Das Auto thront über allem

Der Stern versucht sich ebenfalls an einem Artikel über das Fahrradfahren — obwohl er in der Kategorie „Auto“ auftaucht, ist er nicht so schlecht wie bei solchen Artikeln zunächst befürchtet: Strampeln und leiden

Man ist nach unzähligen Artikeln über Rowdy-Radfahrer und Gehwegradler in den letzten Monaten ehrlich überrascht, dass es hier tatsächlich ums Fahrradfahren geht und nicht um etwaige Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern, die aber leider nicht ganz ausbleiben:

(…) „Für Radfahrer herrscht insgesamt kein angenehmes Verkehrsklima in Deutschland“, sagte die stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Sabine Kluth bei der Vorstellung der Studie in Berlin. (…)

Leider folgt gleich danach das seltsame Argument mit den Radwegen:

(…) Von der Politik wünschten sie sich deshalb vor allem mehr und bessere Fahrradwege, aber auch Kampagnen für ein besseres Miteinander der Verkehrsteilnehmer. (…)

Kampagnen für ein besseres Miteinander scheinen tatsächlich mehr oder weniger dringend notwendig, will man aber tatsächlich mehr Fahrradwege bauen, könnte man sich die Kampagne gleich sparen, denn ein Miteinander findet dann höchstens noch statt, wenn der Radfahrer plötzlich auf der Windschutzscheibe eines rechtsabbiegenden Kraftfahrzeuges liegt. Eigentlich waren sich doch alle einig, dass das Konzept der Fahrradwege für die meisten Situationen vollkommen überholt ist und ein Radweg längst nicht die Sicherheit bietet, die ihm in der Regel nachgesagt wird; von Fahrkomfort und Geschwindigkeit einmal abgesehen. Es ist natürlich fraglich, ob bei Sabine Kluth wirklich der Begriff des Fahrradweges in dieser Definition gefallen ist oder ob nicht eher Fahrrad- und Schutzstreifen auf der Fahrbahn gemeint waren.

Wenigstens entkräftet sich das Argument, Radfahrer seien nur zum Spaß unterwegs und behinderten den ernsthaften und wirtschaftlich wichtigen Autoverkehr:

(…) Dabei wird es ein immer wichtigeres Verkehrsmittel: 41 Prozent der Deutschen fahren mehrmals pro Woche Fahrrad, 15 Prozent sogar täglich. Und das nicht nur zum Spaß: Rund zwei Drittel nutzen das Fahrrad für Einkäufe oder Erledigungen, 38 Prozent für den Weg zur Arbeit oder Ausbildungsstätte. (…)

Trotz allem bleibt aber das Auto das wichtigste Verkehrsmittel:

(…) Das Auto wird weiterhin das Wunschverkehrsmittel der überwiegenden Mehrheit bleiben. (…)

3 Gedanken zu „Das Auto thront über allem“

  1. Solange dem Land Niedersachsen 51% von VW gehören, solange der Sprit so schön billig ist, solange SPRINGER & Consorten schön Propaganda betreiben, solange Lobbyvertreter sich bei Politik und Verwaltung ankuscheln (eine Krähe hackt der anderen keine Auge aus), solange wird sich hier absolut nix ändern!
    Mit verlaub, hört auf zu träumen…
    Know your Rightz and fight back!!!
    Das ist im Augenblick die Devise!

    Greetz aus Hannover!

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