Der tote Radfahrer fuhr nicht auf dem Radweg

Es gibt Situationen, die sind tatsächlich besonders schwer zu ertragen. Vor wenigen Stunden wurde im Hamburger Umland am Ruschorter Hauptdeich ein Radfahrer getötet, zwei weitere wurden verletzt. Ein Lastkraftwagenfahrer wollte im Gegenverkehr einen anderen Verkehrsteilnehmer überholen und übersah offensichtlich den Fahrradverband aus der Gegenrichtung: Lastwagen fährt in Rennradgruppe – 33-jähriger Radler tot, zwei Verletzte

Bei einem Verkehrunsfall auf dem Ruschorter Hauptdeich ist am Abend ein 33 Jahrte alter Radsportler getötet worden. Nach ersten Erkenntnissen wollte ein entgegenkommender Lkw einen einzelnen Radfahrer überholen. Dabei fuhr er frontal in die Gruppe von etwa 25 Radsportlern, die auf dem Deich trainierte.

Die Meldung ist noch nicht einmal anderthalb Stunden alt, da lässt sich in den Kommentaren ablesen, wohin die Reise geht. Anstatt zu hinterfragen, wie denn ein Lastkraftwagenfahrer einen zwanzig Räder starken Fahrradverband übersehen kann, dreht sich die Diskussion schon wieder um die bösen Kampfradler, die mitten auf der Straße (sic!) fahren, obwohl es doch parallel einen bestens ausgebauten und breiten Radweg gebe. Die Behauptung, die Radfahrer seien deswegen doch selbst schuld an dem Unfall, ist von beispielloser Ignoranz gezeichnet.

Wetten, dass nicht ein einziger Kommentator etwas von der sicheren Fahrbahn und den gefährlichen Radwegen berichtet hätte, wäre der Verband auf dem Radweg radelnd von einem abbiegenden Lastkraftwagen mitgenommen worden?

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