Hamburg: Schutzstreifen auf der Elbchaussee?

Die Hamburger Elbchaussee ist eine der optisch reizvolleren, aber verkehrstechnisch vollkommen überfüllten Strecken Hamburgs. Vom hügeligen Blankenese aus geht es in unmittelbarer Nähe zur Elbe direkt bis nach Altona — jedenfalls für den Kraftverkehr. Radfahrer trauen sich nur in Ausnahmefällen auf die vielbefahrene Straße. Das soll sich mit der Einrichtung von Schutzstreifen bald ändern: Radspur für die Elbchaussee

Fahrradfahrer auf die Straße: Nach dem Willen der baldigen rot-grünen Koalition im Bezirk Altona sollen Radler in Zukunft auf der Elbchaussee zwischen Palmaille und Teufelsbrück auf eigenen Streifen auf der Fahrbahn unterwegs sein.

Die Planung betrifft allerdings nur den ohnehin überbreiten Teil der Elbchaussee, die schmale Fahrbahn zwischen Teufelsbrück und Blankenese wird für den normalen Radfahrer auch künftig unangenehm zu befahren sein. Immerhin schließt der Schutzstreifen an jener Stelle an, wo der befahrbare Teil des Elbwanderswegs endet: ab Teufelsbrück müssen Radfahrer in östlicher Fahrtrichtung auf die Elbchaussee wechseln, weil sich unten an der Elbe die so genannte Schiebestrecke bei Övelgönne anschließt.

Siehe auch:

  • Wem gehören Hamburgs Straßen?

    Hamburgs Radfahrer stöhnen über Buckelpisten und schlecht ausgebaute Radrouten. Sind Fahrradspuren auf der Straße die Lösung? Das sagen Radler, Autofahrer und Experten dazu.

„Eine bedrohte Art erobert ihren Lebensraum zurück“

Legal Tribune Online versucht sich an einer Interpretation des „Phänomen Critical Mass“:

„Wir behindern nicht den Verkehr – wir sind der Verkehr! Schließt euch zusammen und holt euch ein Stück Straße zurück“. Mit solchen Parolen werden Radfahrer in vielen Großstädten dazu aufgerufen, sich „unorganisiert“ zu treffen und durch langsames Fahren im Pulk gegen den Autoverkehr zu protestieren. Ob ihr Verhalten auch rechtmäßig ist, erläutert Adolf Rebler.

Helmpflicht für Pedelecs?

SPIEGEL ONLINE berichtet: Regierung prüft Helmpflicht auf Pedelecs

Abseits der Helm-Diskussion ist momentan noch nicht einmal klar, wo Pedelecs eigentlich fahren müssen — laut der Straßenverkehrsordnung auf der Fahrbahn, laut der Polizei auf Radwegen.

Darüber hinaus erfährt der Leser erstaunliches zu Fahrradhelmen:

Der ADFC erläuterte, dass im Falle einer Helmpflicht wohl Motorradhelme nötig wären. Die üblichen Fahrradhelme seien nur für unter 20 km/h getestet, sagte Rechtsreferent Huhn.

Darf man das so interpretieren, dass abgesehen von der ohnehin zweifelhaften Schutzwirkung eines Fahrradhelmes, der in der Regel bloß auf dem Wassermelonen-Test basiert, ab 20 Kilometern pro Stunde ohnehin kein Schutz mehr garantiert werden kann? Immerhin: mit den Motorradhelmen wird man den Pedelec-Hype rechtzeitig stoppen.

Leipzig hat ein Rad ab

Leipzig will sich in den nächsten Jahren zur radfahrerfreundlichen Stadt mausern — die BILD versteht die Welt nicht mehr und flucht:

Für reichlich Diskussionen in den kommenden Monaten wird auch ein Antrag der Grünen sorgen. Sie möchten per Ratsbeschluss die „Radwegebenutzungspflicht“ in Leipzig aufheben.

Sie soll nur noch in Ausnahmen gelten – wenn „die örtlichen Verhältnisse das allgemeine Risiko erheblich übersteigen.“ Eventuell z.B. auf dem Ring. Ansonsten soll Radfahren auch auf stärker befahrenen Straßen erlaubt werden. Dilemma: Schon in der Einleitung zu Leipzigs „Radverkehrsentwicklungsplan“ steht: „Zum Führen eines Fahrrades sind keine Kenntnisse der StVO erforderlich.“ Deshalb baut die Stadt Radwege. Eigentlich.