Fördert Hamburg das Radfahren?

Falls jemand während der Feiertage Langeweile hat — Was und wie viel von dem, was die Freie und Hansestadt Hamburg auf ihrer Internetseite schreibt, wird eigentlich tatsächlich umgesetzt?

Warum fördert Hamburg das Radfahren?

Es gibt gute Gründe, warum Hamburg den Radverkehr fördert. Einer davon lautet: Radfahren ist gesund und macht Spaß. Viele weitere Argumente sprechen für das Zweirad.

4 Gedanken zu „Fördert Hamburg das Radfahren?“

  1. Moin und Frohe Rest-Weihnachten!

    Sicher fördert Hamburg das Radfahren! Man soll mit dem Rad fahren, wo immer man den Autoverkehr in keinester Weise „stört“: Sonntags auf Wanderwegen, auf baulich angelegten Radwegen, und seien diese noch so gefahrenträchtig, auch auf Gehwegen, wenn der Radweg mal wieder zugeparkt ist, hat die Polizei nicht wirklich etwas dagegen. Das Fahrrad als Freizeitvehikel und Schönwetterfahrzeug ist in Hamburg willkommen.

    Menschen, die ihr Fahrrad aber als „echtes“ Fortbewegungsmittel benutzen und zügig dort fahren wollen, wo die StVO es vorsieht, nämlich auf der Fahrbahn, werden hingegen nicht gefördert, sondern bekämpft. Mit den blauen Schildern. Radverkehr ist eben in den Betonköpfen kein Verkehr. Verkehr ist Autoverkehr. Platz sparen und ohne Lärm und Abgase unterwegs zu sein, entspricht eben nicht dem konservativen Denken „Hamburgs“.

    Ach, ääh…, wer ist eigentlich „Hamburg“?

  2. Fördert Hamburg das Radfahren?
    Dazu müsste man erst eimal diskutieren: Was ist Radfahren? „Das Radfahren“, im Sinne von alle Radfahrer haben die gleichen Interessen, gibt es nicht. Welches Radfahren soll gefördert werden, bzw. wird gefördert?

    Das sportliche Radfahren?
    Dafür spricht z.Zt. einiges. Die Sportradler sind gut organisiert und entsprechend lautstark (ADFC). Die Erfüllung ihrer Forderungen ist relativ preisgünstig (Rückbau der Radinfrastruktur) und sogar ADAC-kompatibel (Aus der Radinfrastruktur lässt sich zusätzlicher Parkraum generieren.)

    Das Alltags-Radfahren?
    Hier wird es schwieriger. Der normale Alltags-Radfahrer benötigt gute Radinfrastruktur. Die ist zwar im Verhältnis zur Kfz-Infrastruktur wenig kostenintensiv, lässt sich aber platzmässig nur auf Kosten der Kfz-Infrastruktur realisieren. Hier drohen Verteilungskämpfe mit der organisierten Autolobby.

    Das Kinder- und Jugend-Radfahren?
    Aus Gründen der Nachhaltigkeit müsste dem Mobilitätsverhalten von Kindern und Jugendlichen erste Priorität zukommen. Noch mehr als Alltagsradler sind Kinder auf sichere und getrennte, fehlertolerante Infrastruktur angewiesen. Ein Programm „Sichere Schulwege mit dem Fahrrad“ ist nicht in Sicht. Im Gegenteil.

    Die Seniorenmobilität?
    Der Anteil der Senioren nimmt zu. Durch den alters- (Übersicht, Reflexe) bzw. geldbedingten (Altersarmut) Verzicht auf das Kfz werden Senioren oft immobil. Das Beispiel NL zeigt, wie durch gute Infrastruktur selbst 80jährige mobil bleiben und am öffentlichen Leben teilhaben können.

    Das Freizeitradeln? …
    Das Berufspendler-Radeln? …
    Das Ganzjahres-Fahrradfahren? …

    Die zweite Frage: Was heißt Fördern?
    Mehr Geld? Wofür?
    Auch im Horner Weg ab Caspar-Voght Str. -> Horner Kreisel wurde der Radweg zurückgebaut. Statt des Radweges hat es dort jetzt mehr Kfz-Parkplätze. Was wurde da gefördert? Schwer zu sagen.
    Wenn es dort infolge der Umbaumaßnahmen jetzt tatsächlich zu mehr Radverkehr kommt, (was ich bezweifle, aber ich kann mich irren) wurde der Radverkehr gefördert. Nur, wenn überhaupt, welcher Radverkehr? Der sportliche? Der Freizeitradverkehr? Der Kinder- und Jugendradverkehr? Der Seniorenradverkehr?

    Der Radförderung fehlt die Evaluation. Die beträchtlichen Summen, die, auch aus den Radmitteln, in Strassenumbauten gesteckt werden, werden in Hinsicht Radverkehr nicht evaluiert. Ob die Mittel eine reale Radverkehrsförderung zeitigen, kann nur eine Vorher-Nachher Betrachtung feststellen.
    Insbesondere die Parameter
    – Anzahl der Radfahrenden
    – alters- und geschlechtsmässige Zusammensetzung der Radler
    – Flächennutzung und Konflikthäufigkeit
    können und müssen im Vorher-Nachher -Vergleich Aufschluss geben über eine sinnvolle und zielgerichtete Radverkehrsförderung.
    Das Fehlen einer unabhängigen wissenschaftlichen Evaluation, eigentlich gang und gebe, wenn nicht Vorschrift bei Investitionen, lässt erhebliche Zweifel am Nutzen der eingesetzten Mittel und Strategien, ja, überhaupt am politischen Willen der Verantwortlichen aufkommen.

    1. Zitat: „Die Sportradler sind gut organisiert und entsprechend lautstark (ADFC). “

      *räusper* *HUST*
      Äh, Günther? Der ADFC-Lautsprecher hat doch dies Jahr verkündet, dass der Verband sich eigentlich nicht wirklich für die sportlichen Radfahrer interessiert. Das ist aber blöd, denn der BDR sieht seine Aufgaben ja auch eher beim Verwalten der amateurhaften und professionellen rollenden Apotheken.

      Gut, wäre jetzt auch ertmal die Feinfrage was Du oder Ich oder Wir, nun jeweils unter „Sportradler“ verstehen…

      1. „*räusper* *HUST*“
        Eine offene Frage: Habe ich das als weihnachtlich friedfertigen Ersatz für „*würg* *kotz*“ zu verstehen?
        Wie auch immer, Gruß zurück, Frohe Weihnachten!

        Meine Einteilung oben erhebt keinen Anspruch auf eine korrekte soziologische Analyse. Es handelt sich um eine eher willkürliche, spontane und sicher lückenhafte Aufzählung. Mir ging es um einen allgemeinen Überblick verschiedener Arten und damit unterschiedlicher Interessen des Radverkehrs.
        Unter „sportliche Radfahrer“ oder, wiewohl unkorrekt, von mir aber der Einfachheit halber synonym gebraucht, „Sportradler“, fasse ich die Radler, die mit, sagen wir < 25 km/h unterwegs sind.

        Ich bin mehr oder minder aktives ADFC Mitglied. Den "ADFC Lautsprecher" kenne ich nicht. Aus meiner, begrenzten, Innenansicht des ADFC HH ist mein Eindruck, dass in erster Linie, ich würde sogar sagen: nur, die Interessen der "black spandex clad speed junkies" bedient werden.
        Wenngleich in jüngster Zeit, das will ich nicht verhehlen, von einigen Kräften im Bundes ADFC gegen starke innerorganisatorische und regionale Widerstände eine Öffnung hin zum allgemeinen Radverkehr versucht wird.
        Siehe dazu z.B. die durchaus zukunftsweisenden Äußerungen des Bundesgeschäftsführers Burckhard Storck oder die Auseinandersetzungen um das neue im November verabschiedete Verkehrspolitische Programm des ADFC.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.