Fahrradinfrastruktur statt Parkplätzen schadet dem Einzelhandel nicht

Neue Radverkehrsinfrastruktur an einer Straße anzulegen ist meistens ein kompliziertes Vorhaben, weil die neu anzulegendende Infrastruktur womöglich Parkplätze kosten könnte. Das führt teilweise zu hinreichend kuriosen Anwohnerversammlungen unter kreativen Titeln wie „Jeder Parkplatz zählt“ oder sogar „Parkplätze statt Radwege“. Es liegt dann wiederum an der kommunalen Verkehrspolitik zu entscheiden, ob parkende Kraftfahrzeuge oder Fahrräder Vorrang haben sollen.

Komplizierter wird die Entscheidung, wenn zusätzlich noch der Einzelhandel ins Spiel kommt: Wenn die Kunden keine Parkplätze fänden, kauften sie eben woanders ein, schlimmstenfalls draußen auf der grünen Wiese — der Radverkehr als indirekte Ursache für aussterbende Innenstädte? Martin Randelhoff berichtet von einer Untersuchung, die das Gegenteil zeigt: Rückbau von Fahrstreifen und Parkplätzen zugunsten des Radverkehrs schadet dem Einzelhandel nicht

Der Rückbau von Fahrstreifen und Parkplätzen zugunsten von Radwegen, Radfahrstreifen oder auch Haltestellen und eigenen Gleiskörpern ist oft Gegenstand einer kontroversen Diskussion. Viele Einzelhändler fürchten, dass durch den Wegfall von Parkplätzen Kunden nicht mehr in ihren Geschäften einkaufen, die Anlieferung von Waren schwieriger wird und durch die Verringerung von drei auf zwei oder zwei auf einen Fahrstreifen die Straße nicht mehr attraktiv für den Pkw-Verkehr sei und Alternativrouten gewählt werden.

2 Gedanken zu „Fahrradinfrastruktur statt Parkplätzen schadet dem Einzelhandel nicht“

  1. Ich denke separierende Radverkehrsanlagen sind nicht sinnvoll. Sie machen den Straßenraum durch ihre territorialeinteilung unflexibel, schüren die Territorialkonflikte und erhöhen obendrein noch die Gefährlichkeit des Radfahrens. Sie verkomplizieren die Verkehrsabläufe und überfordern die Wahrnehmung gerade der motorisierten Verkehrsteilnehmer. Von daher kann eine sinnvolle Radverkehrsinfrastruktur nur auf den Fahrbahnen geschaffen werden, durch Aussperren des Kfz-Verkehrs oder der Reduktion der Geschwindigkeit auf 20-30km/h. Hinzu kommt, das andere Maßnahmen sehr viel geeigneter sind den Radverkehr zu fördern als der bau separierender Radverkehrsanlagen. In den meisten Städten mit hohem Radverkehrsanteil folgte der Bau separierender Radverkehrsanlagen dem hohen Radverkehrsanteil.
    Allerdings ist es richtig, die wenig sinnvolle Priorisierung von Parkplätzen zu kritisieren. Wichtiger ist es allerdings für den HAndel, geeignete Flächen für den gehenden und ruhenden Fußverkehr einzurichten. Auch das wurde in der Vergangenheit falsch gemacht. Die FGSV empfielt ja jetzt immerhin innerstädtische Straßen vom Rand priorisierend zu denken:
    1. Fußverkehr, Versorgungsinfrastruktur
    2. Radverkehr
    Und wenn dann nmoch Raum ist: ruhender und sonsitiger Verkehr.
    Das hat sich aber noch nicht gar so weit rumgesprochen.
    Also fahrbahnbegleitende RVA innerorts statt Parkplätze ist eine Strohmanndiskussion, da RVA innerorts generell aus Sicherheitsaspekten nicht sinnvoll sind.

  2. Ich bin zwar auch Radfahrer; jedoch schade ich dem stationären Einzelhandel ganz absichtlich auf eine ganz andere Art und Weise.
    Ich kaufe alles einfach nur noch online ein und freue mich über jedes Geschäft, das in meiner Heimadt Bonn pleite geht !
    Wer den Rückbau von Fahrradwegen fordert, dem ist wohl nicht mehr zu helfen?! Wie weit geht diese Profitgeilheit noch, dass man nu schon an Einbildung leidet, die ach so bösen Radfahrer sind nun schuld ???

    In den Niederlanden lacht man über solche sinnfreien Einfälle; allerdings ist dort die Mentalität auch eine ganz andere ^^

    PS: letzte Woche kam mein Fahrrad versandkostenfrei aus dem Internet ^^ 400,- EUR gespart zum stationären Händler und ich muss zugeben.. ein wenig aufgegeilt hat es mich schon, dem Einzelhandel in Bonn damit mal wieder etwas mehr geschadet zu haben …. 2 große Fahrradhändler sind hier längst verschhwunden… die haben ihre Packung schon erhalten.. hahahahahahahahahaaaaaaa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.