Auch aus Unwissenheit lässt sich noch ein Quiz basteln

Es ist schon müßig, einige Themen in einen Artikel zu gießen, weil man mitunter überhaupt gar nicht mehr weiß, wo hier noch anzusetzen ist. Na gut, das Teil bei der Süddeutschen Zeitung heißt auch schon „Bußgeld-Video-Quiz“ und trägt den Titel: Wann es teuer wird für Radl-Rowdys

Rauf auf das Fahrrad, der Frühling ist da! Doch Vorsicht ist geboten, denn im neuen Bußgeld-Katalog gibt es auch für Radfahrer einige Änderungen. Musik hören beim radeln, freihändig fahren, die Straße statt des Radwegs benutzen – Was ist erlaubt und was kann bestraft werden? Machen Sie den Test.

Vorsicht ist vor allem geboten, wenn die Verkehrsregeln überhaupt nicht bekannt sind. Bevor nach den Bußgeldern gefragt wird, könnte ja ein kleiner Kurs quer durch die Straßenverkehrs-Ordnung nicht so verkehrt sein. Aber auch das spiegelt eben die bereits festgestellte Denkweise im Straßenverkehr wider: Die Regel sind uninteressant, es ist nur wichtig, wie viel es kostet. Und mitnichten geht es in den anschließenden fünf Fragen darum, was erlaubt ist. Aber okay, dann macht die Süddeutsche eben ein Quiz über Bußgelder.

Frage 4 lautet plötzlich:

Ist ein Radweg vorhanden, bedeutet das für Fahrradfahrer, dass sie diesen auch benutzen müssen. Tun sie es nicht, kann ein Bußgeld drohen. In welcher Höhe?

Zur Auswahl stehen fünf Euro, für die sich 20,4 Prozent der Teilnehmer entschieden hatten, 15 Euro, was 45,8 Prozent glaubten und 20 Euro, auf die immerhin jeder Dritte (33,8 Prozent) klickte.

Bleibt die bange Frage, wie viele Teilnehmer wussten, dass längst nicht jeder Radweg benutzt werden muss, nur weil „er vorhanden ist“. Und eigentlich ist § 2 Abs. 4 StVO nun wirklich nicht so schwer zu verstehen.

Ein Gedanke zu „Auch aus Unwissenheit lässt sich noch ein Quiz basteln“

  1. Die Frage mit dem Radweg wurde mittlerweile entfernt, nachdem ich bei der SZ auf den Fehler hingewiesen habe (weil ich hier in meinem Lieblingsblog davon gelesen habe). Noch besser wäre natürlich eine korrekte Darstellung des Sachverhalts, aber die SZ hat sich sehr höflich entschuldigt. Für mich eine Ermutigung, auch an anderer Stelle auf Berichtigung falscher Berichterstattung hinzuweisen.

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