Berlin will an Radwegen sparen

Gerade wurden die Berliner Radwege über Gebühr gelobt, nun macht sich schnell Ernüchterung breit: Nußbaum spart an den Radwegen

Obwohl sich die Zahl tödlicher Unfälle seit Jahren erstmals wieder erhöht hat, will der Finanzsenator eine Million Euro weniger für Baumaßnahmen ausgeben. Der Fahrradclub ADFC protestiert.

Mit der Halbierung der Ausgaben von zwei auf eine Million Euro lassen sich in Berlin offenbar nicht einmal die gravierendsten Mängel an Radwegen ausbessern. Auf die Fahrbahn möchte man die Radfahrer allerdings auch nicht lassen, denn dort sei es viel zu gefährlich, wie Polizeichefin Köppers noch einmal erzählen darf, obwohl sie es eigentlich besser wissen sollte:

„Ich kenne die Opferperspektive“, sagte Polizeichefin Koppers und berichtete von drei eigenen Fahrradunfällen in den vergangenen zehn Jahren: „Ich habe unfreiwillig einen Salto über eine geöffnete Autotür hinter mir, bin von einem abbiegenden Auto erfasst oder von einem BVG-Bus so an den Bordstein gedrängt worden, dass ich quer über den Bürgersteig geflogen bin.“

Es bleibt tatsächlich fraglich, wann endlich der Zusammenhang zwischen schlechten Radverkehrsanlagen und den Unfallzahlen hergestellt wird — hoffentlich braucht es dazu nicht noch mehr tödliche Unfälle, die sich in Berlin in letzter Zeit wieder häufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.