Abbiegeunfälle: Radfahrer sollen aufpassen

Die Berliner Morgenpost berichtet über die Unfallzahlen aus der Bundeshauptstadt: 684 Radler in Berlin verunglückt und schwer verletzt

In Berlin vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Radfahrer im Straßenverkehr verunglückt. Die Zahl der Unfälle ist nach ADAC-Angaben im Jahr 2012 deutlich gestiegen.

Die Zahlen stimmen zwar traurig, aber das eigentlich interessante folgt am Ende des Artikels:

Radler sollten besonders an Kreuzungen vorsichtig fahren, sagte der Verkehrsvorstand des ADAC Berlin-Brandenburg, Volker Krane. (…) Es gebe Situationen, in denen Lkw-Fahrer zudem einfach keine Chance hätten, einen Radfahrer zu sehen.

Es verwundert nicht, dass der ADAC die Problematik aus der Kraftfahrer-Perspektive betrachtet: Der Lastkraftwagen-Fahrer habe mitunter gar keine Chance, einen Radfahrer zu sehen. Und überhaupt sollen Radfahrer gerade an Kreuzungen vorsichtig fahren. Es wäre zu schön, hätte Krane seine eigenen Mitglieder adressiert und darauf hingewiesen, den Abbiegevorgang mit dem Schulterblick abzusichern, denn der wird auch heutzutage noch recht spärlich eingesetzt. Und auch wenn so ein Vorschlag immer radikal klingt: Wenn ein Lastkraftwagen-Fahrer seinen Abbiegevorgang nicht optisch kontrollieren kann, sollte er womöglich lieber woanders abbiegen, sofern man nicht sagt, hmm, okay, alle zwei Wochen ein getöteter Radfahrer ist noch im Rahmen, das ist uns der reibungslose Lastverkehr wert.

Vielleicht hätte eine Nachfrage beim ADFC den Sachverhalt aus einem gesünderen Blickwinkel beleuchtet.

6 Gedanken zu „Abbiegeunfälle: Radfahrer sollen aufpassen“

  1. Der ADAC (zumindest die Angestellten) sind auch der Meinung, sie können auf Radwegen parken. Radfahrer können ja noch auf den Gehweg ausweichen.

    Ist mir gestern passiert. ADAC Fahrzeug stand mit offenen Türen quer über einen (nicht benutzungspflichtigen) Zweirichtungsradweg. Nach meinem Klingeln macht der Mann die Tür zu und erklärt mir auf meine Nachfrage wie ich denn da vorbei kommen soll ich könne ja über den Gehweg fahren. So viel zum ADAC.

  2. LKW-Fahrer sehen nicht alles?

    Erst heute wäre ich beinahe von einem LKW, der mir entgegenkam, umgenietet worden.
    Der „Saturn“-Auslieferer hatte es wohl sehr eilig. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der Fahrer mit 50km/h durch ein Wohngebiet heizt, in dem die Fahrbahn kaum breiter als 3m ist.
    „Geiz ist geil“ gilt dann wohl auch für das Anpassen der eigenen Fahrweise.

  3. Ich wette dem Landwirtschaftsminister von Meck-Pomm, Till Backhaus, hat man nicht geraten besser aufzupassen, nachdem er heute angefahren wurde.
    Im Gegenteil, da wurde gleich gegen den Unfallverursacher wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt….

    Quelle: Abendblatt

      1. Wenn das stimmt was in dem Artikel steht wird es interessant: ein Rentner der genau weiß was er darf (immer und jederzeit überholen) und was andere müssen (am rechten Fahrbahnrand fahren) vs. einem cholerischen Minister(?) der wohl auch gerne mal zuschlägt. Was sich zwischen dem Überholen und dem Zuschlagen zugetragen hat wird man mangels Zeugen wohl nie herausfinden.
        Egoistisch sag‘ ich jetzt mal das es äußerst ärgerlich ist das der Backhaus zugeschlagen hat, sonst hätte es ein weiteres hübsches Urteil zum dichten Überholen gegeben – mit dem Unterschied zum „Normalbürger“ das die Staatsanwaltschaft bei einem „Minister“ wohl keine weiteren Zeugen benötigen würde.

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