Fahrradstadt Portland: Sogar die Kraftfahrer machen mit

Stefan Jacobs schreibt im Tagesspiegel über das Radfahren in Portland: Ein amerikanischer Traum

Manche Metropolen sind deutlich fahrradfreundlicher als Berlin. In Portland im US-Bundesstaat Oregon haben längst nicht mehr nur Autofahrer eine starke Lobby.

Besonders interessant, weil in Deutschland undenkbar ist die Finanzierung der dortigen Radverkehrsförderung:

Das Budget von jährlich mehr als sechs Millionen Dollar stammt anteilig aus der Kfz-Steuer. Viele Autobesitzer stocken es freiwillig auf: Für fünf Dollar extra pro Jahr gibt es ein Nummernschild mit aufgedrucktem Radler und dem Slogan „Share the road“ („Teile die Straße“)

Überhaupt scheinen deutsche Städte keinem Vergleich mit Portland standzuhalten. Man stelle sich vor, in Hamburg begönne die Polizei mit dem Abschleppen von geparkten Kraftfahrzeugen vom Radweg — die „Jetzt-reicht’s“-Autofahrer-Kampagne der BILD liefe vermutlich gleich am nächsten Tag an.

Schade, denn mit etwas gutem Willen ließen sich schon ein paar Fortschritte erzielen. Zumindest hat man nicht den Eindruck, wie ja der deutsche Kraftfahrer es stets befürchtet, der zunehmende Radverkehr mache die Stadt zu einem weniger lebenswerten Ort.

3 Gedanken zu „Fahrradstadt Portland: Sogar die Kraftfahrer machen mit“

  1. Allerdings bleibt festzuhalten dass der Radverkehrsanteil trotzdem gegenüber einer deutschen Stadt mit durchschnittlichen Radfahrbuedget relativ mau ist.
    Wenn man z.B. hier am Schluss schaut dann stellt man fest dass Portland 2010 etwa 5,2% Fahrradanteil am Gesamtverkehr hatte:
    http://www.portlandoregon.gov/transportation/article/370893

    Wenn da jetzt nicht die riesen explosion des Fahrradverkehrs stattfand dann kann man sagen dass portland sogar hinter eher als fahrradfeindlich gelteten Großstädten wie Stuttgart (7%) zurückbleibt.
    Was die mit den 6Mio$ so anstellen würde mich schon interessieren, Städte wie Karlsruhe schaffen mit 1,3Mio€ im Jahr den Fahrradanteil von 16% auf 25% zu erhöhen.
    http://www.nadr.de/2012/10/03/radwege-in-bretten-sind-zu-schmal-sind/

    1. Ich habe leider überhaupt nicht rausbekommen, wie hoch der Radverkehrsanteil dort nun ist. Mal heißt es knapp fünf Prozent, mal sind es fünfzehn, dann doch wieder zehn :-/

      1. Ja, das ist mir auch aufgefallen, ich denke aber die 5-10% werden stimmen, vor ein paar Tagen laß ich dass die Stadt Portland im Frühjahr beschlossen hätte die 10%-Marke zu knacken, 2030 will man ja bei 25% sein. Von solchen dauernd kursierenden zielwerten und von Stadtteilbezogenen Erhebungen kommt wohl so eine extreme Abweichung zustande…
        HD hat z.B. 25% Radanteil, HD-Neuenheim aber 42%. ein Journalist der nicht aufpasst macht daraus villeicht gleich mal 42% für ganz HD 😉

        Und wenn man sich die Tagesspiel-Fotos so anschaut war der Fotograf entweder sehr faul, oder es gibt tatsächlich kaum Radfahrer zum ablichten was die 5% unterstützen würde.

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