Darmstadt: Kaum Protest gegen nächtliches Tempolimit

Während in Deutschland noch der Untergang des Abendlandes aufgrund eines Tempolimits befürchtet wird, ist Darmstadt schon einen Schritt weiter, schreibt Günter Murr in der Frankfurter Neuen Presse: Tempo 30: Darmstadt fährt voran

Die ersten Schilder stehen schon, sind aber noch zugeklebt. Erst am 3. September beginnt der Modellversuch mit Tempo 30 nachts auf ausgewählten Hauptverkehrsstraßen. Darmstadt ist schon weiter.

Ein Gedanke zu „Darmstadt: Kaum Protest gegen nächtliches Tempolimit“

  1. Wieder einmal „gut gemeinter“ Aktionismus. Genau wie bei Umweltzonen und Fahrradstraßen stellt man ein paar Schilder auf und hofft, die Verkehrsprobleme mögen sich in Wohlgefallen auflösen.
    Ich wohne selbst an einer Frankfurter Hauptverkehrsstraße. Die größte (nächtliche) Lärmbelästigung geht nicht vom fließenden Pkw-Verkehr, sondern von anfahrenden LKW und Motorrädern sowie vor allem von Einsatzfahrzeugen mit Martinshorn aus. Eine hohe Akzeptanz unter den Autofahrern erwarte ich nicht, erstens wird das Tempolimit nicht überwacht, zweitens wird auf einer breiten, schnurgeraden Straße Tempo 30 von vielen Autofahrer als reine Schikane der „Ökodiktatoren“ abgetan.
    Wollte man wirklich den überbordenen Autoverkehr bremsen und umweltverträgliche Verkehrsträger fördern, wäre eine Verschmälerung der Fahrbahnbreite zugunsten breiterer Gehwege und Radstreifen angesagt, ausserdem überfahrbare Kaphaltestellen, die nicht nur als Schwellen Raser bremsen, sondern den Straßenbahnfahrgästen einen barrierefreien Einstieg ermöglichen. Für solche Maßnahmen fehlt aber nicht nur das Geld, sondern vor allem (auch bei den Frankfurter Grünen!) der politische Mut. Also forstet man weiter lustig den Schilderwald auf.

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