Eine Falschmeldung und ihre Geschichte

Die tagesschau gilt eigentlich als zuverlässig und seriös. Die Verkehrsregeln kennt sie trotzdem nicht und ist prompt auf die Falschinformationen hereingefallen, die offensichtlich zuerst von der Deutschen Presse-Agentur in Umlauf gebracht wurden: Neue Verkehrsordnung: Weniger Verkehrsschilder sollen für mehr Klarheit sorgen

Etwa ab Minute 1:15 geht’s um den Radverkehr — das klingt dann so:

Gerade die Radfahrer sind mehr in den Fokus der Straßenverkehrs-Ordnung gerückt. Das Verwarngeld ist um fünf bis zehn Euro höher, wenn die Radfahrer zum Beispiel neben einem Radfahrweg auf der Straße fahren oder bei Dunkelheit das Licht nicht einschalten.

Zum ungefähr fünfhundertsten Male: Nein, das stimmt so eben nicht. Das Bußgeld wird, wenn denn überhaupt, nur dann fällig, wenn der entsprechend rechts liegen gelassene Radweg als benutzungspflichtig ausgeschildert ist — das lasst sich sowohl in der „alten“ wie auch in der Neufassung der Straßenverkehrs-Odnung in § 2 Abs. 4 StVO nachlesen.

Das enttäuscht durchaus. Eine Falschmeldung der Deutschen Presse-Agentur ist schnell übernommen, meistens sogar von einem gänzlich automatisierten Prozess verarbeitet. Hier musste wenigstens noch die Radweg-Szene aufgenommen, vertont und bearbeitet werden — eine Ausgabe der Straßenverkehrs-Ordnung war ganz offensichtlich nicht Teil dieses Workflows.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.