Hanstedt: Radfahrer wollen zurück auf den Gehweg

Große Aufregung in Handstedt: Die Verwaltung hatte die Beschilderungen an den ehemaligen gemeinsamen Fuß- und Radwegen der Rechtslage angepasst und in reine Gewege abgeschildert — unter großem Protest, denn nun dürfen Radfahrer nicht mehr auf den engen und baulich mangelhaften Gehwegen radeln.

Mittlerweile wurde eine Unterschriften-Aktion initiiert, um die Regelung rückgängig zu machen oder wenigstens das Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ zu montieren, die mittlerweile 500 Unterschriften zählt: Fußweg-Verbot für Radfahrer in der Kritik

Da formiert sich handfester Protest: Mehr als 500 Unterschriften hat Heide Burmester in Hanstedt gegen das Fußweg-Verbot für Radfahrer gesammelt. Wie berichtet, hatte Karin Sager vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) mit ihrem Antrag beim Landkreis Erfolg, so dass nun Radfahrer ab zehn Jahren auf derStraße fahren müssen. Mit einer Info-Veranstaltung am Mittwoch im Alten Geidenhof will der ADFC versuchen, die Wogen glätten.

Nun kann man dem Artikel vieles vorwerfen, aber sicherlich nicht objektive Berichterstattung. Das geht schon los mit der Formulierung, Karin Sager hätte die Abschilderung veranlasst, weil sie nicht mehr auf dem Radweg fahren wollte. Zunächst einmal handelte es sich nicht um einen Radweg, sondern um einen Gehweg, was angesichts der baulichen Unterschiede ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist — außerdem dürfte der Radweg auch nach Aufhebung der Benutzungspflicht weiterhin beradelt werden, der Gehweg allerdings nicht. Außerdem ist das Verwaltungsrecht kein Wunschkonzert, Sager hatte beantragt, die Schilder zu entfernen, weil die Benutzungspflicht auf den gemeinsamen Fuß- und Radwegen aufgrund nicht einehaltener Mindeststandards nicht einmal ansatzweise den Vorschriften entsprach.

Die Liste am Ende des verlinkten Artikels ist dabei noch relativ gutmütig zusammengezählt. Es dürfte tatsächlich ziemlich schwierig sein, in Hanstedt auch nur einen einzigen gemeinsamen Fuß- und Radweg zu finden, der denn wenigstens ein kleines bisschen den Vorschriften entspricht. Vielmehr dürfte in Hanstedt wie im Rest der Automobilrepublik verfahren worden sein: Blaues Schild hin, Hauptsache der Radfahrer stört nciht auf der Fahrbahn — Dieser Denkweise ist man im Hamburger Umland offenbar noch immer verhaftet.

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