Eitelkeit und Ignoranz: ARD Kontraste über Radfahren ohne Helm

So ein Glück, dass dieser Fernsehbeitrag nur ein paar Minuten dauerte. So ein Pech, dass die Kontraste-Redaktion talentiert genug ist, für einen tendenziösen Beitrag nur ein paar Minuten zu brauchen. Auch mit Sympathien für eine Helmpflicht lässt sich ein hinreichend neutraler Beitrag stricken, der „diese Radfahrer“ nicht mit behandschuhten Fingern und gerümpfter Nase anfasst. Stattdessen wurde etwas in den Äther geblasen, das Radfahrer als störende Minderheit behandelt und den unbehelmten Radfahrern mehr oder weniger direkt Schwachsinn unterstellt.

Den Reaktionen im Netz zu urteilen haben sich nicht nur die fahrradaffinen Radfahrer an den womöglich unbehelmten Kopf gegriffen. Sogar Zuschauer, die nach eigenem Bekunden eher hinter dem Steuerrad anzutreffen sind, monierten die Sachlichkeit des Beitrages — nicht zu unrecht: Würde „der Radfahrer“ gegen einen anderen Vertreter einer Minderheit ersetzt, beispielsweise „den Ausländer“ oder „den Arbeitslosen“, hätte die Kontraste-Redaktion spätestens morgen früh ein dickes Problem. So bleibt allerdings wieder einmal die Überzeugung, mit „diesen Radfahrern“ alles machen zu dürfen.

Immerhin lässt der Rundfunk Berlin-Brandenburg auch kein Zweifel daran, dass ihm an Neutralität nie gelegen war: Umstrittener Freiheitswahn: Radfahrerlobby gegen Helmpflicht

Für Unfallforscher und Ärzte steht seit Jahren fest: Viele schwere Unfälle von Radfahrern wären glimpflicher ausgegangen, hätte der Radler einen Helm getragen. Trotzdem wehrt sich der Lobbyverband ADFC gegen eine Helmpflicht. Kaum ein Politiker hält dagegen, Bundesverkehrsminister Ramsauer setzt auf Freiwilligkeit, der grüne Verkehrsminister Hermann will erstmal eine neue Studie abwarten.

Moment, denkt sich der aufmerksame Radfahrer, da stimmt doch etwas nicht? Stimmt, bis kurz vor der Sendung lautete der Titel noch etwas anders — Spuren davon finden sich noch auf Kontraste-Seite auf facebook, da wird angekündigt:

Ein erster Blick auf unsere Themen morgen Abend: Absurder Freiheitswahn: Radfahrerlobby gegen Helmpflicht // Tatenlose Gewerkschaften: Leiharbeiter als Streikbrecher // Überwachungsskandal: Was darf der Bundesnachrichtendienst? „Kontraste“, am Donnerstag um 21:45 Uhr im Ersten!

Offenbar fiel auch der Redaktion noch auf, die Sache etwas überdreht zu haben und jemand wurde beauftragt, sämtliche Titel auf der eigenen Webseite zu ändern. Nun ist der Freiheitswahn nicht mehr absurd, sondern nur noch umstritten. Das ist, das muss man dem Magazin zugestehen, durchaus keine verkehrte Beschreibung des Sachverhaltes, wenngleich es objektivere Synonyme für den Freiheitswahn gegeben hätte.

Man muss den Beitrag zum Glück nicht anschauen, es gibt auch eine Textfassung — unbedingt besser ist die allerdings nicht.

Das fängt schon mit der Einleitung an. Zugeparkte Schutzstreifen werden da gezeigt, Radfahrer im Seitenspiegel, ein paar Unfälle, aufgelockert mit den Unfallursachen: Vom Auto übersehen, vom Lastkraftwagen überrollt. Das klingt ja bislang so, als müsse primär etwas an der Infrastruktur geändert werden. Heute soll es aber um Fahrradhelme gehen und damit kein falscher Eindruck entsteht, ergänzt der Sprecher: „Aber sie stürzen auch allein oder kollidieren mit anderen Radfahrern.“

Die Dramaturgiekurve verlangt nun nach der Befragung eines Menschen im weißen Kittel, der von der überragenden und nicht anzweifelbaren Wirksamkeit des Fahrradhelmes berichtet. Kontraste fand dafür für diese Rolle Dr. Uli Schmucker aus dem Unfallkrankenhaus Berlin:

Der Fahrradhelm schützt definitiv den Kopf, da gibt es eigentlich keine Diskussion, das ist wissenschaftlich bewiesen, das ist die klinische Erfahrung, die Unfallchirurgen tagtäglich machen.

Ob dieser Worte schreit jeder helmkritische Radfahrer sofort aus, aber genommen sagt Dr. Schmucker ja nichts falsches: Ein Helm schützt. Und da gibt es auch hinreichend viele wissenschaftliche Untersuchungen zu. Und es lässt sich auch nicht in Abrede stellen, dass Unfallchirurgen diese Erfahrung tattäglich machen. Und in der Begründung des Urteils des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichtes legt ein Sachverständiger dar, dass ein Fahrradhelm just jene aufgetretenen Verletzungen wenigstens gemindert hätte.

Interessanter ist, was Dr. Schmucker nicht sagt. Zum Beispiel, dass ein Helm keineswegs in jeder denkbaren Situation schützt — zum Beispiel dürften die Krafteinwirkungen auf das Gehirn bei den Unfällen, mit denen der Kontrase-Beitrag ausgeschmückt wurde, jenseits jeglicher Kompensationsfähigkeit eines Fahrradhelmes gelegen haben. Wird ein Radfahrer von einem fünfzig Kilometer pro Stunde fahrenden Kraftfahrzeug frontal erfasst, wehrt der Helm vielleicht einige Splitter ab, hält sich ansonsten aber aus dem Unfallgeschehen heraus. Gegen die Reifen von Lastkraftwagen, die gefühlt ständig durchs Bild rollen, kann nicht einmal ein stabiler Motorradhelm etwas ausrichten. Und wenn man mit dem Kopf gegen eine plötzlich geöffnete Autotür knallt, bleibt der Helm eventuell ebenfalls außen vor — darum ging es beim Schleswiger Urteil auch bloß um die Verletzungen, die beim anschließenden Aufprall auf den Boden entstanden sind. Es gibt zu der Wirksamkeit der Fahrradhelme auch eine ganze Reihe unterschiedlicher Studien, von denen allerdings nur die wenigsten von dieser hier so glorifizierend dargestellten Wirksamkeit ausgehen — insofern hätte sich Dr. Schmucker durchaus differenzierter äußern dürfen.

Es kommen zu Wort: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, der auf freiwilliges Helmtragen setzt, und ein paar Radlinge, aufgegabelt auf der Straße, von denen die üblichen Argumente zu Protokoll gegeben werden: Doof, hässlich, die Frisur. Übrigens sind das nur die Argumente gegen einen Fahrradhelm, die naturgemäß immer ein bisschen blöd daherkommen. Die Argumente gegen eine Helmpflicht, um die es hier eigentlich geht, lauten etwas anders und gründen vor allem auch auf mehr Substanz, aber danach hat der Redakteur offenbar nicht gefragt. Während noch ein paar Horror-Crashtest-Szenarien eingespielt werden, staunt der Sprecher: „Schockierende Unfallbilder mit Crashtest-Dummys, Aufklärungskampagnen, Appelle an die Vernunft: Dies alles hilft offensichtlich nicht gegen Eitelkeit und Ignoranz.“

Ein bisschen Ignoranz muss sich allerdings auch die Kontraste-Redaktion vorhalten lassen. Einen derartig Pro-Helmpflicht gefärbten Beitrag mit lauter Unfallbildern zu spicken, bei denen ein Helm ohnehin nur eine Nebenrolle gespielt hätte, ist nun auch nicht gerade von Vernunft geprägt. Stattdessen versuchen die Berlin-Brandenburger durchaus geschickt, das Fahrradfahren wieder in die gefährliche Ecke zu rücken, aus der es in den letzten Jahren mit Mühe entkommen ist.

Ausdrücklich gelobt wird Klaus-Peter Hesse aus der Hamburger Bürgerschaft für sein, naja, kompromissloses Eintreten für eine Helmpflicht. Der CDU-Mann sieht die Politik in der Pflicht, endlich einzuschreiten. Hätte die Kontraste-Redaktion auch nur ein entferntes Interesse an einem ausgewogenen Beitrag gehabt, käme spätestens jetzt die Frage: Was kann man denn noch so gegen die Gefahren unternehmen, die es ja nunmal beim Radfahren gibt? Womöglich hätte die Redaktion den Blick über die Bundesgrenzen nach Norden und Westen gewagt und mal geforscht, wie denn da das sichere Radfahren funktioniert, wo nur wenige Radfahrer einen Helm tragen und noch weniger über die Gefährlichkeit des Radfahrens philosophieren. Ein valides, wenn auch immer noch diskutables Ergebnis eines solchen Besuches hätte sein können: Oh, die haben eine tolle Radverkehrsinfrastruktur, da funktioniert das Miteinander auf der Straße, die brauchen keine Helme, in Deutschland gibt es das nicht, es wird auch niemals eine solche Infrastruktur geben, also muss eine Helmpflicht her.

Der Beitrag macht kurz einen Abstecher nach Schleswig, um über das so genannte Fahrradhelm-Urteil zu sprechen, und besucht anschließend den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, den der Sprecher schon beinahe in Anführungszeichen setzt:

Ihr Lobbyverband, der ADFC, will gemeinsam mit der Anwältin bis zum Bundesgerichtshof gehen, um das Urteil der Richter zu kippen. Seine Sprecherin kommt demonstrativ ohne Helm zum Interview, denn ihr Club ist strikt gegen eine gesetzliche Helmpflicht.

Es ist nun wirklich nicht verwunderlich, dass der nicht getragene Helm erwähnt wird. Wenn der Beitrag sich nunmal um den Helm dreht, dann macht man auf den Umstand eben aufmerksam. Bettina Cibulski darf dann berichten, was die Kontraste-Redaktion zuvor nicht herausgefunden hat: Zum Beispiel, dass ein Fahrradhelm eben nur ein Teilaspekt der Sicherheit im Straßenverkehr ist, viel wichtiger aber erst einmal eine vernünftige Verkehrsführung und eine bessere Akzeptanz wäre.

Kontraste gesteht zwar ein, dass die Aussage nicht ganz falsch wäre, zweifelt aber den Nutzen einer besseren Radverkehrsinfrastruktur an und schaut: Ausgerechnet nach Münster. In Münster mögen zwar viele Radfahrer unterwegs sein, eine Glanzleistung dürfte die dortige Radverkehrsinfrastruktur allerdings nicht gerade darstellen. So schwurbelt dann auch die Argumentation im Beitrag lustig hin und her: Erst wird behauptet, eine bessere Infrastruktur bringe keine Verbesserung in die Unfallstatistik, dann geht’s wieder um die rabiaten Autofahrer, die gar nicht so rabiat wären, um dann wieder festzustellen, dass viele Radfahrer auch bei Alleinunfällen verunglücken.

Bei aller Verachtung gegen Radfahrer lässt sich aber nun wirklich nicht unterstellen, die wären einfach zu doof, um nicht vom Sattel zu purzeln: Bei den Alleinunfällen ist zwar kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt, aber meistens eine schlechte Infrastruktur ursächlich. Statt nach Münster hätte man ja nach Kopenhagen fahren können: Dort werden Fahrbahn und Radweg an den Kreuzungen nicht mit zentimeterhohen Kanten getrennt, die optisch hübsch anzusehen, im Regen aber teilweise brandgefährlich sind, es gibt nicht alle paar Meter Pfosten auf den Radwegen, um parkende Kraftfahrzeuge abzuwehren, weil nämlich kaum jemand auf die Idee kommt, dort einen Radweg zuzuparken, und außerdem werden Radwege dort mitunter als Prachtboulevard angelegt und nicht als handtuchbreiter Teerstreifen zwischen das gegossen, was nach dem Bau der extrabreiten Fahrbahn zum Gehweg hin noch übrig bleibt.

Das unterschlägt Kontraste allerdings lieber — und wirft dem ADFC vor, nicht für eine Helmpflicht zu werben, sondern „bemerkenswerte Szenarien“ zu entwerfen. Und diese Argumentationslinie des Beitrages ist langsam wirklich unfassbar frech: Der ADFC lehnt eine Helmpflicht ab, empfiehlt aber explizit das freiwillige Tragen eines Fahrradhelmes — das hat Kontraste nur nicht so richtig mitbekommen. Vermutlich ist der ADFC sogar nicht ganz unschuldig am Schleswiger Fahrradhelm-Urteil, das er nun zu bekämpfen versucht, weil er mit seinen Fahrradhelm-Empfehlungen womöglich dazu beigetragen hat, dass der Helm heutzutage als sinnvolle Schutzausrüstung für Radfahrer gilt.

Und das, was Kontraste als „bemerkenswertes Szenario“ bezeichnet, ist wenigstens wissenschaftlich belegt, anders als etwa die oben gar nicht weiter in Frage gestellte Wirksamkeit des Fahrradhelmes. Mit der Einführung einer Helmpflicht verschwanden in vielen Ländern ganz wesentlich die Radfahrer aus dem alltäglichen Straßenbild. Das will Kontraste allerdings nicht wahrhaben und zieht stattdessen Parallelen zur Gurtpflicht, die zwar ein in solchen Diskussionen gern verwendeter Kunstgriff sind, mit dem eigentlichen Thema allerdings nicht so viel zu tun haben. Das fängt damit an, dass die Wirksamkeit eines Sicherheitsgurtes wissenschaftlich erwiesen ist und er nicht mit den vielen Nachteilen ausgestattet ist, mit denen sich ein Fahrradhelm herumschlagen muss. Den Gurt muss man nicht nach dem Anschließen des Fahrrades überall mitschleppen, er trägt nicht auf, man kann ihn nicht vergessen und vor allem: Es gibt für Autofahrer unter diesem Aspekt keine bessere Alternative.

Der Radverkehr steht in Deutschland auf ausgesprochen wackeligen Beinen, ein Großteil der Verkehrsteilnehmer radelt auch im so genannten Fahrrad-Boom nur an zwei oder drei Sonntagen im Sommer und auch nur wenn es nicht zu heiß und nicht zu kalt und nicht zu windig und nicht zu bewölkt ist: Als Alternative steht in der Regel noch das Auto vor der Tür. Bei der Gurtpflicht gab es dieses Problem nicht, weil die Leute keinesfalls daran dachten, aus Protest gegen den Gurt aufs Rad oder in öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Vor vernichtender Kritik sind noch nicht einmal die erklärten Fahrradhelm-Freunde Christian Carius und Winfried Hermann sicher. Carius wird plötzlich als Vertreter des freiwilligen Helmtragens zitiert, Hermann möchte vor der Einführung einer Helmpflicht erst einmal deren Auswirkungen untersuchen. Offenbar hatte die Kontraste-Redaktion hier arge Mühe, den beiden Politikern nicht einen animierten Weichei-Stempel auf die Stirn zu drücken. Überhaupt wirft diese Stelle Fragen auf: Wollte man die beiden Politiker nun als Wendehälse inszenieren, die ihr Fähnlein im Sturm der Entrüstung gedreht haben? Inwiefern ist es denn sogar für einen Befürworter der Helmpflicht verkehrt, erst einmal deren Auswirkungen zu untersuchen?

Der Beitrag schließt mit den zynischen Worten:

So bleibt dem Fahrradfahrer auch weiterhin die Freiheit, sich seinen Schädel kaputt schlagen zu lassen — Hauptsache, die Frisur sitzt.

Da fällt einem auch einfach nichts mehr zu ein. Kein Wunder, dass dieser so genannte Krieg auf der Straße immer weiter befeuert wird, wenn Radfahrer nicht einmal mehr als Menschen wahrgenommen werden, sondern sorgfältig in der dritten Person verpackt wie idiotische Rowdys dargestellt werden. Bloß gut, dass die Kontraste-Redaktion trotz ihres Talentes, knappe neun Minuten mit einem derartigen Unsinn zu füllen, so weit über die Stränge geschlagen ist, dass noch nicht einmal eingefleischte Fahrrad-Hasser auf diese Propaganda anspringen wollen. Dieses niedrige Niveau ist nicht einmal mehr peinlich, das ist nur noch skandalös.

Immerhin dessen ist sich auch Kontraste sicher:

So kann man das sehen, muss man aber nicht.

Im dazugehörigen Blog geht es derweil heiß her.

11 Gedanken zu „Eitelkeit und Ignoranz: ARD Kontraste über Radfahren ohne Helm“

  1. Danke für deine Kritik des skandlösen Beitrags auf unterstem Bild-Niveau. Mir wird schlecht zu wissen, dass ich auch für diesen reißerischen und völlig einseitigen „Berichts“ mit meinen GEZ Gebühren bezahlt habe.

  2. dieser Bericht war so lächerlich, ich bin erstaunt dass hier so intensiv drauf eingangen wird! Sollte man sowas nicht besser ignorieren?

  3. Zitat: „Der ADFC lehnt eine Helmpflicht ab, empfiehlt aber explizit das freiwillige Tragen eines Fahrradhelmes.“

    Stimmt, hatte mal ein paar Radwelt-Hefte in der Hand, ADFC-Mitglieder scheinen mit Helm ins Bett zu gehen.

    Das wird als Widerspruch wahrgenommen und ist vielleicht zum Teil auch einer.
    Der ADFC liefert die Munition für die Helmpflichtbefürworter.

    1. In den einzelnen Ortsgruppen mögen mal die einen mal die anderen überwiegen, aber insgesamt ist der ADFC was (Nicht-)helmträger, Freizeit-/Alltagsfahrer,… angeht ein heterogener Verein.

      Ich bin übrigens ein ADFC-Mitglied ohne Helm, der Betrunkenen rät freiwillig nicht mit dem Rad zu fahren, auch wenn das für irgendwen ein Argument sein könnte, die Promillegrenze für Radfahrer herunterzusetzen.

  4. Im Grunde bewegt sich dieses Filmchen auf dem Niveau der Diskussionsbeiträge der Helmpflichtbefürworter in den Leserforen verschiedener Medien, wenn dort mal wieder ein Artikel über das Thema erschienen ist. Die eigenwillige Interpretation der Unfallstatistiken, der Wunderglaube an den Nutzen des Helms in allen denkbaren Unfallsituationen, der Bericht des Weißkittelträgers (*), der Verweis daruf, dass nur Eitelkeit Radfahrer vom Helmchentragen abhält, der unsinnige Vergleich mit der Gurtpflicht, usw. Es fehlt eigentlich nur die persönliche Anekdote eines Helmträgers, der davon überzeugt ist, dass er einen Unfall ohne Helm nicht überlegt hätte.

    (*) Geht es eigentlich nur mir so, oder hat sonst noch jemand den Eindruck, dass der Unfallchirurg zu mehr Differnzierung fähig wäre, als durch den Schnitt der Interviewpassage merklich ist? Immerhin erwähnt er, dass Kopfverletzungen nur einen kleinen Teil der Verletzungen ausmachen, und am Ende des Interviewausschnitts habe ich, u.a. durch die Stimmmelodie. den Eindruck, dass da noch etwas gesagt wurde, dass die vorherigen Aussagen möglicherweise relativiert hätte, aber im fertigen Beitrag leider nicht mehr vorkommt.

  5. Danke Malte, ein sehr guter Bericht!

    Vielleicht gibt es ja demnächst, sozusagen als Fortsetzung der Reihe, in „Kontraste“ einen Beitrag, in dem es um Maßnahmen gegen die häufigste Unfallursache auf Deutschlands Straßen geht, nämlich um zu hohe Geschwindigkeit. 3500 Menschen lassen Jahr für Jahr ihr Leben im Straßenverkehr! Schuld sind Autos, genauer Autofahrer/innen. Folgerichtig muss dringend ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen eingeführt werden, sowie bereits bei 20 Km/h zu schnellem Fahren der Führerschein eingezogen werden. Außerdem brauchen wir Tempo 30 in der Stadt – auf ALLEN Straßen.

    Allein der Tatsache, weshalb in ganz Europa die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen begrenzt ist, in Deutschland hingegen nicht, wäre eine ganze Sendung wert! Aber dann bitte objektiv!!!

    Hat eigentlich schon jemand die „Kontraste“-Redaktion auf Maltes Beitrag hingewiesen?

  6. Das Schlimmste an dem Beitrags ist, dass ein derartiges journalistisches Niveau in der ARD möglich ist. Wahrscheinlich kämpft Kontraste ums Überleben, die Einschaltquoten wären mal interessant.

  7. Sooooviele wertvolle Worte für einen wertlosen ARD-Beitrag?
    Wirkt etwas wie eine Abnutzungsdiskussion (synonym zum „Abnutzungskrieg“) und verdammt, das findet wohl auch tatsächlich statt!

    PS: Lasst den ADFC doch heraus. Der neue Lautsprecher des Bundesverbandes sieht in den Vielradfahrern (Ganzjahresradler u.ä.) ja gar keine typische (zukünftige) Klientel für den FC, denn er will den Laden doch umbauen um sich ähnlich zu präsentieren wie Greenpeace oder der ADAC, Kreditkarten, Ökostrom und derlei mehr typische verkehrswichtige Dinge verkaufen, um die breite Masse zu erreichen…. ah jaaaa.

  8. …der Titelspaß geht weiter: Auf der rbb-Website/Kontraste-Blog heißt es: „Freiheit oder Sicherheit: Radfahrerlobby gegen Helmpflicht“ (in der URL ist jedoch noch der ursprüngliche Titel…) Das ist alles wirklich unterstes Niveau und das Zurückrudern mit den Titeln macht es noch schlimmer: Da scheint wirklich jemand darüber nachzudenken, dass der Beitrag zu weit ging – die Konsequenzen sind aber zu lasch.

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