Der Fahrradfahrer-Troll-Reflex

Von den Artikeln der BILD kann man halten was man will, von Pedelecs sowieso und so genannte Klickstrecken sind zur Informationsgewinnung ohnehin eher schwer zu genießen. Interessant ist aber der übliche Reflex einiger Mitglieder der autofahrenden Fraktion, bei deren Kommentaren man eigentlich Bingo spielen müsste. Heute dauerte es bei der BILD allerdings sogar ein paar Stunden bis zu den ersten Weisheiten:

Der Gestzgeber ist aufgefordert endlich zu handeln. Helmpflicht, Versicherung, Kennzeichen und Bußgelder wie für Kraftfahrer für alle Radfahrer!!!

Über die Helmpflicht wurde hier schon hinreichend diskutiert und über Kennzeichen sowieso. Die Bußgelder könnten sicherlich eine Anpassung vertragen, das Radfahren auf Gehwegen oder linken Radwegen ist offenbar noch immer finanziell attraktiv, doch wird nunmal von der Gefährdung eines Verkehrsverstoßes ausgehend das Bußgeld belegt. Darum kostet die Missachtung einer roten Ampel mit dem Auto, das sehr viel höhere Schäden anrichten kann, doppelt so viel wie mit dem Fahrrad, das eigentlich nur für ein paar Dellen am gegnerischen Fahrzeug sorgt, wenngleich sich der Radfahrer mitunter in erhebliche Gefahr bringt. Die Eigengefährdung würdigt der Gesetzgeber jedoch so wenig, dass für Fußgänger das Überqueren einer roten Fußgängerampel nur lächerliche fünf Euro kostet. Aus ähnlichen Gründen übrigens kommt bei Fahrradunfällen die Privathaftpflichtversicherung auf — bei Kraftfahrzeugen hingegen ist allein die Betriebsgefahr so groß, dass eine zusätzliche Versicherung notwendig ist.

Gottseidank muss auf solche Kommentare überhaupt nicht mehr eingegangen werden, denn der Autor beendete seine Forderungen mit den drei Ausrufezeichen, dem international gültigen Kennzeichen für einen Forentroll — oder einen hinreichend frustrierten Autofahrer.

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