Die Märkische Allgemeine erleichtert die Wahl

Eine aktuelle Umfrage lautet:

Wer soll der nächste Bundeskanzler werden?

Angela Merkel oder Peer Steinbrück? Während Angela Merkel mit ihrer sicheren und unaufgeregten Handhabung der Euro-Krise glänzt, lässt Herausforderer Peer Steinbrück kein Fettnäpfchen aus und disqualifiziert sich beinahe täglich für das Amt des Bundeskanzlers.

Okay, das war natürlich dreist gelogen, so tendenziös hätte sich keine Zeitung eine Einleitung getraut.

Bei der Helmpflicht hat die Märkische Allgemeine allerdings kein Problem damit: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

Schön, dass in dem Artikel die kaum relevanten Fahrradländer Schweden, Finnland und Spanien genannt werden, ohne zu erwähnen, dass Amsterdam und Kopenhagen vermutlich nicht einmal müde lächeln über unserer Helmpflichterei. Schön, dass die jahrzentelangen Bemühungen zur Einführung einer Helmpflicht erwähnt werden, aber kein Platz mehr war für die physikalischen Zusammenhänge, unter denen eine Helmpflicht wenigstens nicht halb so eindeutig gesehen werden kann.

Ob man in der Redaktion sehr enttäuscht war, dass sich die Leser von den kleinen Formulierungstricks nicht beeinflussen ließen?

5 Gedanken zu „Die Märkische Allgemeine erleichtert die Wahl“

  1. Immerhin versteigt sich die Märkische Allgemeine nicht zu der Behauptung, dass die Mehrheit aller Verletzungen beim Radfahren am Kopf sei. Wie es z.B. der Weser-Kurier in dieser schon Fotostrecke bei Bild 8 tut: http://www.weser-kurier.de/fotos/bremen8_galerie,-Fahrrad-Regeln-Was-ist-erlaubt-im-Strassenverkehr-_mediagalid,7802.html

    Die Fotostrecke ist zwar schon etwas älter, wurde aber gerade vorgestern unter diesem Beitrag (http://www.weser-kurier.de/bremen/politik2_artikel,-Piktogramme-fuer-mehr-Sicherheit-_arid,472567.html) mal wieder verlinkt.

    1. Hm, also bei meinen Krankenhauseinlieferungen nach Fahrradunfällen hatte es lediglich Strecksehnenabriss am Finger, Schultergelenkkapselsprengung Tossy III, mehrmals diverse Prellungen (Rücken, Becken, Beine, Schulter) und Schürfungen (Hände, Knie, Unterarm), aber mit dem Kopf hatte ich in den letzten 46 Jahren noch nie etwas. Aber ich war auch nur 3x mit dem Rad in Bremen, bislang unfallfrei 😉
      Hoffentlich habe ich zukünftig keinen Unfall in Bremen, da muss dann ja etwas am Kopf passieren . . .
      Und das in der Stadt, die sich selbst „fahrradfreundlich“ bezeichnet.

      1. Nun ja, die Fahrradfreundlichkeit von Bremen muss man relativ sehen. Verglichen mit Hamburg (da habe ich allerdings keine eigenen Erfahrungen) scheint es hier ja noch ganz gut zu sein. Und ich bin nach wie vor froh, nicht mehr in der niedersächschen Kreisstadt zu wohnen, in der ich aufgewachsen bin.
        Aber vielleicht sind die Bremer Radfahrer einfach so hart im Nehmen, dass sie sich (fast) nur mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus einliefern lassen. 😉

  2. Nun gut, bei rund 70% ging die Propaganda schlicht am Arsch vorbei und die 30% gehören zum ADFC-Ortsverein der bekanntlicherweise sich NIE ohne Helm umd Warnweste aufs Velo setzt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.