Da hätte kein Helm geholfen

Das dueren-magazin.de hängt sich an dem fehlenden Fahrradhelm auf, den ein verunfallter Radfahrer nicht getragen hat. Ein Kraftfahrzeug missachtete die Vorfahrt des entgegenkommenden Radfahrers übersah den entgegenkommenen Radfahrer, der daraufhin mit dem Kraftfahrzeug zusammenstieß. Der fehlende Helm fand dabei sogar in der Überschrift Erwähnung: Düren: Schwere Gesichtsverletzungen und ohne Helm – Fahrradfahrer kollidiert mit Pkw

Inwiefern ein Helm nun vor den Gesichtsverletzungen des Radfahrers geschützt hätte, wird leider nicht aufgelöst, aber im Text noch ein zweites Mal suggeriert. Vermutlich hat der Radfahrer abseits des Gesichts noch weitere Verletzungen erfahren, die ein Helm abgeschwächt oder gar verhindert hätte, aber dass ein Helm vor der womöglich gebrochenen Nase oder eventuell abgerissenen Zähnen schützt, ist eher unwahrscheinlich.

Überhaupt nicht thematisiert wird die Vorfahrtverletzung des eigentlichen Unfallverursachers: Die tritt in dem Ohne-Fahrradhelm-selbst-schuld-Argumentationsgerüst zurück.

4 Gedanken zu „Da hätte kein Helm geholfen“

  1. Unklar auch, gegen wen die Anzeige erstattet wurde – der böse Radfahrer, der mehrere tausend Euro Schadeam am Auto verursacht hat, als er „volle Kanne“ in die rechte Seite fuhr??!?

  2. „Ein Kraftfahrzeug [—]missachtete die Vorfahrt des entgegenkommenden Radfahrers[—] übersah den entgegenkommenen Radfahrer“
    Das böse Kraftfahrzeug aber auch! Im Polizeibericht und Presseartikel steht richtigerweise, dass nicht das KFZ, sondern ein mittelalter Dürener den Radfahrer nicht sah.
    In der Presse(meldung der Polizei) wird die Schuld aber auch gerne vom Führer auf das Geführte übertragen.

  3. Die Formulierungen sind eine der frechsten Verdrehungen, die ich in der letzten Zeit lesen durfte. Rein von der Wortwahl ist der Radfahrer der eigentliche Unfallverursacher. Mobiles Mittelalter in Düren.

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