ADFC: Hamburger Polizei noch zu autozentriert

Dem Hamburger ADFC missfällt weiterhin das Vorgehen der Polizei in der Hansestadt: Polizei noch zu autofixiert

Mit ihren aufwändigen Fahrrad-Großkontrollen und der begleitenden Pressearbeit trägt die Polizei leider nicht zur Verkehrssicherheit auf Hamburgs Straßen bei.

Obwohl momentan beinahe täglich die Kampfradler durch die Medien getrieben werden, seien Radfahrer verhältnismäßig selten Schuld an Verkehrsunfällen, wenn man die vorliegenden Zahlen nicht umdeutet. Statt höhere Strafen scheint auch dem ADFC eine angemessene Förderung des Radverkehrs sinnvoll, der ohne die üblichen mangelhaften Hamburger Radwege auskommt.

ADFC-Radtouren zu Verkehrsregeln in Norderstedt und Hamburg

Der Hamburger ADFC will mit Fahrradfahrern die eher unbekannten Paragraphen der Straßenverkehrs-Ordnung erforschen: ADFC-Radtouren zu Verkehrsregeln in Norderstedt und Hamburg

Radfahren ist ganz einfach, hat man erst einmal gelernt, das Gleichgewicht zu halten. Dagegen ist es gar nicht einfach, die vielen unterschiedlichen Regeln für Radfahrende zu kennen und zu beachten. Der ADFC Norderstedt und der ADFC Hamburg bieten von April bis Juni Radtouren an, auf denen diese mit Spaß an der Sache vermittelt werden.

Radwegrückbau an der Heimfelder Straße: „Erschreckend“, „Ungeheuerlich“

Hamburgize fasst die aktuellen Leserbriefe an das Hamburger Abendblatt bezüglich der Situation in der Heimfelder Straße zusammen: Aufklärung dringend nötig

Leserbriefe im Hamburger Abendblatt dokumentieren: Viele Radfahrer wünschen sich weiterhin Radwege und beklagen den Rückbau oder Ersatz durch Radfahrstreifen. Über die Gefahren auf vorhandenen „Radwegen“ sind sich viele nicht bewußt und Gehwegradeln neben „Radwegen“ wird allgemein toleriert.

Langenhorner Chaussee ist die gefährlichste Straße Hamburgs

Vorhang auf für die nächste Etappe im Drama um die Langenhorner Chaussee: Langenhorner Chaussee ist Hamburgs gefährlichste Straße

Auf der Langenhorner Chaussee ereignen sich die meisten Unfälle. Die GAL fordert Radstreifen und zudem den Rückbau auf zwei Spuren.

Dass knapp vier Fünftel der Radwege entlang der Langenhorner Chaussee geradezu unbenutzbar sein sollen, ist leicht zu glauben. Bei hamburgize gibt’s noch ein paar ebenso eindrucksvolle Fotos: Langenhorner Chaussee: Polizei hält immer noch an unbenutzbaren benutzungspflichtigen Alibi-„Radwegen“ fest

Fahrradstaffel: „Habt ihr nichts besseres zu tun?“

Die WELT berichtet über die Arbeit der Hamburger Fahrradstaffel: Pöbelnde Radfahrer und dreiste Autofahrer

Die Fahrradstaffel der Hamburger Polizei kümmert sich um rasante Radler – aber auch um aggressive Autofahrer. Die radelnden Cops sind mittendrin im tagtäglichen Ringen auf der Straße.

Schön, dass auch gegen unachtsame Kraftfahrzeugführer vorgegangen wird, die beim Abbiegen nicht die nötige Sorgfalt zeigen. Trotzdem bleibt wie immer die bange Frage, ob die Rotlichtkontrollen denn ebenfalls mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt werden — die Wahl der richtigen Ampel ist ja schließlich nicht trivial.

Heimfelder Straße: Radweg-Rückbau hat begonnen

Jetzt wird es eng für die Radfahrer titelt das Hamburger Abendblatt und spielt auf die verquere Situation im Süden Hamburgs an:

Am Radwegrückbau entlang der Heimfelder Straße scheiden sich die Geister. Die GAL wirft Parteien vor, dass 80 000 Euro verpulvert würden.

Im Grunde genommen werden in der Heimfelder Straße jene Erkenntnisse umgesetzt, die schon vor knapp 15 Jahren zur Abschaffung der generellen Radwegbenutzungspflicht führten: das Radfahren auf einem durschschnittlichen Radweg ist ungleich gefährlicher als auf einer durchschnittlichen Fahrbahn. Zugegeben: die ganze Sache ist schon ein wenig drastisch, denn normalerweise wird wenigstens der Gehweg zum vorsichtigen Beradeln freigegeben, sofern die finanziellen Mittel oder der Platz für einen vernünftigen Radweg nicht reichen. Aber kompromisslos den Radweg wegholzen? An einer sowohl von Radfahrern als auch Autofahrern vielbefahrenen Straße? Das gab es in Hamburg vermutlich noch nie.

Das Problem ist eben nach wie vor: Radfahrer wollen nicht auf die Fahrbahn. Ganz egal, ob es auf der Fahrbahn objektiv sicherer ist als auf dem kümmerlichen Radweg, der Radverkehr nimmt lieber den subjektiv sicheren Straßenteil abseits des Kraftfahrzeugverkehres. Koste es, was es wolle.

Achterbahnfahrt auf der Langenhorner Chaussee

Die Langenhorner Chaussee gilt unter Hamburger Radfahrern nicht gerade als Meisterwerk einer Radverkehrsanlage. Nun gibt es ein Video drüben auf Mos Welt, das eindrucksvoll beweist, dass sich dieser Radweg kaum befahren lässt. Schon allein die Prämisse aus der Rechtsprechung, dass das Fahrrad den „Luftraum“ über dem Radweg nicht verlassen darf, also nicht einmal der rechte Teil des Lenkers über den Gehweg ragen darf, macht das allzu abenteuerlich, denn von der linken Seite ragt oft genug ein Kraftfahrzeug in den Radweg hinein. Schwer zu glauben, dass das Radfahren auf der Fahrbahn gefährlicher als auf diesem Radweg sein soll: Radweg entlang der Langenhorner Chaussee in Hamburg

Hamburg will an das Fahrrad denken

Die WELT berichtet noch einmal über den Stand der Hamburger Radverkehrspolitik: Der Hafen öffnet sich stärker den Radfahrern Denn:

2007 groß angekündigt, lassen die 14 Velorouten quer durch Hamburg weiter auf sich warten

Und wie immer bei gutem Wetter gibt es schöne Ankündigungen:

Auf der Brücke in der Sonne macht Egert Ankündigungen: Nein, man werde die Radler nicht vernachlässigen. Man werde immer „stark“ ans Fahrrad denken. Es werde für den gesamten Verkehr immer bedeutender. „Wenn sich die Elektroräder weiter durchsetzen, werden immer mehr Berufstätige mit dem Rad fahren“, so Egert. „Wir werden uns um einen Ausbau des Netzes weiter kümmern und die Nahmobilität fördern.“

Hamburger Radfahrer wollen nicht auf die Fahrbahn

In der Heimfelder Straße in Hamburg dürfen Radfahrer seit kurzem auf der Fahrbahn fahren — das wollen die aber gar nicht: Und plötzlich ist der Radweg weg

Eine Novelle der Straßenverkehrsordnung erlaubt den Rückbau an der Heimfelder Straße. Der Schulweg wird dadurch gefährlicher.

Leider wird auch in diesem Artikel das Fahrbahnradeln als gefährlich eingestuft und der Radweg weiterhin als sicherer Hafen für das Fahrrad verkauft. Gerade in Hamburg lassen sich aber an jeder zweiten Straßenkreuzung Radverkehrsanlagen bestaunen, die den Radfahrer mehr schaden als nutzen. Passend dazu gibt es zwei Leserbriefe, einen ablehnenden, geprägt vom leider üblichen Unverständnis des Fahrbahnradelns und der Forderung nach deutlich mehr Radwegen, und einen deutlich positiver gestimmten.