Fahrschulwissen ist schnell vergessen

Seit längerer Zeit hält sich in diesem Blog die These, dass Verkehrsteilnehmer eigentlich nur so fahren, wie es alle anderen vormachen und dabei marginal den eigenen Fahrschulunterricht einfließen lassen. Nun schreibt SPIEGEL ONLINE: Viele Fahrer ignorieren Schulterblick und Blinken

Erst intensiv gepaukt, dann schnell vergessen. Viele deutsche Autofahrer halten sich nicht an Verkehrsregeln. Laut einer Umfrage ignorieren sie Tempolimits, Stoppschilder oder den Schulterblick. Und rund die Hälfte der Befragten glauben, sie würden die Führerscheinprüfung heute nicht mehr bestehen.

Knapp die Hälfte der Autofahrer glaubt demnach nicht, sie würden die praktische Fahrschulprüfung noch einmal bestehen. Das ist bedenklich — zwar kommt man offensichtlich auch so ganz gut von A nach B, aber außer § 1 StVO keine weiteren Regeln zitieren zu können ist eigentlich sehr bedenklich. Der Verkehrssicherheit ist das ebenfalls abträglich: die allerwenigsten Verkehrsteilnehmer dürften in der Lage sein, die komplizierten Vorfahrts- und Vorrangsgeflechte an Kreisverkehren oder abknickenden Vorfahrtsstraßen korrekt zu benennen.

Sogar eine der häufigsten Unfallursachen wird benannt:

Dazu kommen zudem eine „trügerische Gelassenheit“, die bereits kurz nach der Prüfung einsetzt. Einen Schulterblick machen viele Fahrer nicht mehr, weil sie ihn für überflüssig halten.

Das ist ja nun nichts neues: Schulterblicke gelten als überflüssig, weil beim bisherigen Radverkehrsanteil von fünf oder sechs Prozent auch so gut wie nie ein Radfahrer in die Quere kam. Heutzutage ist die Unfallwahrscheinlichkeit ungleich höher, denn weil in der Vergangenheit ja nie einer gekommen ist, brauche man ja heute auch keinen Schulterblick.

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