Faltrad: „Wie ein Schweizer Messer“

Ähnlich wie [url=http://www.radverkehrspolitik.de/e-lastenrad-als-autoersatz/]das[/url] [url=http://www.radverkehrspolitik.de/keine-angst-vor-lastenraedern/]Lastenrad[/url] erfährt auch das Faltrad, ehemals Klapprad, eine ungeahnte Popularität. War es noch früher als klapperiger Drahtesel geringer Verkehrssicherheit verschrien, von dessen Klappmechanismen aus verschiedenen Gründen möglichst wenig Gebrauch gemacht werden sollte, stellt sich das Faltrad heute als perfekte Ergänzung zwischen Haustür und öffentlichem Personennahverkehr dar: Falt and Ride statt Park and Ride

Falträder leiden noch unter dem schlechten Ruf der Siebziger-Klappräder. Dabei können die heutigen Modelle mit normalen Rädern locker mithalten.

Helmpflicht: „Endlich noch mehr Gängelei“

Zwar schon gut ein Jahr alt und in der Kategorie abgelegt, aber dennoch immer wieder aktuell und lesenswert: Schnuller für alle

Helm auf für Radfahrer! Das ist das Gebot der Stunde von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Endlich, noch mehr Gängelei. Darauf hat der Bürger nur gewartet.

In Köln wird stündlich ein Rad gestohlen

In Köln wird im Durchschnitt alle 64 Minuten ein Fahrrad gestohlen — meist im Wert von etwa 400 Euro, quer durch alle Fahrradkategorien: Jede Stunde wird ein Rad geklaut

Diesen Spitzenplatz wollte die Stadt bestimmt nicht haben: Nirgendwo in NRW werden mehr Räder geklaut als in Köln. Statistisch gesehen, schlägt alle 64 Minuten ein Fahrraddieb zu. Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Köln ist stark angestiegen.

Norderstedt: Irritationen wegen Fahrbahnradler

Der Radfahrer hat in Deutschland das Entwicklungsstadium des vollwertigen Verkehrsteilnehmers einfach übersprungen: nachdem er jahrelang ignoriert wurde, mit Glück insofern Aufmerksamkeit erhielt, als dass es ihn wie nur irgend möglich von der Fahrbahn fernzuhalten galt, findet er nunmehr Anwendung als mobile Verkehrsberuhigung für Kraftfahrer. Nachdem in Berlin schon ähnliche Ideen gepflegt wurden, soll der Einsatz der rollenden Tempolimits nun auch in Norderstedt erfolgen: Garstedter Dreieck: Norderstedts erste Radautobahn

Auf der neuen Horst-Embacher-Allee im Garstedter Dreieck sind Radfahrer ausdrücklich gewünscht – auch, um den Verkehr zu verlangsamen.

Man mag sich leicht vorstellen, wie schlecht mutmaßlich der Radverkehr in einer solchen Situation auf der Fahrbahn aufgehoben wird, wenn jeder Kraftfahrer die mit zweieinhalb Metern, wie man so schön sagt, bestens ausgebauten und breiten Radwege durch die Frontscheibe erkennen kann und vermutlich kaum zögern wird, jene Radfahrer, die ihn da gerade einbremsen, mit strafrechtlich relevanten Maßnahmen zu deren Benutzung zu drängen.

Schön ist das nicht. Eine vernünftigere Begründung, etwa die bereits festgestellte mangelnde Notwendigkeit für benutzungspflichtige Radwege, wäre hier dringend angebrachter. Am schönsten ist natürlich Arne Michael Berg, der eine Benutzungspflicht für Radwege allein schon daraus impliziert, dass Radwege Geld gekostet haben. Im Umkehrschluss muss das wohl bedeuten, dass Kraftfahrer keine normalen Straßen mehr benutzen dürfen, sondern ausschließlich auf der Autobahn fahren dürfen, weil die Autobahn doch so teuer war — auf diese irrwitzige Argumentation käme natürlich kein Mensch. So bleibt nur festzustellen, dass auch in Norderstedt offensichtlich zum Großteil Verkehrsteilnehmer diskutieren, die weder die Straßenverkehrs-Ordnung noch die einschlägigen Unfallstatistiken studiert haben.

Für die Sicherheit der Radfahrer wäre das allerdings sehr zuträglich.

Keine Alternative zum Auto auf dem Land

Das Leben auf dem Land gilt gemeinhin als besonders Attraktiv, schließlich wohnt es sich dort fernab vom Lärm und Gestank der Großstadt — nur just auf dem Lande ist das Auto, ein steter Quell des meisten Lärmes und des meisten Gestankes, in der Regel unabdingbar. Die meisten Distanzen sind deutlich größer als in Ballungsräumen, zum Brötchenholen führt kein Weg am Auto vorbei, selbst für den Einkauf müssen mitunter mehrere Stunden eingeplant werden und sofern ein Bus fährt, fährt er meistens nur zwei mal pro Tag — das muss allerdings nicht so bleiben: Annette Jensen schreibt im fairkehr-magazin über die Verpestete Idylle

Landbewohner fahren viel mehr Auto als Städter, nachhaltig ist das nicht. Initiativen versuchen, wichtige Versorgungseinrichtungen zurück aufs Land zu holen oder den ÖPNV zu verbessern.

ADAC will Abbiegeassistenten für Lastkraftwagen

ADAC fordert verbindliche Einführung von Abbiegeassistenten in Lkw

Gefahr für Radfahrer durch abbiegende Lkw soll reduziert werden

Schade, dass der ADFC, der diese Forderung vermutlich deutlich länger vertritt, es kaum in die Medien schafft.

Das Märchen der abiotischen Ölerzeugung

In den leider unvermeidlichen Diskussionen über den Klimawandel packt mancher Kraftfahrer gerne das Argument der abiotischen Erzeugung des Erdöls aus. Die Argumentation braucht etwas Fantasie und geht ganz einfach: Die Endlichkeit der weltweiten Erdölvorkommen sei nur ein Märchen, um den gemeinen Kraftfahrer, bekanntlich die Melkkuh der Nation, noch weiter zu schröpfen und dicke Gewinne einzufahren. Schließlich würden ständig neue Erdölvorkommen entdeckt und vor zwanzig Jahren wurde auch schon behauptet, das Öl reiche noch gerade so zwanzig Jahre. Die künstliche Verknappung diene aber lediglich dazu, die Preise hochzuhalten.

Daran kann man glauben, in den einschlägigen Kraftfahrer-Foren findet diese Ansicht durchaus viele Anhänger, darunter auch der frühere ADAC-Boss Wolf Wegener.

So einfach ist es aber doch nicht: die meisten neuen Ölvorkommen werden erst dank neuartiger Technologien entdeckt und dass manche alte Quelle plötzlich wieder fröhlich sprudelt ist wohl weniger einer abiotischen Ölquelle zu verdanken als viel mehr modernen Förderungstechnologien, die der Erde auch noch den letzten Tropfen abtrotzen. Andersrum gibt es einige Ölvorkommen, deren Förderung sich erst ab einem bestimmten Preis überhaupt lohnt und die womöglich in früheren Betrachtungen ausgeschlossen wurden.

Alexander Demling schreibt auf SPIEGEL ONLINE dazu: Und ewig strömt das Öl

Wenn Macht und Geld im Spiel sind, kennt die Phantasie keine Grenzen. SPIEGEL ONLINE präsentiert die schrägsten Verschwörungstheorien der Wirtschaft. Diesmal: Warum uns das Erdöl niemals ausgeht.

Graz’ illegaler Radweg

Schöne Geschichte aus Österreich: Der erste Radweg in Graz war illegal

Aktivisten pinselten 1980 den ersten modernen Radweg illegal auf einen Gehsteig – und wurden prompt angezeigt.

Wobei heutzutage natürlich diskutiert werden müsste, ob das Radfahren auf dem Gehweg denn wirklich so begehrenswert ist…

BILD: Härtere Strafen für Kampfradler, aber nicht für Kampfkraftfahrer

Ach, BILD, schon wieder BILD? Dieses Mal: Härtere Strafen für Rad-Rambos

Hamburgs Innensenator Michael Neumann (42, SPD) geht den Rad-Rambos an den Geldbeutel – und zwar bundesweit!

Das vermutlich beste an der ganzen Sache: die Gefährdung von Radfahrern beim Abbiegen oder öffnen von Fahrzeugtüren wird nunmehr doppelt so hoch besteuert — beide Fälle, die mithin ganz oben in der Unfallstatistik klemmen, kosten künftig zwanzig statt zehn Euro. Schade, dass sich die Meinung bei der Bestrafung von Verkehrsteilnehmern stets gegen Radfahrer wendet, obschon längst nicht nur das Fehlverhalten der Radfahrer für Unfälle ursächlich ist.

Schupelius: Fahrräder runter von der Fahrbahn!

Gunnar Schupelius gehört zu den Menschen, denen man nicht einmal zuhören möchte, nachdem man sie um ihre Meinung gebeten hat. Gunnar Schupelius schreibt, warum, das weiß man nicht so genau, aber er schreibt bei der B.Z. eine Kolumne mit dem Titel „ungerechter Zorn“, der den ganzen Sachverhalt erstaunlich ehrlich klassifiziert. Dummerweise kennt sich Schupelius auch mit Fahrrädern aus, das ist insofern dumm, weil er deshalb darüber schreibt und nun ist er der Meinung: Fahrradständer bitte nicht auf der Straße

Und darunter steht geschrieben:

Gunnar Schupelius meint: Fahrradständer? Ja, aber nicht auf der Straße, wo Autos parken müssen!

Die Argumentation ist schon hinreichend bekannt, normalerweise lautet sie etwas abgeändert: „Fahrradfahrer? Ja, aber nicht auf der Fahrbahn, wo Autos fahren müssen!“ Schupelius ist mit seinen Bemerkungen allerdings reichlich spät, denn schon seit vielen Jahren werden Fahrradständer in Berlin, unter anderem Leihradsysteme, auf die Fahrbahn oder wenigstens auf den Seitenstreifen gebaut. Das lässt sich längst nicht nur gegenüber des Hotel Bogota beobachten, sondern auch in vielen anderen Berliner Straßen. Sogar ganz objektiv und ohne jegliche ideologische Färbung lässt sich dabei erkennen, dass unter anderem befeuert von Leihradsystemen dort, wo bislang ein oder zwei Autos parkten, aus denen insgesamt zwei oder drei Personen stiegen, mittlerweile deutlich mehr Verkehrsteilnehmer ihr Fahrzeug abstellen können, weil ein Fahrrad nunmal deutlich weniger Platz beansprucht als ein Kraftfahrzeug. Und gerade bei Leihradsystemen vervielfacht sich dieser Wert wenigstens in der Theorie, weil gleich danach jemand anderes mit dem Bike weiterfahren könnte und wiederum sofort ein neuer Stellplatz für den nächsten Radfahrer bereitsteht.

Trotzdem lässt sich natürlich darüber diskutieren, ob Radfahrer ihre Drahtesel nicht auf dem Gehweg abstellen sollen, wobei dann wiederum von der Fußgängerseite argumentiert wird, dass für Fahrräder dort gar kein Platz sei. Auch wenn Schupelius bei dem beispielhaft beschriebenen Fahrradständer nun ausgerechnet einen Radweg gefunden haben mag, der Breit genug für eine wie auch immer geartete Aufstellung der Fahrräder ist. Wie gut das klappt lässt sich in Hamburg beobachten — oder eben nicht, denn auch dort bleibt auch auf breiten Gehwegen nach Aufstellung der Leihradsysteme recht wenig Platz für Fußgänger, die insbesondere bei „Gegenverkehr“ nicht selten auf die Fahrbahn ausweichen müssen.

Kraftfahrer leiden zunächst nicht an dieser Problematik, denn abgesehen von wenigen Ausnahmen wird die Fahrbahn für die Aufstellung eines solchen Fahrradständers nicht weiter verengt, es entfallen lediglich einige Parkplätze. Man könnte mit genügend Lust und Zeit sicherlich auch entsprechende Rechnungen aufstellen, dass unterproportional wenig Parkfläche für Fahrräder umgewidmet wird verglichen mit dem rapiden Anstieg des Radverkehrsansteiles.

Man könnte auch weiterhin sachlich über dieses Thema diskutieren, aber dann würde Schupelius seinem Anspruch aus dem Titel nicht gerecht. Vermutlich muss man wissen, dass Schupelius ein erklärter Gegner des unmotorisierten Individualverkehres ist.

Dann erledigt sich das Thema schon ganz von alleine.