Die Extrem-Autofahrer schlagen zurück

Als Radfahrer merkt man ziemlich schnell, wenn etwas nicht stimmt. Der siebte Sinn kündigt unachtsame Kraftfahrer an, die gleich ohne Schulterblick abbiegen wollen, der achte Sinn stellt fest, ob in den Medien schon wieder ein hetzerischer Beitrag über Radfahrer veröffentlicht wurde.

Gleich zwei Kraftfahrzeugführer forderten heute gleichzeitig an der roten Ampel durchs Beifahrerfenster die ordnungswidrige Benutzung des Gehweges und vermutlich bestärkt vom gegenseitigen Zusammenhalt investierte der hintere Fahrzeugführer sogar eine komplette Grünphase, um mir trotz des entnervten Gehupes der übrigen Kraftfahrzeuge ganz in Ruhe zu erklären, dass ich „Hurensohn“ keine Steuern zahle, auf der Straße „hartzende Arschlöcher“, vulgo Radfahrer, nur geduldet werden und er einen wesentlichen Teil eines Gehalts für „bescheuerte Scheißradwege“ ausgäbe, die „solche Wixer“ dann noch nicht einmal „verwenden!!!“ Immerhin kam der Fahrradhelm nicht zur Sprache, der aber wenigstens vor den wild prasselnden Ausrufezeichen geschützt hätte.

Bislang befand ich den Weg von meiner Wohnung zur S-Bahn als so ungefährlich, dass ich keine Kamera mitführte — es hätte sich dieses Mal gelohnt. Und natürlich lag der Verdacht nahe, dass da wieder etwas in der Zeitung oder im Netz stand, was zu dieser Aufregung geführt hatte.

Der vorsichtige Blick in den Posteingang klärte die Sache recht schnell: Es ging um Kampfradler, Steuergelder, Helme, Radfahrer mit Kamera und Köln und es dauerte gar nicht lange, bis ich feststellte, dass Marco Laufenberg wohl im Fernsehen aufgetreten ist.

Letztes Mal fingerte ich allerhand Unappetitlichkeiten aus dem Posteingang, dieses Mal ging’s zum Glück nur ums SAT.1-Frühstücksfernsehen, das einerseits aufgrund der unchristlichen Sendezeit nicht ganz so viele Zuschauer wie sternTV zählt und die Leute am Frühstückstisch wohl auch noch entspannter als am Abend sind, schließlich hat man morgens ja erst die anstrengende Autofahrt mit den vielen Kampfradlern links und rechts und auf der Fahrbahn erst noch vor sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Insofern blieb die Resonanz mit einem knappen Dutzend E-Mails noch relativ verhalten.

Der Beitrag, naja, hieß halt schon komisch, da wusste man schon vor dem Werbeblock, worum es gehen würde: Autofahrer vs. Radfahrer

Marco Laufenberg ist Extrem-Radfahrer und will bessere Verhätnisse für Radfahrer.

Auch wenn sich Marco wieder einmal wacker geschlagen hat, bleibt ja die Frage, warum schon mit der Wortwahl immer gleich suggeriert werden muss, dass mit diesen Radfahrern etwas nicht stimme. Die üblichen Bis-zum-Postkasten- und Bis-zum-Bäcker-Autofahrer sind schließlich auch keine Extrem-Autofahrer und mitnichten wird außerhalb des Radfahrer-Stammtisches jemand, der mit Vorliebe auf dem Radweg parkt, als Kampfparker bezeichnet. Nun mag man zurecht entgegnen, dass jemand wie Marco schon ein bisschen was besonderes ist, aber prinzipiell schwingt nicht nur im Frühstücksfernsehen, sondern auch überall sonst der unterschwellige Vorwurf mit, dass mit jedem, der öfter als fünf Mal pro Jahr auf den Sattel klettert, etwas nicht stimmen könne.

Ich will an dieser Stelle überhaupt nicht aus den E-Mails zitieren, es steht bloß der übliche Kram drin, den man eh nur zur Belustigung liest, weil es wie ein Unfall aussieht. Prinzipiell waren die Wortmeldungen sowieso nicht an mich gerichtet, schließlich ließ sich aus der Besucherstatistik ganz eindeutig ablesen, dass die meisten Leute die üblichen Ramsauer-Buzzwords in die Suchmaske geprügelt hatten und dann dummerweise hier herausgepurzelt kamen, aus unerfindlichen Gründen noch den Weg ins Impressum fanden und im E-Mail-Programm ihrer Wut freien Lauf gelassen haben.

Womöglich muss ich meine Meinung langsam korrigieren: Der Krieg auf der Straße wird mittlerweile so kräftig geschürt, dass er vielleicht doch keine märchenhafte Erfindung der Medien ist.

38 Gedanken zu „Die Extrem-Autofahrer schlagen zurück“

  1. >> Der Krieg auf der Straße wird mittlerweile so kräftig geschürt, dass er vielleicht doch keine märchenhafte Erfindung der Medien ist. <<

    Aber Hallo! Ganz bestimmt keine bloße Erfindung von Medien, denn das was man als Gewohnheitsradfahrer so übers Jahr seit viel zu vielen Jahren so erlebt, läßt leider keinen anderen Schluß zu.
    Natürlich ist es keine totaler Krieg, also "die Autofahrer" gegen "die Radfahrer" und ich stelle schon fest, dass immer mehr Autofahrer mit eingeschaltetem Hirn fahren und sich so verhalten, wie es dem Geiste der StVO entspricht. Gleichzeitig stelle ich aber auch fest, dass jener Teil der immer schon merkbefreiten Unterwegs-Seienden, gleich ob nun unter Radfahrern oder Autofahrern und stark zunehmend auch bei den 50er Rollerfahrern, zunimmt und an Schärfe gewinnt.

    Das ist Krieg, wenngleich ein höchst einseitiger, denn ein Radfahrer kann nunmal keine Tonne Blech als Waffe verwenden.

  2. Ich finde den Sat.1-Beitrag mal gut gelungen. Stellt die Radfahrer wenigstens nicht so negativ da und zeigt objektiv Probleme auf.

    1. Na ja, etwa Minute 6, Marco redet – er spricht übrigens wirklich angenehmerweise viele der Dinge dort aus, die bei Kreisch-TV (Stern) unter den Tisch gefallen wurden – und im Bild wird UNKOMMENTIERT gezeigt, wie er innerstädtisch LINKS vom sog. Schutzstreifen fährt. Da hier nicht direkt mit dabei gesagt wird, dass jener tolle Streifen direkt durch die Dooring-Zone, also den Türöffnungsbereich geführt wird wo allerschlimmste Unfälle geschehen, wirkt es so, als würde er sich nur einmal mehr nen Schietdreck um die Verkehrsregeln kümmern, was aber eben nicht der Fall ist.

      Insgesamt, ja, 8 Minuten die deutlich mehr rüberbringen, als irgendwelche „Beiträge“ in Politmagazinen oder Laber-Kreisch-Sendungen.
      Negativ wirkt die Begriffswahl von Sat1 – „Extrem-Radfahrer“. Was soll das? Marco fährt viel, aber er fährt eben auch dort, wo zigtausende Andere auch fahren, wenn das also extrem sein soll, dann gute Nacht.

  3. Ich schließe mich Jochen’s Meinung an. Es wäre in der Tat wichtig gewesen, zu erklären, weshalb Marco links vom Radstreifen fährt, am besten noch mit einem Erklär-Video, das veranschaulicht, wie ein Dummy-Radler gegen eine sich öffnende Autotür knallt. In Marcos anschließender Diskussion mit dem Autofahrer scheint es ja offenbar darum zu gehen.

    Bezeichnend für die dumpfbackenen Blechkistentreiber ist, dass keiner von ihnen sich mal die Mühe gemacht hat, über das vermeintliche Schimpfwort „Rambo-Radler“ nachzudenken und es blind benutzen. John Rambo (Sylvester Stallone) geht in dem gleichnamigen Film friedlich durch die Straßen. Selbst als ein mit Vorurteilen prall gefüllter Polizist ihn ohne Grund provoziert, bleibt er noch lange defensiv. Erst als man den Bogen völlig überspannt, wehrt er sich – dann aber auch gleich richtig… Hätte man ihn Ruhe gelassen, wäre nichts passiert.

    Die Kampf-Autler sind also nicht nur unwissend, was Verkehrsregeln angeht, sondern übernehmen auch unreflektiert billige Stammtischparolen.Mangels Argumenten haben sie auch nichts Anderes vorzutragen. Herr, lass Hirn vom Himmel regnen.

    Wenn eine solche Sendung mal mit objektiven Kommentaren, anstatt solcher, die, wie Malte zu Recht kritisierte, Radfahrer per se als Exoten diffamieren, obwohl sie nicht nichts Anderes tun, als Autofahrer, nämlich mit ihrem Fahrzeug auf der Fahrbahn fahren, wären wir dem offiziell „gleichberechtigten Radfahrer“ einen großen Schritt näher gekommen.

  4. Moin:

    ich melde mich hier gerne einmal zu Wort, werde aber vermutlich auch noch einen eigenen kleinen Artikel schreiben. Bei Dir, Malte bitte ich untertänigst um Entschuldigung, daß die Proleten und Krakeler wieder nur Deinen Blog gefunden haben. Die Reaktionen, die mich erreichten (e-Mail und Facebook), waren übrigens zu 90% positiv und die negativen wenigstens in sachlichem Ton gehalten, so daß man sie auch größtenteils beantworten kann (was ich auch incl. Verweise auf Gesetzestexte und Gerichtsurteile gemacht habe). Spricht also irgendwie dann doch dafür, daß Dummheit was mit dem Verkehrsmittel zu tun haben könnte …. 😉

    Den Rambo-Vergleich finde ich sehr gut, so ähnlich hatte ich mir das zurecht gelegt, hätte man mich im Interview so angesprochen. Rambo war ja schließlich tatsächlich ein Guter.

    Der „Extrem-Radler“ ist natürlich Quatsch. Der Boulevard braucht (leider) immer Superlative und für nen Gelegenheitsradler sind meine Jahreskilometer „extrem“. Das sehen wir hier ganz sicher anders ….
    Ich arbeite selbst beim Fernsehen und weiß wie das funktioniert. Sollte man nicht so ernst nehmen.

    Andererseits: ich konnte frei und ohne Suggestivfragen mein Anliegen vortragen, bereits der Realisator beim Dreh war selbst Vielradfahrer (fährt Rennrad und Brevets) und hatte das Shirt an, was ich dann auch in der Sendung trug ;-). Ich mußte ihm nichts erklären, er wußte komplett, worum es geht und wir waren in kürzester Zeit mit dem Dreh fertig. Der Chefredakteur war ähnlicher Meinung und beide Moderatoren (ich bin 2x aufgetreten) kannte ich bereits beruflich, entsprechend waren sie mir zugetan und auch vertrauensvoll und offen für das Thema. Ich konnte im Teaser gar Marlenes „sonst trägst Du hoffentlich einen Helm“ zurechtweisen und relativieren 😉

    Vielleicht ein Fehler: ich habe die MAZ vorher nicht gesehen und auch die Off-Mazen nur bedingt erkennen können (Blickwinkel und Sonne (das war ja draußen und die Sonne schien direkt ins Gesicht), sonst hätte ich natürlich erklären können, warum ich links der Linie fahre (hatte ich für den Einspieler gemacht, keine Ahnung, ob das gezeigt wurde) und dazu kommt noch: der erste Auftritt war um 6:20 Uhr rum, also lange vor dem Frühstück. Ich bin heilfroh, daß ich halbwegs die Zähne auseinander bekommen habe. Das ist echt nicht meine Zeit! 😉

    Der Faktor Zeit spielt auch noch eine Rolle, ich finde 8 Minuten für ein Boulevard-Magazin schon recht lang. Aber natürlich zu kurz, um in jedes Detail zu gehen, irgendwas bleibt also immer auf der Strecke. Dafür war ich zufrieden.

    Das was Lutz schreibt, beinhaltet dann die nächste TV-Anfrage: für ein Wissensmagazin zu erklären, warum es auf dem Radweg/Schutzstreifen gefährlich ist. Incl. meiner Videos, Crashtests und Fachleuten. Ja, Malte ich gebe Dir bescheid, damit Du Deine Mailbox dichtmachen kannst 😉

    Übrigens: sind doch nicht alle Berliner so besonnen, wie ich das in der Sendung sagte. Ne gute Stunde nach der Show hatte ich dann einen Disput, der mit anpacken und dem grandiosen Satz „ich schlachte Dich wie ein Karnickel“ seinen Höhepunkt fand …. ich konnte das nur deeskalieren indem ich dem doch eher gebrechlichen Mann im besten Alter recht bestimmt zum Ausdruck brachte, daß ich ihm körperlich überlegen wäre. Hat er geglaubt und ist wieder in seinen Mercedes gestiegen 😉 Der Rest der Hauptstadt war gestern und vorgestern aber echt entspannt.

    1. Ja, Malte ich gebe Dir bescheid, damit Du Deine Mailbox dichtmachen kannst 😉

      Es reichte ja schon, könntest du dein Blog für Suchanfragen der einschlägigen Begriffe höher ranken, dann purzeln die Leute auf der Suche nach Kampfradlern in Köln raus 😛

    2. >> Der “Extrem-Radler” ist natürlich Quatsch. Der Boulevard braucht (leider) immer Superlative … … Sollte man nicht so ernst nehmen. <<

      Jaein! Sicherlich ist es für UNS ne Pillepalle Nummer, aber wir sind ja nicht die Mehrheit der Zuschauer. Durchschnittliche Fernseh-Konsumierer nehmen die wichtigen Nuancen doch kaum war, sie reagieren vielmehr auf Stichwörter, v.a. wenn sie noch extra betont, oder gar markig eingebaut werden. Und das war hier mind. 2x der Fall.
      Daher ist mir ziemlich zu Anfang dieses indirekt wirkende *sinngemäß* "alltägliches Radfahren ist lebensgefährlich" sehr negativ aufgefallen, eben wegen der Botschaft "Radfahren = gefährlich".

      Das blöde dabei, ja, unter gewissen Umständen kann es gefährlich sein! Aber was wird man mit einer solchen Botschaft erreichen?

      PS: Bei deiner sonstigen Wortgewaltigkeit, war das nicht unbedingt ein Nachteil, so früh am Morgen noch nicht über die sonstige Redegewandtheit zu verfügen, denn so hat es nicht erschlagend gewirkt.

  5. So, 25km Mittagspause später: Irgendwas stimmt mit den Autofahren heute wirklich nicht:
    * Vor mir so ein lustiges rotes Dreieck auf der Spitze, danach ein „Radweg“ und eine unsicher aussehende Radlerin kommt an und wird langsam. Ich winke sie durch. Der Smart hinter mir testet 2x seine Hupe.
    * Im Wiesendamm (Richtung Barmbek) fahr ich knapp 30, lasse an geeigneter Stelle einen PKW überholen. Höre nur noch irgendwas mit „… Fahrrad …“ aus dem Beifahrerfenster
    * Kurz später, der nachfolgende PKW im Wiesendamm. Ich kann abschätzen, dass der die Ampel eh nicht bei bei Grün erreichen könnte, und mach deshalb auch keinen Platz. Ca. 4 Sekunden Hupentest folgen. Dann blökt mich noch der Renter vom Fußweg aus an, ich solle auf dem Radweg fahren.
    * auf der Fuhle ist die rechte Spur zugeparkt, vor uns stockt der Verkehr. Der PKW hinter mir hupt den Stau weg.
    Und später auch noch so 2-3x angehupt worden.

    Liegt es an einem Fernsehbeitrag oder einfach daran, dass den Leuten die Sommerhitze in Kopf steigt?

    1. Scheint an der Sommerhitze zu liegen, ich habe in den letzten Tagen hier in München jeden Tag mindestens einen Unfall gesehen (geschrottete Blechkisten), gestern sogar zwei (einmal Radlerin gestürzt, dann abends noch Blechkistenkarambolage), und das auf meinen ganz normalen Strecken – das ist sonst nicht so.

      Ja, ich glaube, den Leuten macht die Hitze zu schaffen, und das wirkt sich stark im Verkehr aus.

  6. Hatte heute gleich mit zwei Fahrern auf der Feldstraße die Grundsatzdiskussion warum ich nicht auf dem Radweg sondern (legal) auf der Straße fahre. Einer war Taxifahrer und müsste es eigentlich besser wissen. Wohl zu warm heute…

    1. „Einer war Taxifahrer und müsste es eigentlich besser wissen.“

      Ach was … Ich wurde bereits durch einen Linienbusfahrer durch enges Überholen, Schneiden und Ausbremsen darauf hingewiesen, dass ich mich gefälligst auf den nicht benutzungspflichtigen Radweg zu scheren habe. Aber der Gipfel war und ist immer noch der Polizist (!), der mich kürzlich durch gemeinsames „Abfahren“ einer Strecke in Google Maps davon überzeugen wollte, dass der dortige Radweg garantiert benutzungspflichtig ist (war und ist er aber nicht). Da wusste ich zum Schluss wirklich nicht, ob ich schallend lachen oder doch eher heulen sollte.

      1. Ich hatte vor kurzem auch folgenden Dialog mit einem Polizisten:

        Polizist: „Fahren Sie auf dem Radweg!“
        Ich: „Aber der ist doch garnicht benutzungspflichtig“
        Polizist: „Benutzungspflichtig?“
        Ich: „Ja, da ist garkein Schild angebracht, dass ich den Radweg benutzen muss.“
        Polizist (patzig) „Jetzt fahren Sie auf dem Radweg oder die können schieben“

        Leider hatte ich es sehr eilig und keine Zeit für Diskussionen. Beim nächsten mal werde ich mir dann aber mal die Zeit nehmen und ihm nochmal die StVO erklären.

        1. Wenn das keine Polizeibeamtin war, ist doch aber den Weisungen des Polizeibeamten folge zu leisten:
          StVO §36 (1)
          „Die Zeichen und Weisungen der Polizeibeamten sind zu befolgen. Sie gehen allen anderen Anordnungen und sonstigen Regeln vor, entbinden den Verkehrsteilnehmer jedoch nicht von seiner Sorgfaltspflicht.“

          1. Tja, lieber Kommentator, das ist eben häufig die Krux, bei den „Weisungen“ von Polizeibeamten, die Einhaltung der Sorgfaltspflicht. Mitunter geben jene Weisungen heraus, die sich nu ganz und gar nicht mit der vom Verkehrsteilnehmer seinerseits einzuhaltenden Sorgfaltspflicht vereinbaren lassen.
            Was wiegt dann schwerer? Auf Teufel komm raus, einer jedweder Logik oder Sinnhaftigkeit sich widersetzender Weisung zu folgen und sich und andere damit zu gefährden, oder eben direkt klar zu sagen und auch dabei zu bleiben „ich weigere mich etwas zu tun, was mich und andere ohne jedweden Grund gefährdet“?

            Es gibt sogar Uniformierte, die bestehen darauf, dass Radfahrer auf reinen Gehwegen fahren! Und manche Stadtverwaltungen empfehlen das sogar, sollte ein Radweg z.B. wegen nicht stattfindendem Winterdienst unbenutzbar sein.
            Wenn es denn kracht, ist aber zuerst und zuletzt die konkrete Person der oder die Dumme, denn jeder Erwachsene unterliegt eben der Pflicht selbe auch Mitzudenken und sich und anderen eben erst gar nicht in unnötige Gefahr zu bringen!

            Wenn es gekracht hat, muss man sich anhören „aber sie hätten doch …“, wenn man sich aber, ohne das es BEREITS gekracht hat, gemäß dieser Vorhaltung „sie hätten doch“ eben genau in der Weise vorbeugend verhält, heißt es man habe auch schwachsinnigen Weisungen zu folgen.

            Da fragt sich mal wieder, wer ist bescheuerter, manche Staatsbediensteten, oder die Menschen die blind irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Anweisungen folgen.

          2. @Kommentator: Dem bin ich mir bewusst. Wenn die Weisungen der Polizeibeamten jedoch im genauen Gegensatz zu StVO §2 (4) stehen, kann man die Beamten trotzdem freundlich auf den Umstand hinweisen und gegebenenfalls nach dem Grund für diese Anordnung fragen.

  7. Vor gut zwei Stunden wurde ich auch wieder mal von mehreren Autlern gemaßregelt, weil ich mit dem Rad auf der rechten Spur einer vierspurigen Hauptstraße fuhr (der Radweg ist zwar benutzungspflichtig aber unbenutzbar). Die Huper und Stinkefingerzeiger hatten zwar keinen Vorteil, indem sie messerscharf vor mir wieder nach rechts wechselten, meinten aber trotzdem, mich erziehen zu müssen. Psychologisch ist es sehr interessant, dass Autofahrer sich einig sind, wenn es darum geht, einen Störenfried, der – ihrer irrigen Ansicht nach – auf der Fahrbahn nichts verloren hat, zu maßregeln einschließlich massiver Gefährdung. Bei anderer Gelegenheit wiederum hupen sie sich wegen Nichtigkeiten gegenseitig aggressiv an. Darüber kann viel bei Knoflacher nachlesen.

    Es muss wehtun, erkennen zu müssen, wie das Fahrrad immer mehr Zulauf bekommt und – höchstrichterlich abgesegnet – nunmehr der Radverkehr auch die Fahrbahn benutzen darf. Da passiert nicht weniger, als dass eine Ära zu Ende geht! Das Jahrhundert der blechernen Platzhirsche ist Geschichte. Neue, flexiblere und umweltfreundliche Verkehrsmittel sind gefragt. Das vermeintliche „Prestige“ gebührt nicht länger dem, der die meisten und teuersten PS unterm Gesäß hat. Radler fahren lächelnd und kostengünstig am Stau vorbei und sind eher am Ziel, als das heilig Blechle, für das nicht wenige ein Drittel eines Monatsgehalts ausgeben. Fast könnte ich so etwas wie Verständnis für diese armen Kreaturen entwickeln… 😉

    Es wird noch etwas Zeit brauchen, bis auch sie zähneknirschend akzeptieren, dass die Zeiten, in denen sie den alleinigen Anspruch auf die Fahrbahn hatten, Vergangenheit sind.

  8. heute morgen nicht einer guhupt oder dicht ueberholt
    und beim heimweg komplett am stau vorbeigefahren
    kollege hat fuer die strecke von 10 km 1 1/2 stunden gebraucht

    da geht einem das grinsen jetzt noch nicht aus dem gesicht 🙂

  9. Das Fahrrad ist endlich aus der Müsli-Ecke herausgekommen, es ist einfach ein vernünftiges Verkehrsmittel für die Stadt.

    Erst heute wieder dauerndes gehupe im Autoverkehr mitbekommen, während ich mit dem Rad entspannt und sicher ans Ziel kam. Ich will keinem Autofahrer sein Auto wegnehmen – wir haben ja auch eins zuhause, nutzen das halt nur noch selten, da wir in der Stadt es nicht brauchen.

  10. Über die Auslegung der StVO durch einige Autofahrer kann man sicher ganze Bücher schreiben. Von Fehlinformation bis hin zur Ignoranz ggü anderen Verkehrsteilnehmer ist da die ganze Palette dabei. Vom Miteinander mit KfZ-Fahrern, zu denen ich mich zeitweise auch noch zähle, mal abgesehen, möchte ich aber mal zum zweiten Themenaspekt aus dem sat.1-FF-Magazin-Beitrag mal was loswerden:

    Diese Geschichten, daß Radfahrer ihre eigenen Regeln machen, kann ich bald nicht mehr hören. Auch, daß wir ALLE so ungeheuer rücksichtslos gegenüber Fußgänger sind, halte ich für ein Wahrnehmungsphänomen . Meine Erfahrungen sind eher so, daß Fußgänger oftmals Radfahrer komplett übersehen. Ich habe jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit immer mindestens einen Fußgänger auf dem (benutzungspflichtigen) Radweg stehen/gehen, der da oft verträumt langläuft. Wenn ich dann klingel gibt es zwei Varianten der Reaktion:

    1.Empörtes zur Seite Springen und Anpöbeln, warum man ihn fast umfährt, obwohl man frühzeitig geklingelt hat.
    2.Ignorieren und erst Weggehen beim Fastzusammenstoß oder bei der lauten „Achtung Radweg“-Ansage nach dem zweiten Klingeln und auch dann wird gepöbelt.

    Eine weitere Variante ist das Straße überqueren: Ich beobachte bei uns in der 30er Zone oft, daß Fußgänger mal noch schnell vor dem Radfahrer über die Fahrbahn rennen wollen. Vermutlich schätzen die Leute dann die Geschwindigkeit des Radfahrers falsch ein (ich bin da ja durchaus so schnell wie ein KfZ, welches sich an das Tempolimit hält), aber bei einem sich nähernden Auto bleiben sie stehen. Beim Rad wird es aber nochmal schnell versucht. Auch hier dieselbe Reaktion wie oben wenn man sich dann bemerkbar macht. Klar weiche ich dann aus (sofern noch möglich), aber was im Kopf des Fußgängers bleibt ist, das was er dann meist auch lautstark zum Ausdruck bringt:“Der Kampfradler hat mich fast umgefahren!“

    Ich will gar nicht bestreiten, daß es unter den Radfahrern Armleuchter gibt, die sich im Straßenverkehr benehmen wie Sau. Ich erlebe oft genug, wie Radler auf Gehwegen fahren, um abzukürzen oder einfach weil sie es nicht besser wissen. Und ich kann auch den Fußgänger verstehen, wenn er nicht aufgepaßt hat und von der Klingel erschreckt wird und sich ertappt fühlt, daß er dann das Adrenalin abbauen muß. Ich wehre mich aber dagegen, daß die Zahl der Radfahrer, die sich gegenüber Fußgängern so extrem daneben benehmen größer sein soll als die „Sünder“ unter den „Autofahrer“. Die kleineren Verstöße bei den Autofahrern (Tempolimit übertreten, Stoppschilder überfahren, Parkvergehen usw.) werden ja schon von den meisten Menschen achselzuckend hingenommen.
    Von ALLE kann aber in meinen Augen da keine Rede sein und ich halte diese Auflistungen auch für ein Schutzargument derjenigen, die ein Problem damit haben, sich die Straße mit den Radfahrern zu teilen. Ich halte das auch für eine Reaktion auf die zeitweise übertriebenen Berichterstattung zum Thema „Radfahrer vs. Autofahrer“. Schade, daß man hier Aggressionen dann auf die Art und Weise weiter schüren muß.

    1. ein ganz toller Kommentar Andre.

      Das mit dem Wahrnehmungsproblem kann ich voll unterstreichen.

      Es läuft aber immer wieder darauf hinaus, dass der Radfahrer auf Wege gezwungen wird die für Fußgänger nur schwer als Radwege zu erkennen sind, die Differenzgeschwindigkeit viel zu hoch ist und von den Verkehrsplanern so geistreiche Konfliktpunkte geschaffen wurden das es zwangsweise zu Gefahrensituationen kommen muss.

      Die Straße wird (meistens) von Fußgängern als solche auch wahrgenommen und diese Konfliktpunkte entstehen gar nicht erst. In einer Tempo 30 Zone kann ich in der Regel einem unaufmerksamen Fußgänger problemlos ohne Klingel ausweichen, auf einem 70 cm breiten benutzungspflichtigen Radweg geht das einfach nicht und es bleibt nur die Bremse. Das Radfahrer aber genau wie Autos einen Bremsweg haben hat sich in HH eh noch nicht herumgesprochen, oder wie wird die fehlende Gelbphase an Fahrradampeln erklärt?

      Wenn Radfahrer laut werden, geht es meistens um den Eigenschutz oder den Schutz unaufmerksamer Fußgänger, das hat selten etwas mit Aggression zu tun, wird aber leider als solche wahrgenommen.

    2. Für mich liegt die Ursache des Problems darin, dass Fußgänger und Radfahrer sich die Restflächen, die der MIV übrig lässt, teilen müssen.
      Du schreibst:
      „Und ich kann auch den Fußgänger verstehen, wenn er nicht aufgepaßt hat und von der Klingel erschreckt wird und sich ertappt fühlt, daß er dann das Adrenalin abbauen muß.“
      Der Radfahrer hat kaum Fahrgeräusche, gerade deshalb müssen Radwege von Fußwegen baulich abgetrennt sein. Die Grenzen des geschützen Bereichs würden dann merkbar verlassen, und der „Aufmerksamkeitsschalter“ eingeschaltet werden. Der Bereich der Fußgänger ist nur vor (fließendem) Autoverkehr einigermaßen baulich geschützt, nicht jedoch vor Radverkehr, der sich zudem noch lautlos von hinten nähert.

      Ich selbst fahre öfter mal auf Gehwegen. Allerdings immer defensiv und „rücksichtsvoll“, soweit man beim Gehwegradeln überhaupt von Rücksicht sprechen kann.
      Ich sehe das als eine Art Notwehr oder Nothilfe.

      Ich wohne in Ottensen. Wenn ich z.B. eine meiner Enkelinnen zur Kita bringe, benutze ich den Radstreifen (Bleickenallee, Keplerstr. usw) nie. Ich lasse mich nicht mit dem Kind auf dem Rad von PKWs, Bussen und LKWs mit Abständen von oft unter 50 cm überholen. Das ist schon eigentlich unzumutbar, wenn ich ohne Kind unterwegs bin. Ich nehme, wie sehr viele Radler , die ein Kind mitführen, den Gehweg. Der ist dort zwar meist extrem schmal, wenn jemand ausm Haus kommt, steht er quasi vorm Rad. Fährt sich auch blöd und ist echt stressig. Aber was soll man machen.

      Ebenso halte ich es auf größeren Straßen ohne Radweg, z.B. Max-Brauer ab Holstenstr -> Bhf Altona und retour. Da ist es auf dem Gehweg immerhin nicht so stressig. Dort radeln eh mehr Leute, auch ohne Kinder, auf dem Gehweg als auf der Straße.
      Im Juni bin ich dort mit meiner Enkelin an der Gerichtsstraße in einen Bus gestiegen (Der Meniskus hielt mich vom Radeln ab). Eine Frau mit Kind und Fahrrad stritt auf der Fahrerseite lautstark durchs Fenster mit dem Busfahrer.
      Der Dialog, in etwa:
      Frau: Sie können mich doch nicht so eng überholen! Sie bringen mich und das Kind in Gefahr!
      Busfahrer: Nun gibt die mir mir die Schuld! Nicht zu fassen! Sie bringen das Kind doch selbst in Gefahr, wenn Sie hier fahrradfahren!

      Dieses Verhalten und diese Sichtweise sind alltäglich. Ich will das auch nicht werten. Das ist zumeist nicht Ausdruck des Charakters des jeweiligen Kfz-Führers, sondern Ausdruck der automobilen Kultur. Ich bin mir inzwischen sogar sicher, die unterschiedliche Sichtweise ist einfach den verschiedenen in dem Moment gegebenen subjektiven Daseinsformen inhärent. Der sitzt im Auto und fühlt Sicherheit anders als ich auf dem Rad. Säße er auf dem Rad und ich im Auto, wäre es umgekehrt.
      Das geht einfach nicht zusammen, jedenfalls nicht, wenn man als Radler nicht erhebliche Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen bereit ist.

      1. Ich habe jetzt da doch gleich mehrere Probleme mit Deinem Kommentar:

        1) Du behauptest das sich Radfahrer und Fußgänger irgendwelche Restflächen teilen müssten. Das ist falsch. Die StVO gibt eindeutig vor das *Fahr*zeuge auf die *Fahr*bahn gehören, und sonst nirgendwohin: §2 (1) „Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.“ Der Bürgersteig ist für Fußgänger, und zwar *nur* für Fußgänger.

        2) „Ich nehme, wie sehr viele Radler , die ein Kind mitführen, den Gehweg.“ Aha. Du hast also eine Sondergenehmigung mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen zu dürfen?
        „Der ist dort zwar meist extrem schmal, wenn jemand ausm Haus kommt, steht er quasi vorm Rad. Fährt sich auch blöd und ist echt stressig. Aber was soll man machen.“ Tscha, was soll man da auch machen, wenn man doch Radfahren muss aber sich nicht auf die Fahrbahn traut? Na, ganz einfach: Die Fußgänger dafür büßen lassen. Legal? Illegal? Egal, wir sind die Guten(TM)! Wie schon vorher gesagt ist es ja, äh, hätte es ja eigentlich ein Grundrecht zu sein das Du immer und überall Fahrrad fahren darfst. Genau so wie Autofahrer ja auch immer und überall überholen dürfen, parken dürfen, zu schnell, nee, Entschuldigung, mit angemessenem Tempo fahren dürfen etc. Merkst Du was?
        Unser Bundesverkehrtminister nennt so Leute übrigens Radlrambos. Aber das sind sicher nur die Anderen(TM).

        3) „Das ist zumeist nicht Ausdruck des Charakters des jeweiligen Kfz-Führers, sondern Ausdruck der automobilen Kultur.“ Falsch, das ist lediglich das Schweigen der Lämmer, zusammen mit einer semikriminellen Interessensvertretung die ein sehr großes Sprachrohr im Munde führt. Solange sich das jeder gefallen lässt wird sich daran auch nichts ändern.

        1. Nur mal zu 3 Punkten:
          „Du behauptest das sich Radfahrer und Fußgänger irgendwelche Restflächen teilen müssten. Das ist falsch. Die StVO gibt eindeutig vor das *Fahr*zeuge auf die *Fahr*bahn gehören, und sonst nirgendwohin: §2 (1) …Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.“
          Im selben Paragraphen, Abs 4 heißt es: “ … Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht behindert werden. “
          Deine Argumentation ist einerseits sehr juristisch und selbst da fehlerhaft.

          Ich radel aber nicht in juristischen Scheinwelten, ich radel im HHer Straßenverkehr.

          Ich radle täglich u.a. Ottensen -Lurup. Fängt an mit Bleickenallee/Ecke Tönsfeldt, gemeinsamer Fuß-Radweg, ben.pfl. Die Strecke ist zu über 95% radwegbegleitet, ich nehme mal an, die darf ich benutzen. Ca. 80% der Radwege auf dieser Strecke sind als ben.pflichtig gekennzeichnete Restflächen, die ich de facto, und darauf kommt’s an, mit Fußgängern,Parkverkehr, Mülleimern usw. usf (hatte ich oben vergessen) teilen muss.
          So ist das.

          „Tscha, was soll man da auch machen, wenn man doch Radfahren muss aber sich nicht auf die Fahrbahn traut?“
          Für mich geht Sicherheit vor. Erst recht, wenn ich Verantwortung für Andere, und noch einmal mehr, wenn ich Verantwortung für Kinder trage.

          Aber: Mach nen Vorschlag.
          Allerdings:
          Die von der offiziellen Verkehrspolitik vorgesehene Alternative, nämlich das Rad stehen zu lassen und möglichst aufs Auto umzusteigen, kommt für mich nicht in Frage.
          Mit ÖPNV schaff ich meine Jobs nicht.

          Und 3.
          „Wie schon vorher gesagt ist es ja, äh, hätte es ja eigentlich ein Grundrecht zu sein das Du immer und überall Fahrrad fahren darfst. Genau so wie Autofahrer ja auch immer und überall überholen dürfen, parken dürfen, zu schnell, nee, Entschuldigung, mit angemessenem Tempo fahren dürfen etc. Merkst Du was?“

          Eine Diskussion zu Recht auf Mobilität gibt’s immerhin.
          Wikipedia:
          „Das Recht auf Mobilität bezeichnet die Vorstellung, dass räumliche Mobilität ein Grund- bzw. Menschenrecht darstelle. Daraus erwachse eine staatliche Verantwortung jedem Bürger ein Mindestmaß an Mobilität zu garantieren. Eine juristische Ableitung eines Grundrechts auf Mobilität aus dem Grundgesetz hat Michael Ronellenfitsch versucht. Unter Berufung auf ein Recht auf Mobilität fordern u.a. Die Linken, Teile der Gewerkschaften und Bürgerinitiativen die Ausweitung ermäßigter Fahrpreise im Öffentliche Personennahverkehr nach sozialen Kriterien.“

          Dein Versuch, Behinderungen durch Radverkehr mit den tödlichen Gefahren des Autoverkehrs gleichzusetzen, ist ein uralter Hut. Dazu darf ich dich nochmal zitieren:
          „Genau so wie Autofahrer ja auch immer und überall überholen dürfen, parken dürfen, zu schnell, nee, Entschuldigung, mit angemessenem Tempo fahren dürfen etc. “
          Merkst Du was?

          1. „Im selben Paragraphen, Abs 4 heißt es: ” … Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht behindert werden. ”
            Deine Argumentation ist einerseits sehr juristisch und selbst da fehlerhaft.“

            Der Gehweg ist aber kein Seitenstreifen. Wo Du in einer Großstadt noch einen Seitenstreifen findest darfst Du den selbstverständlich benutzen. Auch wenn ich es Dir nicht empfehle: wenn Du rechts von der Markierung fährst bist Du automatisch auf einer eigenen „Fahrspur“, d.h. die 10 cm Markierung des Fahrbahnrandes werden dann zu den 1,5 m Sicherheitsabstand und jeder Autofahrer „darf“ Dich dann auch noch überholen wenn der rechte Außenspiegel schon in die Markierung ragt.

            „Ich radel aber nicht in juristischen Scheinwelten, ich radel im HHer Straßenverkehr.“

            Nein, wie Du selber sagtest radelst Du illegal auf Gehwegen.

            „Für mich geht Sicherheit vor. Erst recht, wenn ich Verantwortung für Andere, und noch einmal mehr, wenn ich Verantwortung für Kinder trage“

            … und offensichtlich trägst Du nur die Verantwortung für Deine Kinder; die Kinder die aus den Hauseingängen herauskommen sind Dir ja wohl schei**egal – oder zumindest nicht so wichtig das Du auf dein Grundrecht „ich darf Radfahren, egal wo und wie“, na, wie sag ich’s jetzt, verzichtest?
            Übrigens sind Fußwege für Radfahrer deutlich gefährlicher als die Fahrbahn – auch wenn das Gegenteil von gewissen Interessengruppen gebetsmühlenartig wiederholt wird. Fallbeispiel: ich musste die letzten zwei Jahre auf dem einzigen benutzungspflichtigen Radweg (ca. 1/10-tel der Gesamtstrecke) mindestens zehnmal voll in die Eisen steigen um nicht umgenietet zu werden. Der Rest des Weges (gleiche Straße, gleicher Verkehr, aber nicht benutzungspflichtig) war beschwerdefrei – wenn man mal davon absieht das es einige Autofahrer gab die erbost darüber waren das Sie mich sahen und mich deswegen an der nächsten Einmündung nicht guten Gewissens zusammenfahren konnten.

            „Aber: Mach nen Vorschlag.“

            Zu Fuß gehen. Dafür ist der Bürgersteig da. Parallel dazu darfst Du Dich auch gerne (*wirklich* gerne) möglichst oft an Deine Regionalzeitungen wenden und die Zustände aufzeigen. Solange dort nur regelmäßig die gelben Engelmacher mit neuen Ideen auftauchen wie die Schuld beim Unfall auf Radfahrer und Fußgänger abgeschoben werden kann wird sich nichts ändern.
            Alternativ dazu kannst Du aber auch auf der *Fahr*bahn fahren. Such Dir ein paar Gleichgesinnte und fahrt die Kinder gemeinsam zum KiGa. Und wenn ein Autofahrer dann immer noch dumm kommt dann geht gemeinsam zur Polizei („fast die Kinder über den Haufen gefahren“), parallel dazu ein Brief an die Lokalzeitungen.

            „Dein Versuch, Behinderungen durch Radverkehr mit den tödlichen Gefahren des Autoverkehrs gleichzusetzen, ist ein uralter Hut.“

            Der Autoverkehr ist vor allem für Gehweg- und Radwegfahrer gefährlich (neben den vorrangig Beteiligten, den Dosentreibern, selbstverständlich). Was meinst Du warum eigentlich bei fast allen Radwegen die Benutzungspflicht aufgehoben werden müsste?

            1. Deine Frage:
              „Was meinst Du warum eigentlich bei fast allen Radwegen die Benutzungspflicht aufgehoben werden müsste?“

              Beantwortest du selbst:
              „Zu Fuß gehen.“ Das soll DIE Alternative zum Auto sein.

              „Der Autoverkehr ist vor allem für Gehweg- und Radwegfahrer gefährlich.“

              Ja, ja. Wer keine Lust auf oder Unbehagen bei oder Angst vor gefährlich eng vorbeifahrendem, unverschämten, lauten und stinkenden Autoverkehr hat, ist dumm und hat bei Unfällen selbst schuld.

              Der Radverkehr ist vor allem dann gefährdet, wenn es wenig Radverkehr gibt. (Smeeds Law, seit 1949 bekannt)

              Maßnahmen, die Hürden für den Radverkehr aufbauen, wie Fahrbahnzwang und Helmpflicht, führen strukturell zur weiteren Marginalisierung und damit Gefährdung des Radverkehrs.

              Ich propagiere das Gehwegradeln nicht. Es ist ultima ratio, wenn ich mit Kind unterwegs bin.
              Die angebliche Gefährdung, die von uns Kindermitführenden ausgeht, ist Nonsens. Niemand fährt vorsichtiger.
              Nebenbei: Ich und auch kein Bekannter haben jemals dafür ein Ticket kassiert. Die Polizeibeamten haben Verständnis. Dein Vorwurf „illegal“ relativiert sich damit zu einer Art Gewohnheitsrecht.

              Die ECF (European Cyclists‘ Federation) verlangt ein Umdenken in der Sicherheitsdebatte.
              Die Radsicherheit soll nicht als absolute Zahl der Unfälle, sondern als Unfälle pro Million km betrachtet werden.

              http://www.ecf.com/wp-content/uploads/2011/10/ECF_Road_safety_charter.pdf

              In Kapitel B Seite 12 heißt es:

              The creation of safe and attractive cycling conditions is clearly a key aspect of any strategy to promote cycle safety.
              It is essential that cyclists are being made to feel welcome on the road network.
              This is important for both the actual and perceived safety of cyclists and would-be cyclists, and also gives the message to drivers that they need to respect the presence of cyclists on the roads, particularly at intersections.

              The aim of cycle planning should be to provide a quality cycling environment which meets all cyclists’ travel needs.

              Sehr vernünftig.

              1. – Was hat „zu Fuß gehen“ mit der Aufhebung der Benutzungs*pflicht* zu tun?

                „Ja, ja. Wer keine Lust auf oder Unbehagen bei oder Angst vor gefährlich eng vorbeifahrendem, unverschämten, lauten und stinkenden Autoverkehr hat, ist dumm und hat bei Unfällen selbst schuld.“

                Stimmt: auf dem Fußweg, dazu noch ohne Helm und bitte von links – viel leichter kann man es einer Versicherung nicht machen die Forderungen als unbegründet zurückzuweisen. Gleiches gilt für die Grün-Beigen und den Staatsanwalt – offensichtlich war der Radfahrer illegal unterwegs und damit schon mal schuldig, evtl. etwas moduliert durch die Betriebsgefahr des KFZ.

                „Der Radverkehr ist vor allem dann gefährdet, wenn es wenig Radverkehr gibt. (Smeeds Law, seit 1949 bekannt)“

                Das Argument verstehe ich jetzt nicht? Bist Du auf der Fahrbahn zu sichtbar? No risk no fun? Oder wiilst Du mir jetzt erzählen das Autofahrer besonders auf Radfahrer achten wenn sie diese auf Irgendwas-wegen „aufgeräumt“ wissen, schön weit weg von ihrem Einflussbereich, genau bis -uppsala, den konnte ich ja gar nicht sehen – zur nächsten Einmündung?
                Das ist ja gerade die schöne, gepflegte Lüge, darauf beruht ja das System „Radweg“: man propagiert das es da irgendwo daneben noch einen Weg gäbe der völlig „getrennt“ von der Fahrbahn geführt wäre. Bis zur nächsten Einmündung, Einfahrt, Kreuzung etc, an der dann der KFZler völlig erstaunt den Radfahrer über den Haufen fährt – obwohl doch angeblich ein „getrennter“ Radweg da ist.
                Und wenn Du und Deine Mitstreiter so hübsch brav auf dem von dem KFZler zugewiesenen Reservat dahinschleicht macht ihr es noch schlimmer – denn auch hier gilt das der Autofahrer dann weiß das *alle* Radfahrer grundsätzlich zusammen mit den Fußgängern auf den Gehweg gehören. Und dann brauchst Du nicht mehr lange zu warten bis Du brav bei jeder Einfahrt und Einmündung warten darfst bis auch das letzte KFZ vorbei ist.

                „Die angebliche Gefährdung, die von uns Kindermitführenden ausgeht, ist Nonsens. Niemand fährt vorsichtiger.“

                Das kann gar nicht sein – das sind doch die Taschen-am-Lenker-balanchierenden Hausfrauen. Oder waren es die schon-fast-von-alleine-umfallenden Torkelradler? Nein, jetzt hab ichs: das sind die eine breite Schneise der Verwüstung hinter sich herziehenden auf-dem-Gehweg-mit-Anhänger Fahrer.
                Wie Du vielleicht bemerkt hast kann ich das Argument „ich fahre am vorsichtigsten“ nicht ganz für voll nehmen. Insbesondere weil es sich für mich ziemlich mit dem „Radfahren überall“, z.B. auf dem vorher beschriebenen engen Gehweg, beißt. Es klingt für mich zu stark nach Autofahrermentalität: klar fahre ich ganz vorsichtig – mit 65 durch die Innenstadt, 120 über Landstraßen und so schnell wie möglich auf Autobahnen.

                „Die Polizeibeamten haben Verständnis.“

                Oh mei, die Polizei! Die hat ganz viel „Verständnis“ wenn es um Arbeitsvermeidung geht: Ich war vor 1 1/2 Wochen mal wieder auf dem Revier, da kannst Du Dir gar nicht vorstellen wie viel „Verständnis“ die für KFZler hat die aus Nebenstraßen über die Radwege brechen – „keine Absicht“, „passiert schon mal“ etc. pp. Und wenn Du ihnen nicht in den Hintern trittst haben die z.B. auch ganz viel „Verständnis“ wenn die Dosen der Freibadbesucher da stehen wo den Fahrern der Zündschlüssel aus dem Schoß gefallen ist – und fahren starr geradeaus schauend vorbei.
                .. und ich wette das die auch dieses Jahr wieder am ersten Schultag ganz viel „Verständnis“ hat wenn der benutzungspflichtige Radweg vor der Grundschule in Geiselbullach dann plötzlich als Zubringer zu der Wiese nebenan dient – irgendwo muß ein Grundrecht auf einen Parkplatz verankert sein.
                Weniger „Verständnis“ haben sie allerdings manchmal wenn ein Radfahrer auf der Straße fährt – da gibts dann auch mal einen Bußgeldbescheid wegen Fahrens auf der Fahrbahn trotz (nicht vorhandenem) Z.237 auf dem Bürgersteig (nein, nicht ich). Bin gespannt wie das ausgeht…
                Das nur mal so zur „Autorität“ von Polizeibeamten.

                „It is essential that cyclists are being made to feel welcome *on the road network.* [] and also gives the message to drivers that they need to respect the presence of cyclists *on the roads*, particularly at intersections.“

                Meine Rede – aber solange Radwege immer noch wie sauer Bier angepriesen werden da die Unfälle dann in der Öffentlichkeit als „trotzdem“ anstelle „wegen“ verkauft werden können wird sich hier bei uns nicht viel ändern. Solange die Verantwortlichen die offizielle Eröffnung von 30 m Radweg noch feiern obwohl dort in den vier Wochen zwischen Fertigstellung der Deckschicht und Eröffnung bereits ein Toter zu beklagen war ist die Öffentlichkeit weiter gut gewaschen.

                1. “Der Radverkehr ist vor allem dann gefährdet, wenn es wenig Radverkehr gibt. (Smeeds Law, seit 1949 bekannt)”

                  Das Argument verstehe ich jetzt nicht?

                  Das ist mir jetzt auch klar geworden. Mach dir nichts draus: Man muss nicht alles verstehen.

                  Du lässt dich etwas langatmig über Abbiegeunfälle aus.
                  Die passieren dort am wenigsten pro Radler UND verursachen pro Unfall am wenigsten Schaden, wo es viel Radinfrastruktur und deshalb viel Radverkehr gibt.
                  Z.B. in Münster, wie sogar die deutschen Kfz-Versicherer zugeben müssen:
                  http://www.udv.de/sites/default/files/tx_udvpublications/uko_37_abbiegeunfall_rf.pdf

                  Seite 17, Tabelle 3.

                  So viele Radwege, so wenig Abbiegeunfälle pro Radler.

                  Das verstehe, wer kann.

  11. Meine uneingeschränkte Zustimmung für Andre! Die geschilderten Situationen mit Fußgängern erlebe ich auch fast täglich. Ein gewichtiges Argument fürs Fahren auf der Fahrbahn.

    Was man aber tatsächlich sagen kann, ohne zu pauschalisieren, ist, dass FAST alle Autofahrer permanent Verkehrsregeln bewusst ignorieren. Ich meine damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Wer Tempo 50 in der Stadt einhält, wird als „Verkehrshindernis“ eingestuft. Ich selbst halte mich im Auto schon seit Jahren an die Tempobegrenzungen, sowohl inner-, als auch außerorts. Fahre ich z.B. auf der B 5 von Hamburg nach Bergedorf mit den vorgeschriebenen 80 Km/h, werde ich von fast allen Autofahrern überholt, oft sogar mit einer nicht gerade geringen Differenzgeschwindigkeit.

    Selbst bei Bekannten, die ich durchweg den intelligenten Menschen zuordne, herrscht einstimmig die Ansicht vor, dass man so schnell fahren sollte, dass man „im Verkehr mitschwimmt“. Begehen viele einen Verstoß, wird dieser gefühlsmäßig legalisiert. Das gilt übrigens auch fürs illegale Parken. Stehen schon vier Autos auf dem Gehweg, ist es „nicht so schlimm“, wenn ich meines auch noch dazu stelle (er ist ja eh schon versperrt). Dies kann man regelmäßig bei Veranstaltungen aller Art beobachten. Interessanter Weise trifft man dort nur höchst selten auf polizeiliche Kontrollen…

    1. Bei den seltenen Gelegenheiten, zu denen ich Auto fahre, habe ich manchmal auch den Eindruck, dass ich fast der einzige bin, der sich annähernd an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Allerdings gehe ich davon aus, dass der Eindruck zumindest etwas täuscht, da mich diejenigen, die sich genauso wie ich verhalten, nicht überholen und mir deshalb nicht so sehr auffallen. Aber ich muss festhalten, dass es viele gibt, denen Geschwindigkeitsbegrenzungen scheinbar reltiv egal sind.

      Insbesondere auf innerstädtischen Straßen mit vielen Ampeln wundere ich mich dann über die Ignoranz, die diese Leute an den Tag legen, da sie durch ihre höhere Geschwindigkeit letztlich dann doch an jeder der Ampeln anhalten müssen, und während sie dort wieder anfahren, diejenigen, die bei der vorgeschriebenen Geschwindigkeit geblieben sind, auch zum Verlangsamen oder Anhalten zwingen. Der Gedanke, dass eine innerstädtische Grüne Welle nicht auf Tempo 65 ausgerichtet ist, scheint bei vielen noch nicht angekommen zu sein.

      Aber um von den Blechkisten wieder auf das Fahrrad zu kommen: Ja, mir fallen auch viele Radfahrer auf, die Verkehrsverstöße begehen, und manchmal, wenn sie dabei sich selbst oder andere gefährden bzw. behindern, ärgert mich das ganz gewaltig. Aber wenn ich dann mal protokollieren würde, wie viele Verkehrsverstöße durch Autofahrer ich täglich sehe, und dann auch noch aus meinen Erfahrungen als Selten-Autofahrer extrapoliere (als Fahrradfahrer kann ich nicht zuverlässig einschätzen, wie schnell die Autos, die ich sehe, wirklich fahren), dann glaube ich nicht, dass die Zahl der Verkehrsverstöße durch Radfahrer signifikant höher ist, als bei Autofahrern.

      Allerdings sind die Verstöße der Radfahrer zum Teil einfach etwas offensichtlicher. Während sich eine Geschwindigkeitsüberschreitung meist nur durch eine Messung erkennen lässt, kann jeder sehen, wenn ein Radfahrer auf einem Gehweg fährt. Und da setzt dann aber auch die unterschiedliche Art der öffentlichen Wahrnehmung ein. Ein Gehwegsradler wird gerne als Rüpel bezeichnet, während ein auf dem Geh- oder Radweg parkendes Auto als bestenfalls als lässliche Sünde betrachtet wird: „Irgendwo muss ich doch parken!“ gilt viel zu häufig als erlaubtes Argument von Autofahrern, während man den Radfahrern „Irgendwo muss ich doch fahren!“ nicht durchgehen lässt. Da ich der Ansicht bin, das Radfahrer im Allgemeinen nichts auf dem Gehweg zu suchen haben, finde ich letzteres im Prinzip auch richtig, allerdings wünschte ich mir, dass den parkenden Autofahrern ebenfalls mit etwas weniger Verständnis begegnet würde.

  12. Das Problem ist, dass bei dem „ist ja nicht so schlimm“- Falschparken das Bewusstsein fehlt, was das auslöst. Ein Auto auf dem Schutzstreifen zwingt Radfahrer zu extrem gefährlichen Überholmanövern auf einer ohnehin schon viel zu schmalen Straße.

  13. Hei, war im Urlaub mal wieder in CPH. Schön da.
    Sone Krawall-Sendung „Rad vs Auto“, wer geht zu sowas? Dafür muss man wohl schon Rambo als Guten sehen. Insofern hat SAT1 nicht schlecht ausgewählt. Passt zum Publikum.Ich hab nicht verstanden, warum der ein Guter ist? Weil er soviel gegen die Überbevölkerung getan hat, oder wie? Das wär doch schon mal ein Anknüpfungspunkt mit den Auto-Rambos.

    Aber gut, wenn man unbedingt „ins Fernsehen“ will und man sonst die harte Tour bei Bohlen nehmen muss (Vielleicht als singender „Fahrrad-Rambo?). Oder wenn man sogar n paar Kröten zugesteckt kriegt.
    Für Radverkehr kommt da jedenfalls nichts rum, im Gegenteil.

    Radverkehr muss als attraktive Alternative dargestellt und organisiert werden. Und nicht als ein Mittel um Leute zu nerven oder ihnen etwas wegzunehmen.

    P.S. Hat’s sich denn wenigstens kohlemässig oder berühmtheitsmässig gelohnt?

    1. Nein, in dem Film „Rambo“ – dem ohne Zusatzzahl – geht es um einen Vietnamheimkehrer der solange vom Scheriff schikaniert wird bis er schließlich ausrastet. Die Bedeutungsänderung kam erst durch Leute die den Film war nie gesehen haben, aber wussten was darin vorkommt.
      So wie z.B. der Herr Ramsauer zwar keine Ahnung von der StVO und dem Unfallgeschehen hat (siehe div. Sendungen), aber keine Gelegenheit auslässt seine Unwissenheit der Öffentlichkeit mitzuteilen – fei nach dem Motto „hundert mal Behauptet wird wahr“.

    1. Eigentlich nicht. Wenn Du Dir mal seine Beiträge so ansiehst (mehrere, nicht nur den einen) sind die zwar sehr überzeichnet, aber durchaus gut gemacht. Warum sollten gerade diese (nicht *die*) Radfahrer da nicht auch mal genannt werden? Ich kann ihm da nur voll zustimmen:
      – Radfahrer die auf Gehwegen fahren weil sie sich „nicht auf die Straße trauen“ haben auf eben diesen Wegen trotzdem nichts zu suchen.
      – Kinder(TM) sind kein legaler Grund für Gehwegfahrten – speziell wenn man sie sicher ans Ziel bringen will.
      – Es gibt auch keinen Ausnahmeparagraphen für Gutmenschen/Ökofuzzies/Blumenkinder (ich gut weil Rad).
      – Und es gibt auch keinen für Raser.

      *Geh*wege sind zum Gehen. Und spielen, daher müssen/dürfen Kinder bis 8/10 diese ja nutzen, da die wohl nach Ansicht des Gesetzgebers Rad spielen (und ihr Spielzeug über Einmündungen dann auch konsequenterweise schieben müssen). Wenig/gar nicht bekannt dürfte auch sein das Radschieber/Bollerwagenschieber und sonstige per-pedes-Transporteure sperriger Güter diese *auf der Fahrbahn* zu schieben/tragen haben wenn sie die Menschen auf dem Gehweg erheblich behindern, d.h. bei vollem Gehweg wird das Rad dann auf der Fahrbahn („Straße“) geschoben : StVO §25(2).

      1. Ob ein Fahrrad schon als sperrig gilt, sei dahin gestellt. Meine, der Paragraph sei ursprünglich mal für Handkarren z.B. des Milch- und Eislieferantanten gedacht — die ja nun wirklich eine ganze Ecke sperriger sind.

        Wie sieht das zum Beispiel mit Kinderwagen aus?

  14. Kinder(TM) sind kein legaler Grund für Gehwegfahrten – speziell wenn man sie sicher ans Ziel bringen will.

    und wenn man sie mit dem Fahrrad begleitet?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.