Auch in Berlin: Sicher radeln nur bei Rot

Es wurde schon mehrfach hier im Blog und in anderen Diskussionen behauptet: Sicher radelt man nur bei Rot.

Insofern ist ganz interessant, was Stefan Jacobs drüben im Tagesspiegel schreibt: Warum Radler unter die Räder geraten

Experten vermuten, dass blindes Vertrauen für Radfahrer gefährlicher sein kann als aggressives Fahren. Polizei und Verbände haben unterschiedliche Vorschläge, um den Verkehr sicherer zu machen.

Jacobs stellt fest, dass ein zu großes Vertrauen auf die Verkehrsregeln der eigenen Sicherheit eher abträglich ist. Wer eine grüne Ampel mit der Vermutung überquert, ihm könne bei grünem Licht nichts passieren, hat ein höheres Risiko, irgendwann einmal unter dem Zwillingsreifen eines Lastkraftwagens zu verenden. So genannte Kampfradler, die sich täglich auf dem Rad im Straßenverkehr bewegen, kennen sich hingegen mit dem Sinn und Unsinn einiger Regelungen und Örtlichkeiten besser aus als der gemeine Gelegenheitsradler, der nur hin und wieder halbwegs nach den Verkehrsregeln auf dem Rad sitzt. Mit einem großzügigen Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand bringt man zwar manchen Kraftfahrer zur Weißglut und zur Hupe, sichert aber die eigenen Überlebenschancen, wenn es plötzlich enger wird zwischen Lenker und Beifahrertür.

Interessant, dass die Polizei sich dem Vorwurf ausgesetzt sieht, lieber mit möglichst vielen Kontrollen den Radverkehr zu gänglen, anstatt die tatsächlichen Unfallverursacher aus dem Verkehr zu ziehen. Das scheint in Berlin eine ebenso beliebte Beschäftigung für Polizeibeamte zu sein wie in Hamburg.

3 Gedanken zu „Auch in Berlin: Sicher radeln nur bei Rot“

  1. Es bedarf des Interesses und einer gewissen Intelligenz, sich sinnvoll mit den wirklichen Unfallursachen auseineinderzusetzen und dann noch aufgrund gewonnener Erkenntnis zu Handeln. Und es bedarf eines starken Rückrades, Notwendiges gegen die gängigen Meinungen in deutschen Amtsstuben umzusetzen. Dieses Interesse wird von vielen Polizisten/Politikern/Bloggern nicht aufgebracht und einige stoßen dabei auch an ihre geistige Leistungsfähigkeit, sodass die seit Jahren üblichen Kontroll-Riten weiter bestehen. Das ist scheinbar überall so…
    – ich fahre jetzt noch mal kurz die Welt retten –

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