Fahrradhelme schützen jetzt auch vor Kieferbruch

Ein Sicherheitsgurt ist ziemlich flexibel: Er schützt beim Aufprall auf ein anderes Kraftfahrzeug, bei seitlichen Kollisionen und bis zu einem bestimmten Grad bei Frontalzusammenstößen. Er hat zwar seine Grenzen, aber generell schützt er.

Bei einem Fahrradunfall muss der Radling schon recht speziell stürzen, damit der Helm überhaupt ins Spiel kommt. Salopp formuliert: Ein Helm schützt nunmal weder gegen eine Schulterprellung noch gegen einen Genickbruch oder eine zertrümmerte Kniescheibe. Selbst wenn der Kopf eine Feindberührung erfährt, muss er primär im oberen Drittel des Schädels getroffen werden: Der Kiefer verbleibt ebenso ungeschützt wie die Nase, Augen und Ohren außerhalb der Schale.

Der Gießener Anzeiger arbeitet sich an der Helmpflicht ab und zitiert dazu — man kann sich nur noch an den behelmten Kopf fassen — den Vorsitzenden eines ADAC-Ortsverbandes: „Bei einem Unfall ohne Helm ist die Frisur sowieso hin“

59 Prozent der weiblichen und 32 Prozent der männlichen Radfahrer tragen keinen Helm, weil der ihre Frisur kaputtmachen würde. Das hat eine Umfrage ergeben. Manfred Möll, Vorsitzender des MSC Horlofftal im ADAC, sagt dazu: „Bei einem Unfall ohne Helm ist die Frisur sowieso hin.“

Die Sache mit den Frisuren ist für Argumentationen rund um den Helm sowieso ein eher blödes Argument. Möll, offenbar nicht gerade ein ausgewiesener Experte der Materie, weiß aber noch mehr:

Manfred Möll weiß: „Radfahrerhelme senken das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich, aber auch das Risiko sich Hautabschürfungen zuzuziehen, Wangenknochen und Kiefer zu brechen und sich die Zähne auszuschlagen.“

Einen Unfall, bei dem ein Fahrradhelm vor ausgeschlagenen Zähnen schützt, muss wohl erstmal in der Theorie konstruiert werden. Man könnte auf den Hinterkopf stürzen, wo der Helm hinreichend dämpfend eingreift, so dass die Zähne nicht mehr schlagartig aufeinander krachen, okay, ja, aber ehrlich gesagt: Der Gießener Anzeiger hätte lieber jemanden fragen sollen, der sich ein bisschen mit dem Thema auskennt.

Der hätte dann vielleicht auch Unfallzahlen zur Hand gehabt, die zueinander passen.

4 Gedanken zu „Fahrradhelme schützen jetzt auch vor Kieferbruch“

    1. @M.Heinz Mit Deiner Aussage bist Du ja scheinbar keinen Deut besser. Idioten gibt unter Radfahrern und Autofahrern – die Steinewerfer gehören bestimmt dazu. Mit Deinem Spruch bringst Du Dich da gefährlich nahe auf eine Linie…

    2. M. Heinz hat mich erkannt. Ich bin ein Gott auf Erden. Aber bitte nicht weitersagen, sonst Strafe ich alle mit Motorschaden und Dauerstau.

  1. Da hat wohl einer spezielle Integralhelme, wie sie die MTB’ler/Downhiller aus gutem Grund tragen, mit nem normalen Radhelm in einen Topf gehauen. Pralle Leistung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.