Das Märchen der abiotischen Ölerzeugung

In den leider unvermeidlichen Diskussionen über den Klimawandel packt mancher Kraftfahrer gerne das Argument der abiotischen Erzeugung des Erdöls aus. Die Argumentation braucht etwas Fantasie und geht ganz einfach: Die Endlichkeit der weltweiten Erdölvorkommen sei nur ein Märchen, um den gemeinen Kraftfahrer, bekanntlich die Melkkuh der Nation, noch weiter zu schröpfen und dicke Gewinne einzufahren. Schließlich würden ständig neue Erdölvorkommen entdeckt und vor zwanzig Jahren wurde auch schon behauptet, das Öl reiche noch gerade so zwanzig Jahre. Die künstliche Verknappung diene aber lediglich dazu, die Preise hochzuhalten.

Daran kann man glauben, in den einschlägigen Kraftfahrer-Foren findet diese Ansicht durchaus viele Anhänger, darunter auch der frühere ADAC-Boss Wolf Wegener.

So einfach ist es aber doch nicht: die meisten neuen Ölvorkommen werden erst dank neuartiger Technologien entdeckt und dass manche alte Quelle plötzlich wieder fröhlich sprudelt ist wohl weniger einer abiotischen Ölquelle zu verdanken als viel mehr modernen Förderungstechnologien, die der Erde auch noch den letzten Tropfen abtrotzen. Andersrum gibt es einige Ölvorkommen, deren Förderung sich erst ab einem bestimmten Preis überhaupt lohnt und die womöglich in früheren Betrachtungen ausgeschlossen wurden.

Alexander Demling schreibt auf SPIEGEL ONLINE dazu: Und ewig strömt das Öl

Wenn Macht und Geld im Spiel sind, kennt die Phantasie keine Grenzen. SPIEGEL ONLINE präsentiert die schrägsten Verschwörungstheorien der Wirtschaft. Diesmal: Warum uns das Erdöl niemals ausgeht.

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