht so ganz gut klappt mit den Verkehrsregeln. Schon wieder großes Gelächter und Applaus, während Andrack aber eigentlich gar keinen Witz machen wollte und tatsächlich etwas erstaunt war über die mangelhafte Regelkenntnis des Bundesverkehrsministers. Hetzer will lieber etwas gegen den Schilderwald unternehmen, diese „Vorfahrt für Radfahrer“ und Überholverbote und Parkverbotszonen, letztere freilich nicht immer gemäß der Straßenverkehrs-Ordnung ausgezeichnet, die gehen eben gar nicht. Ob jemand der alten Dame gesteckt hat, mit welchen abstrusen Regelungen sich Radfahrer täglich herumschlagen müssen? Man darf vermuten, dass Hetzer, stiege sie aus ihrem Opel auf ein Fahrrad, geradewegs jenes Verhalten auf der Straße zeigte, dass sie in den letzten zehn Minuten bitterlich beklagt hatte.

Insofern: Ein Glück, dass Plasberg zum nächsten Thema weiterleitet — und dass Radfahren wenigstens nicht das Hauptthema der Sendung war.

Was wir daraus lernen? Vor allem nichts. Oder allenfalls: Das Fahrrad ist noch lange kein anerkanntes Verkehrsmittel in Deutschland, solange hier diese widerliche Doppelmoral gilt. Begeht ein Radfahrer eine Ordnungswidrigkeit, wird sofort nach Fahrradkennzeichen gerufen, Kraftfahrer dürfen sich aber unbehelligt jeglicher Verkehrsregeln im Verkehr bewegen und sich vor lachen auf die Oberschenkel schlagen.

Man will glatt auswandern nach Amsterdam oder Kopenhagen.

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18 Gedanken zu „Hartaberfair und die widerliche Doppelmoral“

  1. Um Mißverständnisse bei der Interpretation zu vermeiden: Zusatzzeichen 1000-32 ansich bedeutet natürlich nicht automatisch Vorfahrt für kreuzende Radfahrer. Es ist auch üblich in Kombination mit Zeichen 101, Gefahrstelle, in dem Fall keine Vorfahrt für die Bikers, nur uppasse für die Kraftfahrzeugführer, weil dann muss er sich an den Begräbniskosten schlechtenfalls beteiligen, und das ist nicht so gut, und dazu noch der hässliche Blechschaden am neuen Auto voll über die Haube und Dach.

    Ansonsten, das Volksverdummungspallaver tue ich mir schon lange nicht mehr an. Wenn ich Deine exzellente Analyse lese, kann einem schon die Galle hochkommen. Irgendwie back to the 50s, nix dazugelernt und davon die Hälfte wieder vergessen.

    Dieses Jahr das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen und hoffen dass uns Ramsauer II erspart bleibt und die Vernunft am Ende doch noch siegt.

  2. Vielen Dank für diesen Rückblick auf „hart aber fair“! Genau so erging es auch mir beim Zuschauen, obwohl mir schon vorher klar war, was mich erwartet, bei diesen Gästen.

    Was soll ein Formel 1-Moderator in so einer Runde? Immerhin haben wir von ihm erfahren, dass sein „Auto“ (ein Porsche Cayenne) ein Diesel ist und deshalb auch der Spargedanke nicht zu kurz kommt (aua aua). Viagra wäre billiger und weniger umweltschädigend… Warum darf jeder Hans Franz eigentlich im Fernsehen seine vor Dummheit schreienden Ergüsse vom Stapel lassen?

    Welchen objektiven Beitrag hat man von einer alten Frau zu erwarten, die es toll findet, mit Tempo 240 von Berlin nach Hamburg zu brettern? Hat die ARD es nötig, eine solche Gästeliste aufzustellen? Wo blieben fachkundige Gäste, die das dumme Gewäsch der autoverliebten Raser mit wenigen sachlich fundierten Sätzen an die Wand genagelt hätten?

    Dabei ist das Thema an sich überaus diskussionswürdig – aber bitte auf Fakten basierend! Dieses platte Gesülze autofanatischer Menschen, die die Verkehrswelt nur aus der Windschutzscheibenperspektive bereit sind zu sehen, wäre auf einem der volksverdummenden Privatsender besser aufgehoben gewesen. Warum wurde nicht darüber geredet, dass das Automobil in Deutschland jedes Jahr mit 80 Mrd. Euro volkswirtschaftlich subventioniert wird? Das Volk wird abgezockt, nicht die Autofahrer!

    Die Begriffe „Abzocke“ und „Radarfalle“ sind objektiv mit nur einem Satz, der nicht zu widerlegen ist, als dummes Stammtischgebölke zu entlarven: „Wer geblitzt wird, spendet sein Geld freiwillig!“ Einzige Ausnahme: Jemand auf dem Rücksitz zwingt den Fahrer mit Waffengewalt, schneller zu fahren, als es erlaubt ist. Das dürfte in der Realität aber eher selten vorkommen. Wer von Abzocke redet, weigert sich, demokratische Regeln anzuerkennen!

    „hart aber fair“ ist endgültig auf Privatsenderniveau angelangt. Leider muss man sich aber auch fragen, ob dieses Niveau gerade deshalb gewollt ist, damit die Quote stimmt. Dummes Geschwafel für dumme Zuschauer? Noch weigere ich mich, daran zu glauben. Noch…

  3. Puhh, ich hatte schon befürchtet, ich müsste mir, da ich bei Ansicht der Gästeliste weiterzappte, den ganzen Quatsch nochmal durchsehen, um gerüstet mit drei, vier Magenbitter (entsprechend Anzahl der Quotensteigerungsdeppen in der Runde) nochmal die Radverkehrs-„Stellen“ zu suchen. Kann ich mir jetzt sparen, vielen Dank!

  4. Wahnsinn. Frau Hetzner regt sich darüber auf, dass Fahrradfahrer ab und zu von der falschen Seite kommen – uns sagt wneig später bei der Vorstellung des für diesen Sachverhalt entscheidenden Verkehrszeichens „Ich hab‘ das Schild noch nie gesehen“. Wer weiß, vielleicht steht ein derartiges Schild auch bei der Ausfahrt, die sie bei ihrer Tirade beschrieb, vielleicht muss(!) der Fahrradfahrer dort sogar so fahren?

    Auch Ramsauer hat – welch Überraschung – keine Ahnung. Wie will man denn beurteilen, ob sich jemand an eine Regel hält, wenn man die für denjenigen geltenden Regeln überhaupt nicht kennt?

    1. Wobei man an der Stelle auch Palmer deutlich kritisieren muss: Eine noch bessere Gelegenheit, einen CSU-Politiker ob seiner Ahnungslosigkeit vorzuführen wird’s kaum geben. Aber nein, er schweigt.

    2. Ich finde ihre (Frau Hetzners) Aussagen zum Thema Punkteabbau schon probematisch in der Hinsicht, dass sie möglicherweise gar nicht fähig ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Zumindest lassen ihre Ansichten den Schluss zu, dass sie überhaupt nicht drüber nachdenkt, vielleicht etwas an ihrem Fehlverhalten zu ändern.

  5. Ich hab mir das auch im Fernsehen angeschaut und mit Schaum vor’m Mund gezuckt. Danke für Deinen erstklassigen Bericht, der das Gesehen bis ins Mark beschreibt!

    1. Es soll ja auch Tempolimits auf anderen Straßen als Autobahnen geben.

      Bei den Menschen die zum Thema Fahrrad bloggen, hat das Fahrrad/das Radfahren wahrscheinlich ein sehr hohen Stellenwert. Sie fahren dann bestimmt auch viel mit dem Rad und sind deshalb an einer hohen Verkehrssicherheit für ALLE Verkehrsteilnehemer interessiert.
      Tempolimits erhöhen die Verkehrssicherheit und können auch den Verkehrsfluss verbessern. Wenn alle relativ gleich schnell fahren braucht es z.B. keine Überholmanöver und Ampelschaltungen lassen sich leichter darauf abstimmen.

      1. Der ADFC z.B. ist auch für ein Tempolimit auf Autobahnen. Eine Mitgliedschaft bei so einem ideologischen Verein kommt für mich nicht in Frage.
        Wenn alle gleich („gleich“ zu sein ist wohl inzwischen erste Bürgerpflicht) fahren sollen, kann ich gleich Bus fahren.
        Warum soll nicht auch Auto fahren kann Spass machen dürfen? Bei hohen Geschwindigkeiten auf Autobahnen fährt man konzentrierter. Sind denn die Unfallzahlen in anderen Ländern geringer? Und muss man alles der Effizienz opfern?

        1. Klar darf Autofahren auch Spaß machen. Aber nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Es mag vielleicht sein, dass man bei hohgen Geschwindigkeiten konzentrierter fährt, das ändert aber nichts an den viel schlimmeren Unfallfolgen bei hohen Geschwindigkeiten. Durch das konzentriertere Fahren, hat man ja trotzdem nicht mehr Zeit zu reagieren wenn plötzlich ein Hindernis auftaucht. Selbst wenn man dann dieses Hindernis einen Augenblick früher erkennt, legt man bei hohen Geschwindigkeiten eine größere Strecke zurück bis man reagiert. Die wichtigen Stichpunkte hierbei sind Schrecksekunde, Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg.

  6. Zitat: „Bei hohen Geschwindigkeiten auf Autobahnen fährt man konzentrierter.“
    Interessant! Bei welcher Geschwindigkeit ist denn die Konzentration am höchsten, bei welcher am niedrigsten? Und wo kann man diese „Tatsache“ nachlesen? Warum ist dann in Städten „nur“ Tempo 50 erlaubt? Bei 80 wären doch alle viel konzentrierter…

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