Die Reporter-Guerilla

Die Aufregung über Kampfradler am Leben zu erhalten gehört offenbar zum primären Auftrag eines guten Journalistens — anders ist die einseitige und rechtlich leider längst nicht fehlerfreie Berichterstattung kaum noch zu interpretieren. Dieses Mal ist die Lokalzeit des Westdeutschen Rundfunks aus Bonn an der Reihe: Die Fahrrad-Guerilla

Schon im Angesichte der Kurzbeschreibung des Videos lässt sich erkennen, dass im besten Falle sechs Minuten verschwendete Lebenszeit folgen werden:

Die sitten werden zunehmend rauher in Bonn: Fahrradfahrer missachten Verkehrsregeln und behindern vor allem an den Uferpromenaden Fußgänger. Den Problemen mit so genannten „Kampfradlern“ begegnet die Polizei im Mai wieder mit eigenen Radlerkontrollen. Werden die Ordnungshüter tätig, werden 45 Euro fällig.

Na gut, also los. Es dauert keine drei Sekunden bis zum Rotlichtverstoß: eine Radfahrerin fährt über eine rote Ampel und biegt anschließend nach rechts auf den Radweg ab. Das ist nicht in Ordnung, aber die Fahrzeuge aus dem Querverkehr wurden gar nicht behindert, denn schließlich bog die Dame auf den Radweg ab und nicht auf die Fahrbahn. Insofern bleibt zwar rotes Licht auch hier rotes Licht, aber möglicherweise erwächst daraus kein Rotlichtverstoß: der liegt nämlich erst bei Verletzung des so genannten geschützten Bereiches vor, alles andere bleibt ein Haltlinienverstoß. Obwohl es eigentlich logisch wäre, zählt ein Radweg nicht zwangsläufig zum geschützten Bereich, der beginnt stellenweise gar sehr viel später. Und „einfach abgebogen“, wie es der Sprecher erklärt, ist die Dame auch nicht, sie hat sich ja durchaus vergewissert, niemandem in die Quere zu kommen.

Ein solches Verhalten ist leider alltäglich, längst nicht nur bei den so genannten Kampfradlern, sondern auch bei der Oma auf dem Weg zum Supermarkt oder dem erfolgreichen Manager auf dem Weg zur Arbeit — ja, sogar Polizeibeamte, Bürgermeister und Richter wurden schon gesehen, auf diese Weise abgebogen zu sein. Die Alltäglichkeit ist eben leicht begründet: man überquert als Radfahrer nicht die Kreuzung, man kommt dem Kraftfahrzeugverquer nicht in die Quere, sondern will ja nur nach rechts auf den Radweg — die rote Ampel fällt da plötzlich nicht so sehr ins Gewicht. Allerdings dürfte auch dieser Verstoß eher zu den weniger gefährlichen zählen. Interessant, dass die Polizei gleich zweihundert Meter später das Fehlverhalten erklärt, mutmaßlich aber nicht auf diese Aspekte eingehen wird und sich das Fernsehbild noch mit einer blödsinnigen Beschilderung teilen muss, die stark darauf hinweist, wie es um das Radfahren in Bonn bestellt ist: mit Zeichen 254 möchte man das Radfahren auf dem linksseitigen Radweg verbieten, gute Idee, aber leider sperrt Zeichen 254 keine einzelnen Straßenteile, da fiele ja auch die Zuordnung schwer, sondern gleich den kompletten Straßenquerschnitt.

Es folgt die übliche Erklärung einer andere Radfahrerin, mit dem Auto natürlich nie und niemals über rote Ampeln zu fahren. Das ist einleuchtend, denn im Gegensatz zum Auto gilt das Fahrrad in Deutschland nicht als vollwertiges Verkehrsmittel, ein Radfahrer ist eher ein beräderter Fußgänger, muss sich so manche Wege aufgrund behördlicher Anordnungen mit Fußgängern teilen und sieht sich in der Regel nicht als Verkehrsteilnehmer verstanden. Klar, dass man sich auf dem Rad auch mehr herausnehmen mag.

Acht rote Ampeln wurden während der zweistündigen Kontrolle missachtet, empört sich der Sprecher. Donnerwetter, mag man da denken, diesen Kampfradlern gehört das Fahrrad weggesperrt, doch bleibt dabei außer acht, dass parallel zur Polizeikontrolle auch dutzende Autofahrer wenigstens das gelbe Licht der Ampel missachtet haben dürften und lieber noch schnell mit Vollgas über die Kreuzung geflitzt sind. Wenigstens in Hamburg braucht man für acht vollqualifizierte Rotlichtverstöße durch Autofahrer an einer ordentlichen Kreuzung sicherlich keine halbe Stunde.

Und natürlich versuchen sich auch Rad fahrende Verkehrsteilnehmer aus der Affäre zu ziehen, doch in solchen Reportagen werden die Ausflüchte und Ausreden der Radfahrer so kommentiert, als nähmen Autofahrer ihre Strafe auf Knien und dankend entgegen.

Es bleibt nicht bei roten Ampeln, auch Gehwegradler werden zur Kasse gebeten. Auch hier zeigt sich die Polizeikontrolle außerordentlich kontraproduktiv, wenn auch in Bonn wird, so man denn unbestätigten Erzählungen glauben darf, durchaus vor allem deswegen auf dem Gehweg geradelt, weil jahrelang die Polizei die gefährliche Fahrbahn als tödlich für Radfahrer propagierte und entgegen der Straßenverkehrs-Ordnung empfahl, bei solchen Straßen lieber auf dem Gehweg zu radeln — um nun, ein paar Jahre später, die eigenen Erklärungen vergessen zu haben und die Radfahrer abzukassieren, die sich seitdem an den Rat der Beamten gehalten hatten. Interessant auch, dass so mancher erwischter Radfahrer sich über die zugeparkten Radwege beklagt, die Polizei sich dafür aber nicht weiter interessiert. Für den normalen Radfahrer ist es aber logischer, bei zugeparkten oder versperrten Radwegen auf den Gehweg auszuweichen als auf die Fahrbahn, denn auch das lernen sie an jeder Baustelle, die den Radweg blockiert: da wird mit Zeichen 240 plötzlich die Benutzung des Gehweges angeordnet, als dass es eine Rampe auf die Fahrbahn gäbe. So soll der Radfahrer also wissen, dass bei Arbeitsstellen der Gehweg, bei zugeparkten Radwegen aber die Fahrbahn zu benutzen ist?

Nach knapp zwei Minuten wird dann Zeichen 237 mit der damit einhergehenden Benutzungspflicht erklärt. Soweit, so gut, man hatte schon Hoffnung auf eine halbwegs ordentliche Auseinandersetzung mit der Straßenverkehrs-Ordnung, aber dann kommt gleich der nächste Unfug: kurz vor einer Kreuzung wird der Radverkehr von der Fahrbahn einer Einbahnstraße mit einer Rampe auf einen linksseitigen Radweg geleitet. Was machen Radfahrer, die nach rechts abbiegen wollen, fragt der Sprecher berechtigterweise. Die Antwort ist: auf der Fahrbahn bleiben, denn das aufgemalte Zeichen 237 auf dem Boden entfaltet kein Benutzungszwang, ganz im Gegenteil, weil es sich nur um Fahrbahnmalerei und nicht um ein Verkehrszeichen handelt, darf der linksseitige Radweg überhaupt nicht benutzt werden. Der Sprecher weiß das aber nicht und glaubt, das Rechtsabbiegen sei hier nur schiebend möglich. Er weiß allerdings nicht von seinem Glück, dass die Kamera eine dieser Situationen eingefangen hat, in der man sich als Radfahrer nur falsch verhalten kann: fährt man auf den linksseitigen Radweg auf, steckt man gleich in Kalamitäten, was das richtige Rechtsabbiegen angeht, denn theoretisch könnte ein findiger richtiger aus dieser Umfahrung einer Ampel durchaus einen Rotlichtverstoß konstruieren, denn das Abkürzen über Tankstellen oder Parkplätze ist ebenfalls untersagt. Andererseits darf ein Radfahrer diesen Weg überhaupt nicht benutzen, auch wenn die Behörde das gerne mit ihrem Piktogramm auf der Fahrbahn gewollt hätte. So kompliziert kann das Radfahren sein, woraus auch die vielen Regelverstöße resultieren, doch der WDR sieht nur die Regelverstöße, versteht aber die Komplexität dahinter nicht. Stattdessen bleibt dem Sprecher nur noch populistisches Geschwätz: „Stoppt den Kampfradler!“

Kurz kommt ein Radfahrer zu Wort, der sich über diesen Ausdruck beschwert, aber lange darf er nicht reden, denn die Polizei hält sogleich den nächsten Radfahrer an, der auf dem Gehweg fuhr. Man bekommt natürlich nicht so ganz raus, warum er nun tatsächlich angehalten wurde, aber falls er zur Kasse gebeten wird, weil er mit seinem Rad kurz den Radweg verlassen und auf dem niveaugleichen Gehweg geradelt ist, rückte nun wirklich die Vermutung der Abzocke in greifbare Nähe. Natürlich darf im Prinzip nicht einmal der Lenker das Lichtraumprofil des Radweges verlassen, aber gleich darauf zu lauern und sofort zu kassieren kommt doch einem seltsamen Verständnis des Radverkehrs gleich.

Das Bonner Verständnis des Radverkehres darf danach ein Hauptkommissar Volker Burow formulieren:

Meine Einschätzung ist die, dass die Radfahrer meinen, dadurch dass sie Radfahren und nicht die Umwelt belasten durch Autofahrerei haben sie einen gewissen Freibrief, da müsse man Verständnis für haben, dass sie dann auch von der Straßenverkehrs-Ordnung befreit werden.

Es mag sein, dass die Bonner Polizei den einen oder anderen Radfahrer mit diesem Selbstverständnis angehalten hat. Tatsächlich dürften die Gründe ungleich komplexer sein: jahrzehntelange Ignoranz gegenüber Radfahrern, schlechte Radverkehrsanlagen, widersprüchliche Regelungen in der Straßenverkehrs-Ordnung und Attacken von Seiten der Autofahrer haben zu dem heutigen Zustand geführt. Nur die wenigsten fahren aus lauter Boshaftigkeit auf dem Gehweg, eher halten sie die Fahrbahn für so gefährlich, wie es jahrzehntelang propagiert wurde und wollen sich logischerweise nicht unnötig in Gefahr bringen. Dass Radeln auf dem linksseitigen Radweg verboten ist, weiß mutmaßlich auch nur ein Bruchteil der Radfahrer, denn den Verkehrsunterricht aus der Grundschule kann man bezüglich der Straßenverkehrs-Ordnung komplett vergessen, in der Fahrschule knappe zehn Jahre später findet der Radverkehr ebenfalls kaum Berücksichtigung, denn schließlich ist ja auch die Fahrerlaubnis für ein Kraftfahrzeug das finanzierte Ziel. Dann gibt es Städte, die den Radverkehr so weit zerpflückt haben, dass eh niemand mehr durchblickt: mit Pfeilen auf den Radwegen soll das Fahren in beide Fahrtrichtungen erlaubt sein, obwohl die dazu nötigen Schilder fehlen, plötzlich wird man auf die linke Straßenseite geleitet, darf dort aus dem gleichen Grunde aber ebenfalls nicht radeln und mitunter wird das Gehwegradeln nicht ausdrücklich erlaubt, aber dankbar toleriert, um die Fahrbahnen frei von Radfahrern zu halten. Und da soll der normale Verkehrsteilnehmer durchblicken?

Es ist aber leider leichter, auf Rad fahrende Verkehrsteilnehmer zu schimpfen und zu bestrafen als die eigentlichen Hintergründe zu verstehen — oder gar einige Missstände abzustellen.

Danach kommen natürlich noch ein paar aus Prinzip empörte Autofahrer zu Wort. Beklagt wird das Vorbeidrängen der Radfahrer an der roten Ampel, was die Straßenverkehrs-Ordnung aber ausdrücklich erlaubt, die Radfahrer auf dem Radweg, die noch am rechtsabbiegen Autofahrer vorbeifahren, obwohl der Autofahrer hier in der Regel wartepflichtig ist und die Radfahrer lediglich ihre Vorfahrt wahrnehmen, und so weiter und so fort. Auch hier bleibt die Frage: was soll das? Da dürfen sich Autofahrer zu vermeintlichen Verstößen mit Radfahrern empören, so dass zu Hause am Fernsehschirm jeder Zuschauer zornig aufschreien kann, ja, diese Fahrradfahrer, das ist mir auch schon mal passiert, obwohl die Autofahrer eigentlich nur in Unkenntnis der Straßenverkehrs-Ordnung waren? Was soll denn überhaupt diese Einteilung der Verkehrsteilnehmer in Auto- und Radfahrer? Ein Großteil der deutschen wechselt mehrmals zwischen seiner Rolle Autofahrer und Fußgänger, so mancher fährt regelmäßig noch zusätzlich mit dem Rad, aber hier wird wieder eine Gruppierung eingeführt, die sich nur auf dem Fahrrad bewege und nicht an die Verkehrsregeln halte, während die armen Autofahrer bestürzt und empört durch die Fensterscheibe von ihren schlimmsten Erlebnissen berichten dürfen.

Im Prinzip hätte man sich diese Reportage gar nicht ansehen dürfen. Sechs Minuten vergeudete Lebenszeit. Vermutlich muss man froh sein, dass zu diesem Thema keine abendfüllenden Dokumentationen gedreht werden.

8 Gedanken zu „Die Reporter-Guerilla“

  1. Zu der Frage mit dem Rotlichtverstoß: Auch die Fußgängerfurt gehört zum geschützten Bereich der Kreuzung und wenn man bei rot über die Fußgängerfurt fährt, dann ist das ein voller Rotlichtverstoß, auch wenn man danach auf den Radweg und nicht die Fahrbahn fährt. Rechtlich kann man also nicht viel gegen das Bußgeld machen.

    1. Ist das denn tatsächlich so? Ich habe gestern noch mal ein bisschen recherchiert und da gingen die Meinungen ziemlich auseinander. Es klingt zwar logisch, dass auch Fußgänger- und Fahrradfurt „geschützt“ werden, aber das scheint rechtlich nicht immer eindeutig zu sein, oder? :-/

  2. Moin! Bezüglich Z. 254 bin ich anderer Meinung. Verkehrszeichen stehen immer rechts betreffenden Spur. Deshalb gab die ERA 95 damals wohl auch die Empfehlung de Aufstellung an linksseitigen Radwegen. Allerdings widerspricht das dem Verbot der Aufstellung von Verkehrszeichen, die nur ausdrücken, was ohnehin geboten ist.

    1. Es hieß doch, Verkehrszeichen stünden in der Regel rechts. Und mit einem solchen Verbotszeichen sperrt man allenfalls einzelne Straßenteile oder Fahrspuren, wenn man es über der Fahrspur anbringt, hängt es irgendwo in der Gegend herum, so sperrt es die komplette Straße.

  3. Für mich gibt es zwei Situationen, in denen ich nur widerwillig an einer roten Ampel anhalte.
    Die erste entspricht dem oben beschriebenen Rechtsabbiegen mit Weiterfahrt auf dem Radweg. Da steht man als Radfahrer minutenlang dumm rum, obwohl man kaum die Möglichkeit hätte jemanden zu gefährden. Hier wäre es doch angebracht, den „grünen Pfeil“ (Z. 720) anzubringen, der ein Abbiegen bei Rot erlaubt, wenn Gefahrdung ausgeschlossen ist. Für Autos gibt es das ja auch.
    Die zweite, wenn man an einer von links einmündenen Straße, auf dem Radweg geradeaus fahren will. Querverkehr gibt es nicht. Würde man den Radweg rechts an der Ampel vorbeiführen, wäre allen geholfen.

    1. Hier wäre es doch angebracht, den “grünen Pfeil” (Z. 720) anzubringen, der ein Abbiegen bei Rot erlaubt, wenn Gefahrdung ausgeschlossen ist.

      Erst einmal die obligatorische Klugscheißerei: das Ding heißt Grünpfeil — der grüne Pfeil ist als Teil eines Signalgebers ausgeführt und leuchtet 😉 So einfach lässt sich ein Grünpfeil aber eben nicht installieren, denn während der Radfahrer, sofern er denn nach rechts auf einen Radweg will (oder: muss), in der Regel kaum in Konflikt mit gegnerischen Verkehrsströmen gerät, dürften dann ja auch alle Autofahrer abbiegen. Die Vorschriften haben ziemlich hohe Ansprüche an einen solchen Grünpfeil, den kann man leider nicht einfach so an eine Kreuzung basteln und leider auch nicht, was man ja hin und wieder versucht, mit einem Zusatzzeichen auf Kraftomnibusse oder eben Radfahrer beschränken, weil es sich beim Grünpfeil eben um einen Teil der Lichtzeichenanlage handelt und Zusatzschilder dort nichts verloren haben.

      Würde man den Radweg rechts an der Ampel vorbeiführen, wäre allen geholfen.

      Ob eine Ampel rechts oder links vom Radweg steht hat erst einmal keine Auswirkungen für den Radfahrer. Die Aufstellung erfolgt in der Regel nicht nach der erwünschten Gültigkeit für den Radverkehr, sondern nach anderen Aspekten, zum Beispiel dürfen direkt unter dem Boden keine Kabel verlaufen und direkt hinter einem Baum soll der Signalgeber ja auch nicht hängen. Die Sache ist nicht so ganz geregelt, die Straßenverkehrs-Ordnung enthält eben keine Regelung wie „Radfahrer müssen auf Radwegen außerdem nur Signalgeber rechts des Radweges beachten“, Google wirft zu der Thematik mehrere Urteile aus, interessant ist offenbar auch hier der geschützte Bereich, der sich durchaus über den Radweg erstrecken kann. Eindeutiger wäre die Sache mit einer separaten Haltlinie, wobei natürlich die Position der Ampel einen Hinweis auf die Lage des geschützten Bereiches geben könnte. Hast du ein Foto von dieser Situation?

  4. Interessant ist diesbezüglich der gerade in Paris laufende Feldversuch, Radfahrern legal die Vorbeifahrt an roten Ampeln zu erlauben, wobei man wesentlich weiter geht als in dem beschriebenen Grünpfeil-Beispiel. Ich war neulich per Vélib im 10. Arrondissement rund um den Gare de l’Est und Canal St. Martin unterwegs und habe jede Menge dieser neuen Zeichen, die in Form eines „Vorfahrt gewähren“-Schildes mit Fahrrad darauf, darunter ein gelber Richtungspfeil, ausgeführt sind, gesehen.
    Es darf nicht nur nach rechts in einen Radweg, sondern auch von Fahrbahn zu Fahrbahn (ohne Radweg/streifen) abgebogen werden. An Fußgängerampeln existieren die Zeichen mit Geradeauspfeil, dh. die Fußgängerampel hat für Radfahrer die Bedeutung eines Zebrastreifens; läuft niemand über die Straße, darf weitergefahren werden. Bis auf große, verkehrsreiche Kreuzungen sieht man die Schilder im 10. Arr. sehr oft. Eine wie ich finde, sehr gute und mutige Idee, die in der Praxis aber oft daran krankt, dass sich die Autos vor der Ampel zurückstauen und in den oft schmalen Straßen rechts keinen Platz lassen, sodass man als Radfahrer im Stau steckt und das neue „Fahrrecht“ nicht nutzen kann.

    In Strasbourg gibt es ähnliche Versuche, allerdings mit einem blinkenden Pfeil als Lichtsignal und mW. nach nur zum Rechtsabbiegen. Es wäre interessant zu wissen, ob auch mal eine deutsche Kommune einen derartigen Versuch startet und ob so etwas nach deutschem Recht überhaupt zulässig wäre.

    1. In Strasbourg gibt es ähnliche Versuche, allerdings mit einem blinkenden Pfeil als Lichtsignal und mW. nach nur zum Rechtsabbiegen. Es wäre interessant zu wissen, ob auch mal eine deutsche Kommune einen derartigen Versuch startet und ob so etwas nach deutschem Recht überhaupt zulässig wäre.

      Tja, mit dem Grünpfeil wird es wie gesagt nicht funktionieren. Aber generell gilt auch bei der Radverkehrspolitik: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Nur mangelt es ja momentan ganz drastisch am Willen.

      In einigen us-amerikanischen Bundesstaaten geht man ja sogar noch weiter, dort dürfen alle Fahrzeuge bei rot nach rechts abbiegen, sofern es nicht explizit verboten ist.

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