DIE ZEIT: Radfahren im Straßenverkehr verbieten

Wenn kraftfahrende Journalisten die Probleme des Radverkehrs beleuchten sollen, sind Lösungen immer schnell zur Hand: Verbote, Radwege, Kennzeichen und Bußgelder sind das Handwerkszeug zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Selbst wenn die Erkenntnis im Raume steht, dass viele Unfälle auf unzureichende Radverkehrsanlagen und womöglich auch auf die Beteiligung von Kraftfahrzeugen zurückzuführen sind, wobei das Risiko, auf der Fahrbahn von einem Kraftfahrer umgefahren zu werden deutlich größer als das des klassischen Abbiegeunfalls eingeschätzt wird, reicht es nur zu einer Lösung: Die schwächeren, also Fußgänger und Radfahrer, müssen aus dem Straßenverkehr verschwinden, müssen abgeschoben werden in verkehrsärmere Nebenstraßen, in denen sie allerdings den parkenden Kraftfahrzeugen nicht im Wege sein dürfen. Der Kraftverkehr brauche nunmal viel Platz und wenn’s dann in den Häuserschluchten nicht mehr für einen Radweg reicht, müssten Radfahrer auch mal absteigen können.

Die Aussagen in diesem Artikel der ZEIT sind an Deutlichkeit nur schwer zu übertreffen: Das Risiko ist viel zu groß

Das traurige an der Sache: Der Artikel ist über vierzig Jahre alt — ohne den Hinweis oben im Titel und in der Einleitung hätte man das überhaupt nicht gemerkt. Immerhin gehört DIE ZEIT heutzutage zu den eher fahrradfreundlicheren Marken, während insbesondere Lokalzeitungen immer noch der generellen Radwegbenutzungspflicht hinterhertragen:

Auch 1969 war das Radfahren in der Großstadt nicht ganz ungefährlich. Ein Autor der ZEIT sah damals nur eine Lösung: verbieten

Ein Gedanke zu „DIE ZEIT: Radfahren im Straßenverkehr verbieten“


  1. 40 Jahre später haben wir „Radverkehrsförderung“ à la Ramsauer, das ih-Baik auf dem Kupplungsträger, das Mama-Taxi und den TUI-ADFC. Es lebe der Fortschritt.

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