Die Behörde hat nicht immer recht

Als Radfahrer wundert man sich mitunter, wie sich eine Behörde wohl dieses oder jenes Konstrukt einer Radverkehrsinfrastruktur gedacht haben mag. Es ist unter Radfahrern kein Geheimnis, dass sich auch die hiesigen Behörden etwas schwertun mit den Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrs-Ordnung. Manchmal schaffen es daraus resultierende Falschinformationen unverhofft in die Zeitungen und werden dort leider ebenso unreflektiert wiedergegeben — anschließend wird andersherum beklagt, die Verkehrsteilnehmer würden sich nicht mit den Verkehrsregeln auskennen und überhaupt: Woher stammen bloß diese seltsamen Ammenmärchen? Der Klassiker ist beispielsweise die Annahme, ein Tempolimit gelte nur bis zur nächsten Kreuzung oder Einmündung und müsse dort wiederholt werden.

Eine Quelle findet sich in diesem Artikel: Hamburger Straße: Jetzt gilt Tempo 30

Na gut, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde wegen Fahrbahnschäden. Das ist ja nun nichts unbekanntes. Der Witz ist nur, dass das Tempolimit leider bis in alle Ewigkeit gilt, denn:

„Tempo-30-Ende“-Schilder aufzustellen, sei nicht notwendig, sagte Heins. „Ein Tempolimit endet automatisch an einer Einmündung, in diesem Fall also dem Sielberg beziehungsweise dem Mühlenweg.“

Das ist Unfug. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist ein Streckengebot, gilt also bis die Strecke endet oder verlassen wird — und keineswegs automatisch an der nächsten Einmündung.

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