Geisterradeln von oben verordnet

Es wurde hier schon häufiger beklagt, dass einerseits das so genannte Geisterradeln als deutliche Unfallursache immer wieder beklagt wird, andererseits aber in deutschen Städten kilometerweit gestattet, wenn nicht sogar auf vollkommen unzureichenden Radverkehrsanlagen gefordert wird — irgendwo muss man mit diesen Radfahrern schließlich abbleiben. 7saturn schreibt zu diesem Problem in den Leserblogs der Augsburger Allgemeinen Zeitung einen ausführlichen Artikel: Geisterfahren, sponsored by: Ihre lokale Straßenverkehrsbehörde

In meinem letzten Artikel hab ich ja schon einmal ein bisschen auf die Problematiken hingewiesen, die unsere Straßenverkehrsbehörde gerne mal provoziert, wenn sie Beschilderungen anordnet und vollziehen lässt. Oftmals ist man sich offenbar so überhaupt nicht über die Konsequenzen der eigenen Handlungen im Klaren. Heute möchte ich mal auf ein besonderes Glanzstück hinweisen, weil es auch so ein Fall von Inkonsequenz ist, der im Zweifel Leben kostet, bzw. Verhaltensweisen fördert, die gefährlich sind.

4 Gedanken zu „Geisterradeln von oben verordnet“

  1. Hier in Hannover (und aktuelle gerade in Laatzen) werden seit einiger Zeit viele Radwege für beidseitige Benutzung freigegebn, auch wenn ein rechter Radweg in gleicher Richtung existiert. Das Argument ist dabei immer: Verkürzung von Wegen und Verminderung von Straßenkreuzungen. So wird langsam der Gegenverkehr auf den meisten Radwegen an Hauptstraßen zum Normalfall. Das Linksfahren wird so für viele zum Gewohnheitsrecht, und sorgt dafür dass Fahrradwege, -streifen und auch Schutzstreifen nicht mehr zügig befahren werden können weil man an ständig Geisterfahrern ausweichen muss.

  2. In München sind es nur sehr wenige Radwege die in beide Richtungen freigegeben sind und meist macht es auch noch Sinn – und trotzdem gibt es endlos viele Geisterradler. In meinen Augen liegt es am Radwegsystem an sich, dass die Leute so fahren – und natürlich auch daran, dass es in der Regel nicht geahndet wird.

  3. Geisterradler sind ne Pest. Ich muss es wissen, denn ich war früher, also ganz früüüherrr, auch mal einer. 😀 Okay, das liegt aber nun auch so an die 20 Jahre zurück und ich war jung und dachte jede Sekunde zählt…

    Ne mal im Ernst, es nervt wenn einem auf einem bestens ausgebauten, nur leider ohnehin schon VIEL zu schmalem Radweg auch noch einer entgegen kommt. Egal ob nun torkelnd oder cruisend oder telefonierend.

    Noch mehr nervt aber behördliche Idiotie der Extraklasse. Als hier im Frühjahr nochmal kurz die Problematik des Winterräumdienstes alibimäßig diskutiert wurde, kam die Stadtverwaltung mit dem Lacher des Monats angesockt. Klar, man habe nicht genug Geräte für eine Räumung und erst Recht nicht genug Personal, daher ginge das eben nicht (bis aus Supersonderausnahmen wird hier bei Radwegen gar nichts geräumt – Fahrradfreundliche Stadt NRW … Spitzenreiter beim ADFC Fahrradklimatest) und wenn das Fahren wegen Schnee nicht möglich sei, dann könne man ja auf die Straße ausweichen (Wow! Wahnsinns Erkenntnis), ODER – und jetzt kommts – auf dem ja dann geräumten Gehweg weiterfahren!!1!!11!

    Bingo liebe Stadtverwaltung, genialer Vorschlag. Und im Sommer gibts dann wieder die lustigen Schwerpunktkontrollen der nicht weniger „unglücklich“ agierenden Polizei gegen Geisterradler.
    Ha .. ha .. ha..

    Dazu überall und nirgends halt linksseitig freigegebene Radwege und keinerlei Versuche den Menschen zu erklären weshalb es dort okay sein soll, anderswo aber bussgeldpflichtig verboten.
    Ich wundere mich über gar nichts mehr, denn Einstein hatte Recht: Es gibt zwei Dinge die unendlich sind, das Weltall und die Dummheit der Menschen, wobei er sich bei ersterem noch nicht ganz sicher war.

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