Hamburg: Nur ein Spiegel für sicheres Radfahren

Erinnert sich noch jemand an diesen Artikel von Mitte April? Damals wollte die Stadt Köln die Sicherheit des Radverkehrs wenigstens einigermaßen erhöhen, indem sie das Konzept von Spiegeln ausprobiert, die an Kreuzungen unter den Signalgeber der Lichtzeichenanlage geschraubt werden und den Kraftfahrzeugführern den Blick in den so genannten toten Winkel rechts ihres Fahrzeuges ermöglichen.

In Hamburg will man das nun auch probieren, schreibt die Hamburger Morgenpost: CDU: Mini-Spiegel sollen Radfahrer schützen

Mehr als 3000 Unfälle mit Radfahrern zählte die Polizei 2012, zwischen Januar und Juli 2013 waren es schon 1544. Mit Mini-Spiegeln will die CDU nun für mehr Sicherheit sorgen.

Der Artikel misst lediglich drei Absätze und schweigt sich leider in Details über die geplante Maßnahme aus. Es dürfte allerdings unwahrscheinlich sein, dass die Hanseaten das Konzept ambitionierter vorantreiben als die Kölner Kollegen. Es gibt bezüglich dieser Spiegel-Idee durchaus Diskussionsbedarf, sogar recht großen, der sich im Beitrag vom April nachlesen lässt. In den Kommentaren unter dem Morgenpost-Artikel schweift man derweil wieder in Kampfradeleien ab.

Macht aber nichts, denn der Senat hat sich offenbar noch nicht mit dem Thema befasst, insofern ist da sicherlich nicht besonders viel zu erwarten.

2 Gedanken zu „Hamburg: Nur ein Spiegel für sicheres Radfahren“

  1. Und ich meine mich zu erinnern, dass die Leute in Köln (Harzendorf?) sich bewußt sind, dass die tollen Spiegel weitgehend sinnbefreit und nutzlos sind, aber Versuch macht kluch. Angeblich.
    Vielleicht kann man die weitgehende Nutzlosigkeit ja noch in seriöser Schriftform finden (frag mal Marco) und dem Senat auf den Tisch legen, ehe sie die Alibi-Maßnahme beschließen und erneut viel Zeit für einen Versuch verbraten wird, von dem vorher schon klar sein kann, dass er nicht das bringen kann, wofür er gedacht ist.

  2. Wenn nicht an jeder Ampel ein Spiegel montiert wird, was eher unwahrscheinlich ist, wird auch hier leider wieder eine klasse Ausrede für Autofahrer generiert : „Da hing kein Spiegel, den Radfahrer konnte ich ja gar nicht sehen“. Vom Schulterblick spricht eh schon lange keiner mehr und das LKW Fahrer sich beim abbiegen langsam vortasten, ggf. einweisen lassen und auch mal aussteigen müssen, lernt man als LKW Fahrer zwar in der Fahrschule, wird aber von einigen (nicht allen) genau so schnell wieder vergessen.

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