46 Prozent

Es überrascht kaum: 46 Prozent der Kraftfahrer halten Radfahrer für die schlimmsten Verkehrssünder. Von anderen Autofahrern fühlen sich nur acht Prozent gestört — angesichts dessen, was auf den Straßen ganz ohne Beteiligung von Radfahrern abläuft, mag man das kaum glauben. Offenbar ist man unter sich und hält als selbsternannte Melkkuh der Nation zusammen.

Schade, dass nur Kraftfahrer befragt wurden: die gleiche Frage gegenüber den Radfahrern hätte sicherlich ähnliche Ergebnisse ergeben. Die eine Hälfte hält Kraftfahrer für die schlimmsten Verkehrssünder, weil die auf der Fahrbahn ständig hupen und dicht überholen, die andere Hälfte hält Fußgänger für die schlimmsten Verkehrssünder, weil die plötzlich auf den Radweg treten und herumpöbeln, wenn man sie vom Gehweg klingeln möchte.

Und sicherlich hätte auch eine Befragung von Fußgängern ein ähnliches Ergebnis gebracht. Soll heißen: neue Erkenntnisse lassen sich aus dieser Zahl nicht gewinnen. Vor allem nicht, wenn sie in einem solch tendenziösen Artikel dargelegt werden.

Weniger Verbrennungsmotoren sorgen noch nicht für gute Luft

Umweltzonen und Elektromobile sollen gerne die Luftqualität in den Städten verbessern. Das Aussterben des Verbrennungsmotors wird allerdings noch nicht einmal die Hälfte der Abgase aus den Straßen treiben, denn die andere Hälfte wird von Abrieb oder Aufwirbelungen zurück. Insofern ist die Luftqualität an der Autobahn mitunter besser, weil dort seltener gebremst werden muss, schreibt Sascha Gorhau: Andere Mobilität statt anderer Motoren

Feinstaub verschlechtert die Luftqualität in Innenstädten. Doch Abgase von Fahrzeugen sind nicht hauptsächlich dafür verantwortlich. Eine Abkehr vom Verbrennungsmotor allein löst das Problem nicht, sondern verschiebt es nur.