Berlin: Grüne Ampel für Radfahrer

Etwas neidisch waren wir doch auf die grüne Fahrrad-Welle in Odense: Nicht nur, dass es überhaupt eine grüne Welle für Radfahrer gab, nein, es wurde sogar mit leuchtenden Anzeigen die richtige Geschwindigkeit vorgeschlagen, um an der nächsten Ampel ohne Halt durchstarten zu können. Grüne Wellen sind schon schwer zu installieren, wenn es nur um Kraftfahrzeuge gehen soll: Zu komplex sind die in der Regel zusammenhängenden und voneinander abhängenden Verkehrsströme einer Stadt, als dass man tatsächlich eine über längere Zeit und Strecke funktionierende grüne Welle realisieren könnte.

Kraftfahrzeuge haben aber immerhin den Vorteil, dass sie sich in der Regel innerhalb eines relativ engen Geschwindigkeitskorridores bewegen, meistens irgendwo zwischen 40 bis 60 oder gar nur 45 bis 55 Kilometern pro Stunde. Bei Radfahrern sind die Geschwindigkeiten ungleich breiter gefächert: Der eine radelt gerade mal eben so im zweistelligen Bereich, der andere mit zwanzig Kilometern pro Stunde, der dritte flitzt mit über dreißig Kilometern pro Stunde die Straße entlang.

Trotzdem kann man es ja mal probieren: Erste grüne Welle für Radler in Berlin

Das hat weltweit noch Seltenheitswert: In Schöneberg werden die Ampeln jetzt so geschaltet, dass Radler schneller durchkommen. Der Senat lässt prüfen, ob sich weitere Straßen für grüne Wellen eignen.

Zu der relativ überschaubaren und auf einer Veloroute gelegenen Strecke in Schöneberg sollen sich künftig noch weitere Straßen gesellen. Derzeit ist die Ausweitung der grünen Welle für Radfahrer allerdings noch in der Prüfungsphase, schließlich ist die konzeptuelle Planung aufgrund der erwähnten Geschwindigkeitsdifferenzen schwieriger. In Berlin einigte man sich auf ein Tempo von 16 bis 18 Kilometern pro Stunde, um auf der grünen Welle reiten zu können.

Ein Gedanke zu „Berlin: Grüne Ampel für Radfahrer“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.